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Von der Nacht verzaubert

Bild von gaensebluemche

Klappentext:
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Als Kate Merciers Eltern bei einem tragischen Unfall sterben, zieht sie zusammen mit ihrer Schwester Georgia zu den Großeltern nach Paris. Jede versucht auf ihre eigene Weise, ihr altes Leben und ihre schmerzvollen Erinnerungen hinter sich zu lassen. Während Georgia sich in das Nachtleben stürzt, sucht Kate Zuflucht in ihren Büchern – bis sie eines Tages Vincent trifft, der es schafft, ihren Schutzpanzer zu durchbrechen. Bei Spaziergängen entlang der Seine und durch die spätsommerlichen Gassen von Paris beginnt Kate, sich in ihn zu verlieben – nur um kurze Zeit später zu erfahren, dass Vincent ein Revenant ist. Die Liebe der beiden steht unter einem schlechten Stern: Vincent und seine Freunde sind in einen jahrhundertealten Kampf gegen eine Gruppe rachsüchtiger Revenants verstrickt. Schnell begreift Kate, dass ihr Leben niemals wieder sicher sein wird, wenn sie ihrem Herzen folgt.

Über die Autorin:
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Geboren wurde Amy Plum in Birmingham, Alabama. Schon bald lockten sie große Städte wie Paris oder London hinaus in die Welt. Eine Zeit lang arbeitete sie als Kunsthistorikerin in New York, bevor sie schließlich mit ihrem Ehemann ein großes Bauernhaus in der französischen Provinz bezog. Wann immer es die turbulenten Tage mit ihren beiden Kindern und ihrem Hund Ella erlauben, sitzt Amy Plum in dem kleinen alten Steinhäuschen in ihrem Garten und schreibt an ihren Romanen. Der erste, „Von der Nacht verzaubert“, ist der Auftakt einer traumhaften Trilogie.

Allgemeines zum Buch:
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„Von der Nacht verzaubert“ umfasst 397 Seiten und gliedert sich in einen Prolog und eine Vielzahl an Kapiteln. Diese sind weder numeriert noch tragen sie einen Titel. Sie haben alle eine angenehme Länge, sind kaum umfangreicher als zehn Seiten.

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht der Ich-Erzählerin und weiblichen Protagonistin Kate in der Vergangenheitsform.

„Von der Nacht verzaubert“ ist im April 2012 als Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband im Loewe Verlag erschienen. Die Originalausgabe ist 2011 bei HarperTeen, einem Imprint von HarperCollins Publishers, unter dem Titel „Die for me“ erschienen. Übersetzt aus dem Amerikanischen wurde das Buch von Ulrike Brauns.

Das Cover des Buches ist zauberhaft gestaltet und fällt beim Stöbern im Buchladen sofort auf. Es vermittelt auf einen Blick sehr viele Details, die auch im Buch eine Rolle spielen, ohne dabei zu überladen zu wirken. Es ist mit Spotlack versehen und fühlt sich dadurch an manchen Stellen dreidimensional an. Auch im Inneren des Buches setzt sich die besondere Gestaltung fort: Das Vorsatzpapier ist in einem Grünton gehalten und gemustert, zudem wird jeweils die erste Seite der Kapitel von einer Blumenranke verziert.

Meine Meinung zum Buch:
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„Von der Nacht verzaubert“ beginnt sehr sentimental. Der Leser wird Zeuge davon, wie vor allem Kate – im Gegensatz zu ihrer Schwester Georgia - um den Tod ihrer Eltern trauert und sich mehr und mehr zurückzieht. Der Tapetenwechsel – der Umzug nach Paris – tut ihr zwar gut, aber noch kann sie den Schmerz nicht verdrängen. Nach und nach gelingt es ihr jedoch zumindest, das schützende Haus ihrer Großeltern zu verlassen und sich in die Straßen und Gassen von Paris zu wagen. Sehr ausführlich und mit einem liebevollen Blick für Details beschreibt Amy Plum die Atmosphäre der Stadt der Liebe. Oder der Stadt des Lichts, wie Paris auch genannt wird. Kleine Cafés, der Duft nach Croissants, bezaubernde kleine Gassen – vor dem geistigen Auge des Lesers wird die Handlungsumgebung lebendig und nimmt den Leser gefangen. Selbst wenn man Paris noch nie besucht hat, hat man doch leicht ein klares Bild der Stadt vor Augen. Paris passt zudem einfach perfekt als Handlungsort zu dieser Geschichte und deren Atmosphäre.

Kate ist von Anfang an eine sehr sympathische Ich-Erzählerin. Sie ist sehr emotional und handelt stellenweise naiv und unüberlegt, aber das macht sie nur umso authentischer. Ihre Schwester Georgia ist das komplette Gegenteil von ihr und während ich sie am Anfang auch noch mochte, entwickelt sie sich im Verlauf des Buches doch zu einer sehr oberflächlichen Party-Queen, die allein auf ihren Spaß bedacht ist und sehr oft egoistisch und unverständlich handelt. Sie spielt in diesem Buch keine zu große Rolle, aber für einige Ereignisse gerade am Ende des Buches trägt sie die Verantwortung.

Das erste Zusammentreffen zwischen Kate und Vincent ist von der Autorin sehr witzig beschrieben. Vincent hat ein loses Mundwerk und benimmt sich Kate gegenüber sehr frech. Aber sie weiß, damit umzugehen und antwortet ihm mit einem entsprechenden Humor. Immer häufiger treffen sie sich und schnell verlieben sie sich ineinander. Mir ging es stellenweise etwas zu schnell, aber das ist natürlich Geschmackssache. Es gibt zwischen den beiden einige Szenen, die sehr romantisch, wenn nicht sogar kitschig sind und das Herz des Lesers (oder der Leserin) höher schlagen lassen. Wahrscheinlich muss man Vincent einfach lieben – er ist sehr bildhaft beschrieben und entspricht wohl so manchem Klischee eines typischen Traummannes, was vor allem seinen Körperbau und seine lockigen schwarzen Haare betrifft. Er ist einfach perfekt. Und so scheint auch das Buch zu einem sehr großen Teil einfach perfekt zu sein. Hierin liegt auch ein großer Kritikpunkt von mir. Die Figuren, die Handlungsorte, die Entwicklungen – alles passt einfach und es fehlt sehr oft an Ecken und Kanten.

Mit den Figuren der Revenants hat Amy Plum eine völlig neue Art von Wesen in ihren Roman eingebaut. Bislang habe ich über sie noch in keinem anderen Buch etwas gelesen und es ist sehr erfrischend, dass die Reihe nicht wieder von Vampiren oder Werwölfen handelt. Die Idee hinter den Revenants ist sehr interessant und auch ziemlich tragisch. Der Originaltitel „Die for me“ deutet schon daraufhin, was der Knackpunkt hinter der Geschichte sein könnte. Mehr verrate ich dazu nicht – das müsst ihr dann schon selbst lesen. Der deutsche Titel steht dagegen in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit der Handlung. Man könnte zwar hinein interpretieren, was der deutsche Titel bedeutet, aber den Originaltitel finde ich doch weitaus treffender.

Ab der zweiten Hälfte des Buches ungefähr nimmt die Handlung eindeutig an Fahrt auf. Während es in der ersten Hälfte hauptsächlich um die Beziehung zwischen Kate und Vincent geht, kommen in der zweiten Hälfte wesentlich mehr Probleme auf. Zwar hat man stellenweise doch den Eindruck, dass manche Entwicklungen zu einfach und zu schnell vonstatten gehen, aber die Autorin baut hier eindeutig mehr auf Spannung und schafft es auch, ihre Leser zu fesseln. Die Handlung erfährt stellenweise unerwartete Wendungen und sorgt dadurch für einige Überraschungen. Insgesamt ist die Handlung sehr geradlinig. Es werden kaum Details erwähnt oder Nebenstränge verfolgt, die für den Verlauf des Buches nicht von Bedeutung sind. Stellenweise hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen oder auch einfach nur einen abschweifenden Blick gewünscht.

Neben Kate, Vincent und Georgia beinhaltet das Buch noch viel mehr Charaktere, von denen die meisten sehr ausführlich gezeichnet sind und dem Leser greifbar werden. Manche der Figuren schaffen es, das Herz des Lesers zu gewinnen – andere hält man lieber auf Abstand. Sehr schade finde ich, dass Kates Großeltern kaum eine Rolle in diesem Buch spielen. Sie tauchen nur sehr selten auf und nur für kurze Zeit. Ich glaube, dass viel Potential in diesen beiden Charakteren steckt und hoffe, dass sie in den beiden Folgebänden noch öfters auftauchen und auch eine größere Rolle spielen werden.

Der Schreibstil der Autorin ist malerisch und schon fast poetisch. Amy Plum versteht es, mit Worten Bilder zu malen. Mir war es stellenweise etwas zu viel, aber eigentlich passt es zu der Handlungsumgebung und auch größtenteils zur Geschichte selbst. Auf jeden Fall liest sich das Buch leicht und flüssig und der Stil ist für ein Jugendbuch durchaus passend.

Der erste Band der Reihe um die Revenants ist durchaus abgeschlossen, aber es sind noch einige Fragen offen, die hoffentlich in den beiden Folgebänden beantwortet werden.

Mein Fazit:
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Ein guter Auftakt zu einer Reihe, die mit einer völlig neuen Idee aufwartet – stellenweise war die Handlung aber etwas zu kitschig und die Figuren einfach zu perfekt.


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