style="display:block"
data-ad-client="ca-pub-7783397286425302"
data-ad-slot="3580846517"
data-ad-format="autorelaxed">

Die Herren von Winterfell

Bild von gaensebluemche

Klappentext:
* * * * * * * *
Eddard Stark, der Lord von Winterfell, lebt mit seiner Familie im kalten Norden des Königreichs Westeros, und er weiß, dass der nächste Winter Jahrzehnte dauern wird. Als der engste Vertraute seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon stirbt, soll Eddard an dessen Stelle treten. Für die Zeit, die er am Königshof zubringen muss, überträgt Eddard die Herrschaft über Winterfell an seinen Erben Robb – während sich sein Bastardsohn Jon den Kriegern der Nachtwache anschließt. Doch Robert Baratheon ist nicht mehr der starke Herrscher, der er einst war, und um den Eisernen Thron scharen sich Intriganten und feige Meuchler. Eddard sieht sich plötzlich von mächtigen Feinden umzingelt und muss hilflos zusehen, wie seine vielköpfige Familie in alle Winde verstreut wird. Die Zukunft des gesamten Reiches Westeros steht auf dem Spiel...

Über den Autor:
* * * * * * * * * *
George Raymond Richard Martin, 1948 in Bayonne / New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte „Hugo Award“ verliehen. Sein mehrteiliges Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R. R. Martin lebt in Santa Fe, New Mexiko.

Allgemeines zum Buch:
* * * * * * * * * * * * *
„Die Herren von Winterfell“ ist der erste von insgesamt 10 Bänden der Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“. Im Original umfasst die Reihe fünf Bände, diese wurden für die deutsche Übersetzung aber jeweils geteilt. Und das schadet auch nicht, denn jeder Einzelband ist sehr umfangreich.

„Die Herren von Winterfell“ umfasst 573 Seiten und gliedert sich in einen Prolog, eine Vielzahl an Kapiteln, die nicht numeriert sind, sowie einen Anhang, in welchem Hintergrundinformationen zum Buch und seiner Handlung gegeben werden sowie ein Namensverzeichnis geführt wird. Abgerundet wird das Buch durch eine sympathische Danksagung des Autors. Als Überschrift tragen die Kapitel jeweils einen Namen der Person, mit der sich das jeweilige Kapitel beschäftigt.

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Vergangenheitsform.

„Die Herren von Winterfell“ ist im Januar 2010 als Taschenbuch mit Klappbroschur im Blanvalet Verlag erschienen. Die amerikanische Originalausgabe erschien 1996 unter dem Titel „A Game of Thrones“ (Pages 1-359 + Appendix) bei Bantam Dell, a division of Random House, Inc., New York. Ins Deutsche übertragen wurde das Buch von Jörn Ingwersen. Vollständig durchgesehen und überarbeitet wurde es von Sigrun Zühlke und Thomas Gießl.

Ein Wort muss ich unbedingt noch zur Gestaltung des Buches verlieren: Die Bücher sind in den neunziger Jahren schon mal erschienen, wurden jetzt von Blanvalet neu aufgelegt. Und sind die Cover nicht einfach großartig?! Sie sind so schlicht, aber gleichzeitig so auffällig und überzeugend gestaltet, dass die Bücher einfach nur toll aussehen im Bücherregal. Und das Besondere ist – im Inneren des Buches setzt sich die auffällige Gestaltung fort! Unter den Klappen des Covers und der Rückseite verstecken sich Karten des Königreichs, in dem die Handlung spielt. Diese sind in Braun- und Beigetönen gestaltet und passen einfach zur Gesamtgestaltung des Buches. Sehr schön!

Meine Meinung zum Buch:
* * * * * * * * * * * * * * *
Ich muss zugeben, dass ich Schwierigkeiten hatte, in das Buch hineinzufinden. Ich habe mich sehr stark am Klappentext orientiert, um erst einmal grob zu wissen, wovon das Buch handelt. Leider hat der Prolog gar nichts mit der Beschreibung im Klappentext zu tun und so war ich erst einmal ziemlich verwirrt. Dazu kommt, dass der Prolog sehr mystisch angehaucht ist, worauf ich gar nicht eingestellt war, weil ich schon von vielen gehört hatte, dass es sich bei der Reihe um sehr bodenständige Fantasy handeln würde. Auch nach Beenden des Buches ist mir noch nicht so ganz klar, welche Bedeutung der Prolog eigentlich hat. Aber vielleicht ergibt sich das ja nach Lesen des zweiten Bandes, da ja, wie gesagt, die Originalausgaben geteilt wurden.

Auch die ersten Kapitel haben mir noch sehr große Schwierigkeiten bereitet, in die Handlung hineinzufinden. Dem Leser begegnen sehr, sehr viele Charaktere, die mehr oder weniger ausführlich beschrieben und vorgestellt werden und bei denen man irgendwie auf Anhieb begreifen muss, wie sie miteinander zusammenhängen. Es gibt sehr viele und sehr große Familien, die durch Heirat oder auf andere Weise miteinander verbunden sind und die Verwandtschaftsverhältnisse werden zwar erklärt, aber man verliert bei der Vielzahl an Charakteren doch schnell den Überblick. Hilfreich ist dabei der Anhang, in dem sich ein Personenverzeichnis findet und aus dem sich auch die Zusammenhänge ergeben.

Ich habe dann mehr oder weniger drauf los gelesen, ohne mir wirklich Gedanken über die Zusammenhänge der Figuren untereinander zu machen, und das hat dann auch wesentlich besser funktioniert. Ich habe mich einfach auf die Geschichte eingelassen und nach circa 70 Seiten war ich dann auch endlich in ihr gefangen. Besonders gut gefallen hat mir, dass mit jedem neuen Kapitel eine andere Person im Vordergrund steht. Diese Hauptpersonen lernt man dann sehr schnell sehr gut kennen und nach Beenden des Buches habe ich schon einige Lieblingscharaktere gefunden. Besonders Bran, Tyrion, Arya und Sam haben es mir angetan.

Die Figuren sind allesamt so lebendig und greifbar beschrieben, dass ich schon nach kurzer Zeit aufgehört habe, sie in meinen Gedanken als Vetter oder Schwester von XY zu sehen. Vielmehr wurden die Charaktere schnell eigenständig und ich habe ihre Geschichte und ihre Bedeutung für das Buch gesehen. Besonders toll ist es dem Autor gelungen, für Überraschungen zu sorgen. Da denkt man, man hat eine Figur kennen gelernt und weiß, wie man sie einzuordnen hat – da handelt sie auf der nächsten Seite völlig überraschend und eigentlich wesensfremd und man weiß nun gar nicht mehr, wie man sie zu verstehen hat. Das ist zwar auf den ersten Blick verwirrend, zeigt aber eigentlich nur, wie viel Mühe sich der Autor mit seinen Charakteren gegeben hat.

Die Handlung des Buches ist durchweg sehr abwechslungsreich. Dass es sich bei dem Buch um den Teil einer Fantasy-Reihe handelt, merkt man ihm kaum an, da es sich wirklich um sehr bodenständige Fantasy handelt. Zwar werden ab und zu Drachen erwähnt und irgendwie ist ein leichter mystischer Hauch zu erahnen, aber das bleibt alles eher im Hintergrund. Das Buch spielt in einer mittelalterlichen Welt, die vom Autor sehr bildhaft und prächtig beschrieben wird und in der man sich schnell zurechtfindet. Auch da helfen im Notfall aber die Karten unter der Klappbroschur weiter. Die Handlung konzentriert sich sehr stark auf die zwischenmenschlichen Beziehungen. Das Buch lebt von Intrigen, Verrat, Lügen, aber auch von Liebe, Freundschaft und Zuneigung. Es umfasst sehr viele Handlungsstränge, die sich immer an den Personen orientieren, die in den Kapitelüberschriften genannt werden. Ich habe einfach manche Charaktere mehr lieb gewonnen als andere und so kam es, dass ich mich für manche Handlungsstränge mehr interessiert habe als für andere. Aber das ist natürlich reine Geschmackssache und sicher von Leser zu Leser unterschiedlich.

Besonders gut gefallen hat mir übrigens auch, dass Tiere eine große Rolle in diesem Buch spielen. Ich bin ein sehr großer Tierfreund und freue mich immer wieder, wenn ein Tier in einem Buch auftaucht. In diesem Fall sind es natürlich Pferde, aber auch ganz besondere und einzigartige Tiere: Wölfe! Diese spielen eine ganz besondere Rolle, die ich hier natürlich nicht verraten werde. Aber: Auch die Wölfe habe ich lieb gewonnen!

Der Schreibstil des Autors ist stellenweise schon fast poetisch, ansonsten sehr bildhaft und lebendig. George R. R. Martin versteht es, mit Worten Bilder zu malen und den Leser völlig in seiner eigenen Welt gefangen zu nehmen. Ich hatte großen Spaß dabei, mir vom Autor diese ganz besondere Geschichte erzählen zu lassen und freue mich schon sehr auf den zweiten Band der Reihe „Die Erben von Winterfell“.

Mein Fazit:
* * * * * * *
Ein ganz besonderes Buch, mit dem ich aufgrund der überwältigenden Vielzahl an Charakteren am Anfang etwas überfordert war, in das ich dann aber sehr schnell hineingefunden habe und das mir großes Lesevergnügen bereitet hat.


0