How to lose a life

Die Regentropfen fielen glasklar und zersprangen auf dem Gehweg zu meinen Füßen.
Der Wind hatte mir meine Kapuze vom Kopf geweht und nun legte ich den Kopf in den Nacken und schaute hoch in die dunklen Wolken. Nahm jeden Tropfen wahr, der auf meinem Gesicht landete.
Ich schloss die Augen und meine Hand schloss sich fester um den Schlüsselanhänger mit dem ich eine wichtige Person verband. Ich wusste nicht ob sie wirklich wusste wie wichtig sie mir gewesen war und ich wusste nicht, wie wichtig sie mir immer noch war. Doch ich wollte nicht zulassen, dass ein Augenblick gereicht hatte, alles zu ändern. Ich wollte sie nicht aufgeben.
Die Straße war verlassen, es war niemand außer mir hier. Ich war allein und das war verdammt noch mal falsch! Sollte sie nicht längst hier sein? Doch sie war es nicht.
Meine Lippen zitterten, aber wenigstens betäubte die Kälte die schmerzlichen Erinnerungen.
Am Ende der Straße tauchten Scheinwerfer auf und ich beobachtete, wie das Auto näher kam und vor mir hielt.Vielleicht, war sie der Engel, den ich brauchte. Vielleicht konnte sie mich aus diesem Albtraum retten.
Doch als die Tür aufschwang und ich mich auf den Beifahrersitz sinken ließ, floss die Hoffnung wie die Regentropfen durch einen Gully hinab -weit, weit weg von mir. >>Du erkältest dich, wenn du die Kapuze nicht für das benutzt, für das sie da ist. Nämlich dich trocken zuhalten.<<, sagte sie und schaute mich Stirn runzelnd an. Soviel zum Verständnis der richtigen Worte im richtigen Moment.
>>Ach , das ist doch egal.<<, gab ich zurück und schaute sie von der Seite an.
Ich fragte mich, was sich verändert hatte. >>Was hast du gemacht, dass ich dich in strömendem Regen zu so unchristlicher Zeit abholen muss?<< Es klang wie ein Vorwurf, und ich zuckte innerlich zusammen. >>Es tut mir leid. Du hättest nicht kommen müssen, vielleicht reagiere ich über.<<, fügte ich unsicher hinzu.
Sie schaffte es, dass ich mich lächerlich fühlte, wegen so etwas bei ihr angerufen zu haben.
>>Es tut mir wirklich leid.<<, wiederholte ich tonlos, um meine Empörung zu unterdrücken.
Sie war zwar meine beste Freundin, aber durfte ich wirklich solche Privilegien mir gegenüber von ihr verlangen? Eine kleine Stimme flüsterte, dass es in einer Freundschaft, selbstverständlich war auch zu geben. Doch ich war mir unsicherer geworden in den letzten Tagen. Schließlich sollte ich ihr genau das geben, was sie auch mir schenkte. Aber ich hatte das Gefühl, dass sie mich nicht brauchte. Vielleicht hatte das unsere Vertrautheit abhanden gehen lassen.
>>Ach vergiss es, es ist spät. Ich habe es nicht so gemeint. <<, seufzte sie, doch es vermochte nicht die Wand zwischen uns aufzulösen. >>Äh… soll ich dich nachhause bringen? << Ich nickte nur stumm und starrte aus dem Fenster. Wünschte einfach ein Taxi bestellt zu haben, als sie vom Bordstein wegfuhr. Ich machte das Radio an, um die unangenehme Stimmung erträglicher zu machen und der Sänger von The Fray trällerte sanft:
Where did I go wrong,
I lost a friend…
Ich schluckte schwer und schaute auf einen Schlüsselanhänger hinab, den mir meine ehemalige beste Freundin geschenkt hatte...
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