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Das Land der verlorenen Träume

Bild von Nadja_13

Das Land der verlorenen Träume - Caragh O'Brien

zum Inhalt:
Gaia ist die Flucht aus der Enklave gelungen, doch nun irrt sie durch das Ödland und weiss nicht wohin. Sie und ihre kleine Schwestern sind fast verhungert, als ein Fremder auftaucht und die beiden in ein Dorf mitnimmt. Doch schon schnell merkt sie, dass das Dorf Sylum nicht die erhoffte Rettung ist und sie steht vor der Entscheidung zurück ins Ödland zu gehen oder im Dorf zu bleiben und sich den dortigen Regeln anzupassen. Da sich Gaia bewusst ist, dass sie und ihre Schwester im Ödland nicht lange überleben könnten, beschliesst sie im Dorf zu bleiben, obschon ihr da ihre Schwester weg genommen wird, da man glaubt sie könne sich nicht genug gut um sie kümmern. Und Babys, besonders Mädchen, sind in Sylum sehr wertvoll, denn das Dorf stirbt aus, es gibt fast keine Frauen mehr und seit Jahren sind fast nur noch Jungen geboren. Dennoch wird das Dorf von den einer Frau, der Matrarch regiert und die Frauen haben dort die Macht. Für Gaia ist es schwierig sich in die Gemeinschaft einzufügen, da sie mit vielem, was im Dorf geschieht nicht einverstanden ist und so macht sie sich schon schnell eine mächtige Feindin. Doch Gaia wäre nicht Gaia, wenn sie so schnell aufgeben würde...

meine Meinung:
Am Anfang des Buches hatte ich etwas Zweifel, ob es die Autorin schafft an den ersten Band anzuknüpfen. Einerseits inhaltlich, aber auch emotional. Zudem hatte ich auch Angst, dass ich nicht mehr in die Geschichte finden könnte, da es ja ein ganzes Jahr her war, seit ich den ersten Teil gelesen hatte. Beide Sorgen stellten sich glücklicherweise als unbegründet. Innert kürzester Zeit habe ich zurück in die Geschichte gefunden, die etwa zwei Wochen nach Gaias Flucht aus der Enklave anknüpft.

Auch dieses Mal hat es die Autorin geschafft eine Welt bzw. eine Gesellschaft zu schaffen, in der so einiges nicht in Ordnung ist, die man aber irgendwie dennoch verstehen kann. Beide Seiten glauben zu tun, was das Beste für die Gemeinschaft ist und so gibt es keine klare Einteilung zwischen Gut und Böse. Beide Seiten haben gute Gründe für ihr Handeln, aber dennoch ist heiligt der Zweck die Mittel nicht und auch wenn alle nur das Beste für das Dorf wollen, gibt es einfach Methoden die Falsch sind. So konnte ich als Leser ein weiteres Mal mitverfolgen, wie Gaia sich gegen ein System auflehnt und für Gerechtigkeit kämpft. Anders als man nach diesem Satz vermuten könnte, gibt es in Das Land der verlorenen Träume aber eher weniger Action und wirklich, also physisch, gekämpft wird auch nicht wirklich. Dennoch fehlt es der Geschichte nicht an Spannung, denn Auflehnung gegen das System ist nicht das einzige wovon die Geschichte handelt. Gleichzeitig versucht Gaia nämlich auch noch das Geheimnis, weshalb in Sylum (fast) nur noch Jungen geboren werden, aufzuklären und auch das Geheimnis um die Schwellenkrankheit, die die Leute befiehlt, die versuchen das Dorf zu verlassen, ist vor ihr nicht sicher.
Ein weiteres Thema, welches auch nicht vernachlässigt wird ist die Liebe. Bei dieser Gelegenheit lernt man auch noch zwei sehr sympathische neue Charakter kennen und spätestens wenn mein Lieblingscharakter aus dem ersten Teil wieder auftaucht, befindet sich Gaia mitten im Liebeschaos.

Unsere Liebe Gaia ist noch genau so, wie wir sie aus dem ersten Teil kennen. Durch und durch Hebamme und dazu äusserst Stur. Da sie fest an ihren Prinzipen glaubt hat sie zuerst auch ziemlich Probleme sich in Sylum einzuleben. Das man ihr ihre kleine Schwester Maya weggenommen hat, hat sie sehr mitgenommen und ich fand es wirklich rührend, wie sie um Maya, die ja noch ein Baby ist, gekämpft hat. Obwohl sie so gegen Mitte des Buches einmal ein bisschen ihren Kampfgeist verloren hat, was ich schade fand.
In Sachen Liebe ist Gaia noch ziemlich unerfahren und besonders ist es neu für sie, dass gleich mehrere Jungs Interesse an ihr zeigen. Deshalb ist es auch durchaus verständlich, dass sie sich in dieser Hinsicht etwas ungeschickt verhält. Für mich hat es sie nur noch sympathischer gemacht.

Gaia ist aber bei weitem nicht der einzige interessante Charakter. Mein Liebling aus dem ersten Teil kommt beispielsweise auch wieder vor und ganz ehrlich, ich liebe ihn noch immer. Die Rede ist natürlich von Leon Grey, er ist genauso stur, wie Gaia, was dazu führt, dass sie beiden manchmal ziemlich aneinander geraten. Dennoch finde ich, dass die beiden einfach zusammen gehören und füreinander bestimmt sind.
Eine Sache, die ich an Caragh O'Brien wirklich bewundere ist, dass sie es schafft, selbst die "Bösewichte" irgendwie sympathisch oder zumindest einzigartig gemacht. So war die Matrarch eine meiner liebsten Figuren.

Das Cover finde ich jetzt nicht so besonders, es ist zwar hübsch, passt aber wie so oft nicht zur Geschichte. Ausserdem ist es dasselbe, wie bei ersten Band, nur gespiegelt und in einer anderen Farbe, was ich ein bisschen schade finde. Ich fände es schöner wenn nicht immer das gleiche Motiv wäre, ein Vorteil ist aber, dass so die Cover zumindest gut zusammen passen.
Den Titel finde ich dieses Mal passender, als bei Die Stadt der verschwundenen Kinder, zudem klingt das Land der verlorenen Träume irgendwie total schön, weshalb ich den Titel gelungen finde.

Fazit:
Eine absolut gelungene Fortsetzung, nur in der Mitte des Buches hängt die Geschichte ein bisschen durch, ansonsten ist sie einfach nur toll.

8,5/10*

Buchinfos:
Titel: Das Land der verlorenen Träume
Autor: Caragh O'Brien
Verlag: Heyne Verlag
Erschienen: 20. Februar 2012
Seitenzahl: 464 Seiten
Gebundene Ausgabe

Autoreninfos:
Caragh O’Brien wuchs in Minnesota auf und studierte Literatur und Kreatives Schreiben. Nach dem Studium begann sie als Highschool-Lehrerin zu arbeiten und entdeckte nebenbei die Freude am Schreiben. »Die Stadt der verschwundenen Kinder« ist ihr erstes Jugendbuch und hat in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien viel Aufsehen erregt. Caragh O’Brien ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit ihrer Familie und zwei Wüstenrennmäusen in Connecticut.


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