Heaven Teil 5

Bild von Windprinzessin

Den Weg zur Schule verbringt sie, wie gewohnt, wie in Trance. Erst kurz vor der Schule wird sie aus ihrer Lethargie gerissen. Und zwar indem sie plötzlich über einen Gegenstand stolpert. Erschrocken nimmt Leah die Kopfhörer aus den Ohren und schaut herunter, um nachzusehen, was dieses geheimnisvolle etwas war. Zu ihren Füßen sitzt ein Junge. Er mag wohl in ihrem Alter sein, allerdings unterscheidet er sich optisch stark von allem, was sie bisher in ihrem Jahrgang gesehen hat. Er trägt zerfetzte, schwarze Hosen, ein schwarzes Muskelshirt und Boots. Seine äußerst fragwürdige Frisur und die zahlreichen Piercings machen ihren ersten Eindruck nicht besser. Sie ist aufs äußerste verwirrt und weiß zunächst gar nicht, was sie sagen soll. Der Junge mustert sie von oben bis unten und sagt dann ruhig: „ Hey junge Dame, immer langsam. Du könntest jemanden verletzen.“ Leah schnaubt. Das ist ja typisch. Jetzt gibt er auch noch ihr die Schuld an dem Zusammenstoß. „ Tut mir ja leid, dass ich dich gestört habe, aber was erwartest du bitte, wenn du dich mitten in der Stadt auf den Gehweg setzt, als wäre er eine verdammte Kneipe, oder so!“, faucht sie ihn an. Ungläubig sieht sie, dass der Junge über ihre Reaktion in lautes Gelächter ausbricht. „ Und was bitte ist daran komisch?“ Ihre Laune konnte sein Gekicher jedenfalls nicht verbessern. „ Ich weiß auch nicht“, der Junge schnappt nach Luft. „ Ich finds einfach nur total lustig, wie du dich grad darüber aufregst. Schließlich hast du mich umgerannt.“ Leah verdreht genervt die Augen und marschiert, ohne ihn nur noch eines Blickes zu würdigen, weiter. Nicht, dass ihre Reaktion ihn davon abgehalten hätte ihr weiter auf die Nerven zu gehen. Sie ist noch keine drei Meter weit gelaufen, als er auch schon wieder neben ihr ist und sie freundlich anlächelt. „ Ich bin übrigens Trace.“ Sagt er überflüssigerweise. „ Schön“, antwortet Leah. „ Und ich nicht interessiert.“ Erneut schleicht sich das dämliche Grinsen in das Gesicht von Trace. „ Du machst einen sehr schlechten ersten Eindruck, weißt du das eigentlich?“ Leah ist sich nicht sicher, ob sie weinen oder ihm gepflegt in den Hintern treten soll. „ Und du glaubst, du bist da besser?“ Trace zuckt mit den Schultern: „ Keine Ahnung, aber ich bin zumindest freundlich zu der Person, die mir gerade beinahe sämtliche Piercings aus dem Gesicht gefetzt hätte.“
„Mein Name ist Leah. Zufrieden?“ „ Fast.“ Leah stöhnt auf: „ Was denn noch?“ Dieser Kerl besitzt so viel Frechheit, dass es schon fast wehtut. „ Hey Trace, warte mal!“ , unterbricht eine fremde Mädchenstimme das Szenario. Hinter ihnen taucht eine schlanke Blondine auf. Sie trägt unglaublich hohe Schuhe und einen Rock, der so kurz ist, dass man ihn problemlos als Gürtel verwenden könnte. Als Trace sie sieht, verdreht er die Augen: „ Was gibt’s, Marisol?“ Leah kann sich ein Lachen kaum verkneifen. Nun ist er derjenige, der genervt wird. Ohne ein Wort des Abschieds läuft sie in das, nun vor ihnen liegende Schulgebäude und überlässt ihn seinem Schicksal.


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