Der Knochenmann

Der Knochenmann
Dies ist mein Beitrag zum „Gestört- Wettbewerb“ Es ist eine moderne Neufassung, des Märchens „Gevatter Tod“ und wurde damals von den Gebrüdern Grimm verfasst. Einen Link, zur ursprünglichen Version der Geschichte, findet ihr am Ende meines Textes. Euch allen wünsche ich viel Spaß beim lesen ;)
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Trübsinnig sah ich in mein Glas. Mein Gesicht wiegte sich in Sorgenfalten, während ich den Rest meines Getränks herunter kippte. 30 Jahre alter Scotch, in alten Eichenholzfässern gereift, las ich von dem Etikett der Flasche, welche auf meinem abgewetzten Tisch stand. Dort in der Dunkelheit saß ich. Bemitleidete mich. Wer ich bin? Ein über 40 Jahre alter Spieler, der sein letztes Geld verzockt und sich seinen letzten Tropfen hinter die Binsen gekippt hat. Ein Taugenichts, der nichts in seinem Leben erreicht hat und in seiner feuchten Wohnung vor sich her schimmelt. Der Grund, warum ich hier sitze, in meiner von Kakerlaken verseuchten Wohnung, ist einfach. Kinder. Zwölf kleine Bastarde haben durch mich das Licht der Welt erblickt. Allesamt so dumm, wie Bohnenstroh. Genauso, wie ihre Mütter. Ich meine, welche Frau, die noch bei klarem Verstand ist, lässt sich auf einen Typen ein wie mich ein? Genau 13 Stück.
Ja, ihr habt schon richtig verstanden. 13 Stück. Heute in aller Frühe, hat meine dreizehnte „Freundin“ ein Kind zur Welt gebracht. Mein Kind,... schon wieder. Ich sollte der glücklichste Mann der Welt sein, doch irgendwie... bin ich´s nicht. Vielleicht könnte es daran liegen, dass meine zwölf
anderen Kinder die Intelligenz einer Gurke besitzen. Einer verschimmelten Gurke, versteht sich. Sie alle sind genauso große Versager, wie auch ihr Vater. Was für eine Ironie, dachte ich mir und erhob mich von meinem Stuhl, auf dem ein Abdruck meines Hinterteils zu sehen war. Ich rückte meine Unterwäsche zurecht, die mir bis in die Arschfalte gerutscht war, stellte mein Glas auf dem wackligen Tisch ab, auf dem auch die leere Schnapsflasche stand. Plötzlich ein Klirren. Mein Glas war vom Tisch gerutscht, welcher gut 20% Schieflage hatte. Warum ich mir diesen Tisch überhaupt gekauft habe? Ich habe nicht den geringsten Schimmer. Genervt latschte ich
zum Tisch hinüber. Glas knirschte unter meinen Schuhen.
„Ach, scheiße.“ ,sagte ich und zog eine Jogginghose an, bevor ich hinaus, in die kalte Nacht schritt. Der Lärm New Yorks peitschte mir sofort entgegen. Immer weiter entfernte ich mich von dem billigen Motel, dass ich mein Zuhause nannte, vorbei an Bergen aus Müll, hindurch, durch beängstigende Gassen und Häuserblocks. Ich kam an einer Kirche vorbei und starrte auf den, mit Kaugummis verklebten, Boden. Plötzlich ein Flüstern.
„Hey, du. Ja, du mein Sohn. Nein, hier oben.“ ,hörte ich eine leise, jedoch mächtige Stimme sagen. Ich sah nach oben. Direkt über mir hing ein Kreuz. Ich entfernte mich ein Paar Schritte vom Eingang der
Kirche, rückte meine verschließende Wollmütze zurecht und starrte das marmorne Kreuz an. An diesem hing eine halb nackte Figur, welche mir Nägeln im Körper daran festgetackert war.
Ich starrte das Kreuz an, doch das einzige, was ich sehen konnte, waren ein Paar Tauben, die darauf dösten und ab und zu mal einen weißen Haufen, in vorm eines Klecks darauf abließen. Als ich gerade wieder weggehen wollte, hörte ich erneut die Stimme, die nach mir rief. Es war der Mann, der am Kreuz hing.
„Guten Morgen.“ Sagte er mit einer freundlichen Stimme und einem Lächeln im Gesicht. Ich erschrak, verlor das Gleichgewicht und knallete
unsanft auf den Boden. Allerdings federte mein Kopf den Sturz ab. Als ich wieder klar bei Sinnen war und ich wieder deutlich sehen konnte, rappelte ich mich langsam wieder auf. Das Männchen am Kreuz lächelte mir allerdings immer noch entgegen.
„Wer, wer zur Hölle sind sie?!“ ,fragte ich den kleinen Mann.
„Ich bin Gott!“ ,rief dieser zu mir herunter.
„Ja, genau und ich bin Abraham Lincoln. Nein, jetzt ohne Scheiß, was soll denn die ganze Aktion hier? Sind sie vom Fernsehen? Wo ist die Kamera?“ ,fragte ich schnippisch und sah mich energisch um.
„Ich bin Gott und wir müssen über deinen Sohn sprechen.“ ,erklärte mir der Mann am Kreuz und seine Miene verfinsterte sich.
„Meinen Sohn? Was wollen sie von ihm?“
„Ich will sein Pate werden.“
Ich lachte einmal auf.
„Sie wollen der Pate meines Kindes werden? Warum bei Gottes Namen, sollte ich meinen Sohn, so einem wie ihnen anvertrauen? Jemandem, der halb nackt von einem Kreuz herunter baumelt?“ ,fragte ich skeptisch.
„Wo wäre ihr Sohn besser aufgehoben, als bei mir, dem lieben Gott?“
„Ich habe meine eigene Vorstellung von Gott. Gott lässt arme Menschen nicht hungern und reiche Menschen sich amüsieren. Sie sind nicht der richtige Pate für mein kleines Kind.“ ,erläuterte ich Gott und ging meines Weges, wobei ich nicht auf seine Nachrufe achtete. Ich bog erneut ab. In eine dunkle Gasse führte mich mein Weg. Dampf stieg aus den Kanalisationsdeckeln,
Ratten fraßen sich durch die geöffneten Mülltonnen. Streunende Katzen hörte man fauchen und einen Hund bellen, welcher den großen und hellen Vollmond ansah. Dann plötzlich ein Geräusch aus einer der finsteren Gassen neben mir. Zwei, hellrot glühende Augen, die mich voller Bosheit anstarrten und mir immer näher kamen. Näher und näher, bis sie in das gedämmte Licht einer flackernden Laterne traten. Es war ein junger Mann, in einem schwarzen Smoking und feuerroten Haaren. Länglich waren seine Ohren und zwei kleine Hörner zierten seine Stirn.
Die Lippen schwarz wie Pech, welche eine qualmende Zigarre umschlossen. „Wer sind sie? Was wollen sie von mir?“ ,fragte ich ihn, wie aus der Pistole geschossen.
„Ist das nicht offensichtlich? Ich bin der Teufel und ich will deinen Sohn, zu meinem Patenkind machen. Anders gesagt, ich möchte sein Pate sein.“ ,erklärte der Teufel und zog ein letztes mal an seiner Zigarre, bevor er sie auf den Boden warf und mit seinen schwarzen Lackschuhen ausdrückte.
„Neeein, sie werde ich bestimmt nicht zu dem Paten meines Kindes machen! Sie sind das Böse in Person!“ ,schrie ich und ging einige Schritte zurück. Der Teufel sah mich finster an und sein Körper begann zu beben. Ich lief davon, doch der Teufel folgte mir. Seine vor Wut, rot kochenden Augen leuchteten hinter mir, in der Dunkelheit. Ich rannte, so schnell mich meine Beine trugen, doch des Teufelsaugen kamen mir immer näher. Ich vernahm ein Reißen hinter mir, gefolgt von einem diabolischen Geheul. Ich blickte zurück. Der Teufel hatte sich in eine Art Hund verwandelt. In einen Höllenhund. Sein muskulöser Körper trieb ihn schnell voran. Wild flatterte sein pechschwarzes Fell im Wind. Ich hatte das Gassenende fast erreicht. „Nur noch ein Paar Meter.“ ,dachte ich mir und erbrachte noch ein letztes mal Höchstleistungen. Der Teufel setzte zu einem verzweifelten Sprung an. Er drückte sich mit seinen starken Beinen vom Boden ab und flog mir, mit geöffneten
Maul, entgegen.
„Dein Kind gehört mir!“ ,brüllte er, als er mich fast erreicht hatte. Plötzlich stoppte ich. Der Teufel flog über mich hinweg und landete vor einem hupenden Bus. Ekelhaft warmes Blut spritzte auf meinen ganzen Körper. Benommen taumelte ich über die Straße. Mein Brustkorb bebte vor Anstrengung. Der Bus hatte ein Paar Meter weiter gehalten und der Busfahrer sah sich mit entsetzen
die riesige Beule in seinem Vehikel an. Vom Teufel jedoch war keine Spur zu finden. Er war einfach verschwunden.
Benommen taumelte ich weiter, die Straße hinunter. Blut tropfte von meiner Kleidung.
„Ich sollte wirklich aufhören, so viel zu trinken.“ ,dachte ich mir und stolperte an einem großen, luxuriösen Hotel vorbei. Vor dem Eingang des Hotels, stand ein Portier in grüner Kleidung und einem ebenso affigem Hütchen, welcher
mich freundlich begrüßte. Ein Paar Meter weiter, konnte ich einen Krankenwagen entdecken.
In diesem lag ein Mann auf einer Trage. Sein Körper, bis zur Unendlichkeit entstellt.
Große Fleischbrocken hingen von ihm hinunter.
„Was mag diesen Mann nur derartig zugerichtet haben?“ ,fragte ich mich selbst und blieb einen Moment stehen. Die Ärzte standen immer noch in der Nähe des Wagens und schüttelten traurig die Köpfe, als ich sie ansah. Es lag auf der Hand. Dieser Mann war tot. Getrübt und niedergeschlagen zog ich am Krankenwagen vorbei und ging weiter die Straße herunter. Plötzlich eine Art matschiges Patschen hinter mir. Ein zaghaftes ein- und ausatmen direkt in meiner Nähe. Ich wagte es nicht mich umzudrehen, bis eine kalte, zerfleischte Hand meine Schulter berührte. Erschrocken drehte ich mich um. Eine Tat, die ich bis heute bereue. Hinter mir stand der zerfleischte Mann, mit geöffnetem Mund. Steif sahen mich seine Augen an, dessen Muskelstränge zu sehen waren. Eine schleimige Spur aus Blut und Fleischklumpen hatte er hinter sich hergezogen. Ähnlich, wie eine Schnecke, die über ihre Schleimspur hinweggleitet. Wie angewurzelt stand ich da. Den Menschem, oder mehr die Kreatur, immer im Blickfeld. Blut, so rot wie Wein, floss aus seinem gesamten Körper, während er mir immer näher kam, bis wir uns Angesicht zu Angesicht gegenüber standen.
„Wer sind sie und was wollen sie von mir?“ ,fragte ich den zerfleischten Mann, welcher mich wie hypnotisiert anstarrte, sodass es fast schon unangenehm war.
„Wer ich bin?“ ,sagte der Mann und Blut spritzte aus seinem Mund, direkt in mein Gesicht.
„Oh, Pardon.“ ,entschuldigte sich der Mann und wischte mir das Blut aus dem Gesicht, wobei er eine noch viel längere Blutspur zurück ließ. Ein frösteln übermannte mich und schüttelte meinen ganzen Körper durch.
„Ich bin der Tod.“ ,antwortete der Mann schließlich auf meine Frage.
„Der Tod?“ ,fragte ich ihn überrascht. „Wissen sie, heute überrascht mich gar nichts mehr.“ ,sagte ich kühl und wurde wieder etwas lockerer. „Und was wollen SIE von mir?“ ,fragte ich etwas gereizt, denn ich wusste die Antwort schon.
„Ich will der Pate ihres Sohnes werden.“ ,erklärte der Tod und sah mich so freundlich an, wie es ihm unter seinen Verstümmelungen, überhaupt möglich war.
„Wissen sie, ich denke sie haben das Herz... sie haben doch ein Herz? Ach, egal, ich denke ich werde sie in die nähere Auswahl ziehen, doch sagt mir, warum sollte ich eben sie als den Paten meines Kindes wählen?“
„Egal ob arm, oder reich, bei mir landet schließlich jeder. Ich behandle jeden, als den gleichen Menschen.“ ,prahlte der Tod.
„Naja, ich weiß ja nicht...“ ,sagte ich und grübelte nach.
„Bitteee.“ ,sagte der Tod und versuchte einen Hundeblick, doch er verstörte mich eher, als das er mir bei meiner Entscheidung half.
„Nun gut, ihr werdet der Pate meines neuen Kindes sein.“ ,antwortete ich ihm mit einem Lächeln im Gesicht und schlug in seine matschige Hand ein.
So vergingen viele Jahre und der dreizehnte Sohn wuchs auf, wie ein normaler Junge, mit einem Unterschied. Er hatte den Tod als Paten, an seiner Seite. So kam schließlich der Tag, an dem der Sohn alt genug war, um in die Dienste des Todes zu treten. Dafür traf der Junge ihn auf einem Friedhof, der an eine Kirche mündete. Dort angekommen erwartete der Tod schon seinen Schützling, mit seinem Hab und Gut. Seiner rostigen Sense und seinem schwarzen Mantel, welcher seinen Körper, bis zu den Füßen, in ein mysteriöses schwarz tauchte. Der Körperliche zerfall des Todes hatte in diesen Jahren allerdings nicht gestoppt. Von ihm waren nur noch die Knochen übrig, die im kalten Wind klapperten und an ein lustiges Windspiel erinnerten.
„Hast du es also doch noch rechtzeitig geschafft.“ ,sagte der Tod zu seinem Schützling und sah ihn mit strenger Miene an, was nicht so leicht ist, wie man zuerst denken mag, denn immerhin hatte der Tod weder Wangen, noch buschige Augenbrauen, die er zu einer verärgerten Grimasse ziehen konnte.
„Ja, der Verkehr war echt übel. So ein Idiot meinte, er müsste mich doch glatt anpöbeln, also...“ sagte der junge Mann, doch der Tod schnitt ihm das Wort ab.
„Schweig still!“ ,rief er in die Nacht hinaus. Das hätte er aber besser nicht getan, denn nun hatte er sich seinen Kiefer ausgerenkt, welcher nun in lustigen Bewegungen hin und her baumelte.
Der junge Mann musste sich ein lautes Lachen verkneifen. Mit einem festen Stoß renkte der Tod seinen Kiefer wieder ein und zeigte seinem Schüler, mit seinem knochigen und ausgebleichten Finger, dass er ihm doch bitte folgen sollte. Sie gingen zu einem alten und knorrigen Baum, wobei der Tod mehrere Flüche ausstieß. Am Baum angekommen gebot der Tod dem Mann zu stoppen. Dieser blieb auf der Stelle stehen und sah dem Tod neugierig entgegen.
„Es ist so weit. Seit 18 Jahren bin ich nun dein Pate und nun, kannst du endlich etwas für mich tun.“ ,tönte der Tod und sah den Mann mit seinen, nicht vorhandenen, Augen an.
„Du, mein lieber Freund, wirst zusammen mit mir, über Tod und Leben entscheiden, wobei ich allerdings stehst die Entscheidung fälle. Du bleibst weiterhin nur der Gehilfe.“ ,erklärte der Tod etwas respektlos und ging auf den Mann zu.
„Wenn du mich so behandelst, warum sollte ich dir dann helfen?“ ,fragte der stattliche, junge Mann etwas verärgert.
„Weil,...“ ,sagte der Tod und schlich wie eine schnurrende Katze um den Mann herum.
„Weil, dich diese Arbeit reich und berühmt machen wird.“ ,erklärte der Tod und berührte mit seiner linken Knochenhand, die rechte Schulter des Mannes.
„Wie darf ich das verstehen?“ ,fragte der Mann als Antwort. Der Tod holte tief Luft und entfernte sich ein Stück von dem tugendhaften Recken, wobei er allerdings seine Knochenhand auf seiner Schulter vergaß. Erst nach ein Paar Schritten fiel es ihm auf und er ging grollend zu seinem Schützling zurück, packte seine Hand und steckte sie wieder an sein Handgelenk, wobei er ordentlich fluchte.
„Das Prinzip ist sehr einfach.“ ,erläuterte der Tod seinem Schüler, nachdem er sich wieder gefasst hatte.
„Du gehst, zusammen mit mir, zu den Kranken. Wenn ihre Zeit gekommen ist, werde ich am Fußende ihres Bettes stehen. Wenn sie allerdings noch etwas Zeit haben und weiter leben sollen, stehe ich an dem Kopfende. Falls dieser Fall eintritt, kommst du ins Spiel. Du verabreichst ihnen etwas von diesem Elixier hier und sie werden wieder gesund. Betrügst du mich allerdings, so nehme ich dich aus wie einen Fisch und säubere mir, mit deinen Sehnen, meine Zahnlücken.“ ,erklärte der Tode seinem Lehrling und übergab ihm ein kleines Fläschchen, welches in der Innentasche seines Mantels verborgen lag. Der junge Mann nahm das Fläschchen etwas skeptisch entgegen und als er las, was darauf geschrieben stand, zweifelte er ernsthaft an den Worten des Todes.
„Das ist Hustensaft.“ ,sagte der junge Mann verwundert.
„Und zwar der beste vom besten.“ ,antwortete der Tod begeistert.
„Sie meinen das ernst, nicht?“ , wollte der junge Mann wissen und hob ungläubig eine seiner buschigen Augenbrauen.
„Todernst.“ ,antwortete der Tod und kicherte, fast stumm, in sich hinein.
Schon bald begrüßte der junge Mann seinen ersten Kunden. Der Tod erfüllte seine Aufgabe uns stellte sich an das Kopfende des Bettes. Der Mann gab dem Kranken einen Schluck des Hustensaftes und schon bald war dieser wieder völlig genesen. So verbreiteten sich rasch seine Qualitäten, als Wunderheiler. Dann allerdings, erkrankte der damalige Präsident, der Vereinigten Staaten von Amerika, schwer. Keiner seiner Leibärzte konnten ihm helfen, aus diesem Grund beorderten sie denn jungen Mann nach Washington, in das Weiße Haus. Der junge Mann erfüllt seinen Part, jedoch, stellte sich der Tod auf die Fußseite des Bettes, des Präsidenten. Er konnte ihn nicht sterben lassen, er konnte es einfach nicht. Aus diesem Grund verabreichte er dem Präsidenten einen Schluck des Hustensaftes, worauf er bald wieder völlig genesen war. Da er allerdings gegen den Willen des Todes gehandelt hatte, musste sich dieser vor ihm verantworten. Der Tod sah über seine Tat hinweg, aber auch nur, weil der junge Mann sein Patenkind war. Er gab ihm noch eine Chance. Eine weitere hatte er nicht. Doch bald schon, erkrankte die Liebe seines Lebens. Der Mann war verzweifelt. Der Tod wollte ihren Tod, doch für ihn war es ein Interessenskonflikt, sie zu töten. Er gab ihr einen Schluck des Hustensaftes, worauf der Tod vor Zorn tobte. Er beorderte seinen Schützling zurück auf seinen Friedhof. Als der Mann dort ankam, stieß des Tod ihn, in ein frisch ausgehobenes Grab, als dieser ihm den Rücken zukehrte. Bei lebendigem Leibe verbuddelte er ihn im Schlamm seines feuchten Grabes.
Das Original: http://www.sagen.at/texte/maerchen/maerchen_deutschland/allgemein/gevatt...
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