Träume können wahr werden...

War es schon soweit? Haven konnte es nicht erwarten, sich nach dem Frühstück wieder an ihr Fenster zu setzen. Als sie aufgewachte, war es draußen noch dunkel gewesen und so hatte sie weder ihren kleinen Bach am Ende der Straße gesehen, noch ihre heiß geliebten Kirschbäume die den kleinen Pfad, der Flussaufwärts zu den Bergen führte, begleiteten. Monatelang waren dort nur kahle Äste und silbrig leuchtender Schnee gewesen. Doch schon seit einiger Zeit wurde aus dem Schnee eine matschige braune Suppe bis er irgendwann ganz verschwand. Von diesem Tag an hatte Haven gefühlte 100 Jahre an dem Fenster gesessen und hatte auf die Rückkehr der zartrosa Blüten gewartet.
Als ihr Vater, übrigens ein sehr mächtiger Lord, sie heute Morgen fragt warum sie immer wieder auf ihrem Stuhl hin und her wackelte, hatte Haven nur hastig mit den Schultern gezuckt. Doch in Wirklichkeit war ihr fast übel vor Ungeduld. Denn als sie heute Morgen das Bett verließ, hatte sie ein komisches Kribbeln in den Zehspitzen. Erfahrungsgemäß kam etwas Derartiges nur in zwei Fällen vor: Entweder würde heute etwas Besonderes passieren oder Es würde anfangen zu Gewittern. Das zweite schloss sie aus. Also durchfuhr sie das ungeduldige alle paar Sekunden am Tisch. Und als auch die letzten quälenden Minuten verstrichen waren, schoss sie wie ein Pfeil die alte Eichentreppe hoch, rannte durch den frisch gewischten Flur und riss mit aller Hoffnung die sie in ihrer Ungeduld aufbringen konnte die Zimmertür auf. Ein erleichterter Seufzer entfuhr Haven. Die Sonne schien so hell und klar, das es ihr Vorkam als würde diese Lachen.
Schnell lief sie an ihr Fenster. Alles war perfekt. Das Gras hatte ein sattes hellgrün und auf den einzelnen Grashalmen hatten sich glänzende Tautropfen gesetzt. Das Holz der Bäume war dunkel vom leichten Morgenregen, aber trotzdem so edel als hätte er sich extra für Haven herausgeputzt. Und da war das Allerbeste: Die zartrosa kleinen Kirschblüten, die den Baum wie kleine Meere bedeckten.
Wie schön es doch aussieht, dachte Haven voller Freude, Endlich ist alles Perfekt.
Haven öffnete ihr Fenster. Der Duft war geradezu überwältigend. Sie roch alles. Den frischen Tau, der langsam von den Blättern perlte. Den angenehemne aber auch stickigen Geruch vom nassen Holz. Und der einzigartige Duft von süßen, etwas feuten Kirschblüten. Haven schloss die Augen und nahm ein paar kräftige Atemzüge. Ja, dieser Tag würde Wundervoll werden. Vielleicht auch besser. Es dauerte bis Haven endlich ihr Augen öffnete und voller Vorfreude in die Sonne blinzelte. Als sie sich einen Blick in den Hof gestattete, zog etwas rotglänzendes ihre Aufmerksamkeit auf sich. Haven kniff die Augen zusammen und versuchte angestrengt etwas zu erkennen, aber vergebens. Die Sonne reflektierte das Licht einfach zu stark. Kurzerhand raffte Haven sich auf und stapfte neugierig in den Hof. Während sie Mägde und Diener hinter sich zurücklies wurde ihr Neugier immer größer. Endlich war sie im Hof angekommen. Sie schaute sie um. Wo war dieses Etwas, das eben noch gesehen hatte?
Sie ließ den Blick schweifen. Nach ein paar Minuten die ausreichten einen kleinen Anflug Panik bei Haven auszulösen, sah sie dieses Etwas in der Nähe der Ställe liegen. War es wirklich soweit weg gewesen?
Nichtsdestotrotz lief Haven schnurstraks quer über den Hof und staunte nicht schlecht, als sie bei eienr kleinen Senke kurz vor dem Ställen haltmachte. Ein kleiner dunkelroter Rubin funkelte in einer reich verzierten, schon etwas dunkel angelaufenen Silberfassung. Vorsichtig ging Haven in die Knie. Sie hab das kleine Amulett behutsam auf und betrachtete es. Schnell wüschte sie den letzten Rest Schlamm von dem kleinen Stein und hielt ihn wieder in die Sonne. Plötzlich funkelte der Stein so hell, dass Haven ruckartig die Augen zukniff. Durch die hecktische Bewegung drehte sich das Amulett in Haven Hand. Als Haven die Augen langsam und blinzelnd wieder öffnete, war der rote stein verschwunden und die Rückseite des Amuletts war zum Vorschein gekommen. Diese Oberfläche war so glatt wie ein Spiel, doch in der unteren Hälfte schien etwas eingrawiert zu sein. Haven versuchte zu erkennen was es war und stieß dabei auf ihr eigenes Spiegelbild. Ihre hellgrauen Auge die mit dunklen Brauen gut zu ihrer kleinen Stupsnase passten, um die sich ein paar Sommersprossen trubelten. Nicht gerade eine Außergewöhnliche Schönheit, aber durchaus hübsch. Das einzige was Haven etwas an ihrem äußeren störte, waren ihr wiederspenstigen dunkelbraunen Locken. Da sie heute keine lust gehabt hatte sie zu bändigen, vielen sie ihr einfach über die Schuöter bis zu den Rippen. Lang verharrte Haven in ihrer Position und betrachtete sich. Durch das plötzlich aufflattern einer Krähe wurde sie aus ihrer Trance gerissen und versuchte sich daran zu erinnern was sie eigentlich vorgehabt hatte. Dann viel es ihr wieder ein. Das Amulett, die Inschrift, der Stein. Haven versuchte vergeblich die Buchstaben zu erkennen - vergebens. Doch sie gab nicht auf. Haven wusste nicht wie lange sie an dem stein herrumprobierte. IRgendwann fingen die Buchstaben an deutlicher zu werden. Sie fügten sich zu Worten und diese wiederum zu Sätzen. Nach einer halben Ewigkeit konnte Haven die ganze Nachricht entschlüsseln:
Wahre Liebe hat kein Happy End
Denn Wahre Liebe endet Nie
Für Haven meine wundervolle Tochter
In ewiger Liebe – deine Mutter
Für eine Sekunde war Haven wie erstarrt. Dann erfüllte tiefe, dunkle Traurigkeit ihren Körper, breitet sich wie ein Feuer aus. Es dauerte nciht lang bis dicke, warme Tränen unsichtbare Narben in Ihr Gesicht brannten. In ewiger Liebe, schrie es in Haven, deine Mutter.
Wie konnte das sein? Es konhte nicht sein! Ihre Mutter, ihr heiß geliebt Mutter war seit über 2 Jahren Tod. Tod. Erstarrt. Kalt. Leblos. Wie konnte das sein?
Soviele Fragen kochten in Haven auf und machten ihre Tränen nur noch schärfer, sodaa es sich anfühlte als würden rassiermesserscharfe Dolche überall in Havens Gesicht Narben Einritzen. Warum? hallte es in Ihr.
Sie sah wieder in den kleinen Spiegel. Haven erschrack. So sehr das sie beihnahe das Amulett hätte fallen lassen. In dem Spiegel war nicht mehr Havens Gesicht. Es war das von Alicen van Kinnslayen. Frau von Lord Phillip van Kinnslayen. Mutter von Haven van Kinnslayen. Die Frau mit den Goldenen Engelshaften Locken. Die Dame mit den schokladenbrauenen Reh Augen. Die Lady die nie ein anderes Kleid lieber trug als das zartrosane, das Haven jetzt trug. Die Frau die vor 2 Jahren, am 24. Mai 1856, das letzte mal die Augen geschlossen hatte. Diese Frau, blickt Haven jetzt mit ruhigen, klugen Rehaugen an. Und noch ehe Haven wusste wie ihr geschah, halte ein Echo über den Hof. Sie drehte sich im Kreis, wollte sehen ob die anderen es auch hörten. Doch niemand war da. Nicht der mürrischer Stallbursche mit den blonden Schopf, nicht die kräftige aber herzensgute Magd mit den Namen den Havens sich nicht merken konnte. Niemand. Sie war allein. Doch die Stimme fing an zu sprechen.
"Haven mein Kind, hab keine Angst. Dieses Amulett war schon immer für dich bestimmt. Es soll dich daran erinnern, das ich immer bei dir bei. Immer. Deswegen weine nicht sondern kehr zurück zu deinem Vater...."
Was sollte das heißen? Wie zurück zu ihren Vater dachte Haven. Doch da färbte sich alles um sie herrum schwarz....
Haven erwachte von einem harte Aufschlag. Sie lag auf dem Boden ihres Zimmers, mitten in einem kleinen Tränenmeer. Sie blinzelte die letzten Tränen aus ihren Augen udn rieb sich verwirrt den Kopf. Was war Geschehen? Konnte sie alles nur geträumt haben? Jatzt da sie richtig wach war spürte sie einen pulsierenden Schmerz an ihrer Schläfe aufsteigen. Zuerst bekam sie Panik, doch entspannte sich wieder als sie kein Blut riechen konnte. Sie nahm den Faden wieder auf. Was um Gottes Willen war passiert? Hatte sie sich so sehr gewünscht mit ihrer Mutter zu sprechen, dass sie von ihr geträumt hatte? Merkwürdig, dachte Haven. Nach ein paar Sekunden der Stille gewann der Schmerz die Oberhand und Haven beschloss in die Küch zu laufen und die Wunde zu kühlen. Doch leider übersah sie dabei die kleien zartrosa Kirschblüte die neben einem Faustgroßen Amulett lag, in dem in kleiner roter Stein sich befand....
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