Väterliche Vergangenheit

„ Dad, wo ist mein Handy? „ fragte ich suchend. „Weißt du Tamara, in meiner Zeit gab es sowas noch nicht, da mussten wir uns eine Sonnenuhr bauen um zu wissen wie viel Uhr es ist oder wann wir Zuhause sein mussten.“ redete mein Vater träumend vor sich hin. „ Ja Papa, ich weiß es doch jetzt inzwischen schon, weißt du jetzt wo mein Handy ist oder nicht?“ hakte ich genervt nach. „Ich würde auf dem Küchentisch nachschauen.“
Ich rannte die Treppe runter und lief Richtung Küche. Genau da wo Dad es gesagt hatte. Ich schnappte es mir, ging in den Flur nahm da meine Schlüssel aus der Schale und ging. Bevor ich die Tür zuschlug rief ich noch: „Tschüss, bin um 11 wieder da!“ Ich setzte mich auf meinen Roller und fuhr zu Mareike. Sie wartete schon vor der Tür, ich gab ihr den Helm und wir fuhren zu Mikes Party. Die Musik dröhnte schon. Die Party war der volle Wahnsinn gewesen. Als ich im Bett lag und versuchte einzuschlafen, dachte ich über das nach, was Dad gesagt hatte. Er hatte ja wirklich Recht, heut zu Tage würden wir ohne Internet, Computer, Handy und diese elektronischen Sachen sterben… Was Dad wohl früher die ganze Zeit gemacht hatte? Bei dem Gedanken schlief ich ein. Doch als ich aufwachte, merkte ich, dass ich irgendwie nicht mehr in meinem Bett lag. Ich kniff mich, aber selbst da wachte ich nicht auf. Ich suchte schnell das Bad in diesem heruntergekommenen Haus auf und spritzte mir erst mal kaltes Wasser ins Gesicht. Ich schaute in den total verdreckten Spiegel und merkte dann doch, dass ich bei vollem Bewusstsein war. Ich ging wieder in das Zimmer wo ich aufgewacht war, suchte da nach irgendetwas frischen das ich nach dem Duschen anziehen konnte und ging ins Bad. Ich stellte mich unter die Dusche und wie erwartet lief nur kaltes Wasser. Ich schrie kurz auf, weil mir eine Ratte über die Füße lief, machte das Wasser aus und zog mich schnell an. Ich konnte es nicht mehr zurück halten und mir liefen die Tränen und ich fing leise an zu schlunzen. Als ich mich beruhigt hatte, suchte ich die Küche und schnappte mir den erst besten Apfel den ich sah und rannte so schnell es ging raus. Ich stieß mit einem Mann zusammen und dabei viel mir der Apfel runter: „Moment mal, Fräulein, wieso haben wirs den so eilig, ist das Frühstück und die Wäsche gemacht?!“ schrie der Mann. „tschuldigung,ich… ich bin nicht die die.. die sie meinen..“ stotterte ich vor mich hin. Ich versuchte die Wäsche zu waschen während ich nur an Dad dachte, wie es ihm wohl ging und nicht jedes Wochenende Party machen konnte und immer das neuste vom neusten zu haben. Ich rannte einfach los und kam an einen Ort, wo ein schöner grüner Baum wuchs. Ich setzte mich mit dem Rücken an den Stamm des Baumes und begann zu weinen. Doch dieses Mal leise. Auf einmal erschien Dad, hielt mir die Hand hin und ich war wieder in meinem Zimmer. Ich rannte Dad in die Arme und entschuldigte mich für alles was ich getan hatte und das er meinen alten Computer spenden sollte.
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
- Weiterempfehlen
