meine Freundin- das Reh

Bild von Koschka7

Meine erste Geschichte seit langen wieder. War eine sehr spontane Idee und ich hoffe, sie gefällt euch. Das Mädchen habe ich mir so ungefähr 10 (7 ist für die umgeschriebene Variante ein bisschen jung) Jahren vorgestellt.
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Ein leichter Herbstwind wehte die letzten Bäume von den Blätter. Es wurde von Tag zu Tag kühler und immer zeitiger dunkel und ich wusste, heute würde ich zum letzten Mal hier sein, für sehr lange Zeit. Ich schaute mir jeden Baum der kleinen Lichtung genau an, um ihn nicht zu vergessen. Eigentlich war das unmöglich, so oft, wie ich hier gewesen war.

Langsam holte ich einen Apfel aus meiner Tasche und pfiff kurz. Ich hörte zuerst leises Blätterrascheln und sah, wie sich einige Äste der Büsche bewegten. Ein kleines Reh kam herbei. Es war geschätzte 6 Monate alt, aber so genau wusste ich es nicht. Wegen ihm kam ich fast jeden Tag hierher. Es war unglaublich, wie zutraulich es war, fast wie ein Haustier. Sogar einen Namen hatte ich ihm gegeben: Lily. Vorsichtig streckte ich die Hand mit dem Apfel aus. Lily kam immer näher heran und nahm den Apfel aus meiner Hand und aß ihn. Dabei konnte ich sie sogar streicheln. Ihr Fell war weich und warm, trotz der eigentlichen Kälte. Ich hoffte nur, dass sie den Winter gut überstehen würde, wenn ich sie nicht mehr besuchen konnte. Es war leider zu weit zu laufen, wenn es schneien würde und zu lang, so dass ich die Strecke teilweise im Dunkeln gehen müsste. Lange hatte ich versucht, es auszublenden, aber nun konnte ich es nicht mehr leugnen. Ich schaute zum Himmel, tatsächlich konnte man schon die ersten Wolken erkennen, die Schnee ankündigten. Das bedeutete, dass ich nicht mehr lange bleiben konnte.

Plötzlich hörte ich laute Schritte hinter mir und Lily rannte erschrocken weg, doch ich hatte keine Angst, denn ich ahnte, wer es war.
“Elsa, du musst nach Hause kommen, es wir gleich anfangen zu schneien”, rief Papa und schaute mich vorwurfsvoll an, “ich hab dir doch gesagt, du sollst nicht so lange bleiben. Wir hatten Angst um dich.”
Ich schluckte und versuchte, meine Stimme normal klingen zu lassen, doch ich war zu traurig darüber, dass ich mich nicht einmal von Lily verabschieden konnte.
“Lily war hier”, sagte ich nur.
“Du musst damit klarkommen, dass du sie nun nicht mehr sehen wirst. Ich weiß, es ist schwer für dich, aber so ist das nun mal.”
“Bis zum Frühling”, sagte ich und Papa nickte zögernd, doch ich wusste, dass er glaubte, ich würde Lily niemals wieder sehen. Aber ich wusste, dass sie im Frühjahr immer noch da sein würde.

Papa nahm mich an die Hand und wir gingen los. Ich versuchte stark zu sein, doch ich konnte es nicht.
“Ich werde Lily fürchterlich vermissen, Papa”, schluchzte ich leise. Papa umarmte mich und sagte:
"Mach dir keine Sorgen, sie schafft das schon, ist ein starkes kleines Reh!" Dann gingen wir weiter und der erste Schnee begann zu fallen, doch im Gegensatz zu den anderen Kinder freute ich mich nicht darüber sondern hoffte nur, dass der Winter bald vorüber war.

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4 lange Monate waren vergangen, bis ich zum nächsten Mal die Lichtung besuchen durfte. Ich hatte Lily nie vergessen, aber inzwischen hatte auch ich die Hoffnung aufgegeben, dass sie mich wieder erkennen würde. Dennoch ging ich wieder los, um mich selbst davon zu überzeugen, dass sie nicht mehr da war und um Abschied zu nehmen. Ich hoffte, dass es ihr gut ging , wo auch immer sie war.

Die Bäume sahen noch fast so aus wie im Herbst, nur an den wenigen Blumen konnte man erkennen, das es Frühling war. Die Sonne schien auf die kahlen Bäume und brachte die Lichtung zum Leuchten. Ich pfiff einmal, doch Lily kam nicht. Innerlich war ich doch traurig darüber, denn egal wie oft ich mir versuchte habe klar zu machen, dass sie nicht kommen würde, mein Gefühl hat mir doch stets etwas anderes gesagt, als mein Verstand. Ich pfiff ein zweites Mal und wieder kam sie nicht und da wusste ich, dass sie nicht mehr da war. Ich stand an dem selben Ort, zur selben Zeit, doch Lily fehlte, aber deshalb verlor sich nicht die magische Anziehungskraft das Ortes. Immer wieder ging ich dorthin, doch Lily habe Monate lang nicht gesehen. Ich versuchte mir vorzustellen. Dass sie mich einfach vergessen hatte, das sie wieder scheu geworden ist, wie es Rehe eigentlich sind.
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Eines Tages sah ich tatsächlich wieder einmal ein Reh, eins, dass fast erwachsen war, doch obwohl es so schnell davon gerannt war, konnte ich es erkennen: es war meine Lily.