Schö täm

Sorry an alle, die mir hier schon nen Kommi gemacht haben, aber im Nachhinein finde ich die Idee und alles richtig doof und hm, außerdem hatte ich Hannah versprochen, bei jedem Wettbewerb nen Julian-Beitrag zu schreiben und weil der Beitrag hier doof ist und ich nen zweiten (den ich nicht sooo schlecht finde) schon drin habe, mach ich hieraus lieber was Neues, der zuerst geschriebene Beitrag passt bei ner anderen Schleife vielleicht besser.
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"Julian, kommst du jetzt bitte?"
"Julian, wir haben nicht ewig Zeit."
"Julian, der Bus wartet nicht auf uns!"
Meine Mama ist dumm! Hier fahren die ganze Zeit Busse und welche wir jetzt nehmen, ist doch egal, die kommen ja immer wieder. Mama weiß nie, was am wichtigsten ist. Und ihr blöder Bus ist bestimmt nicht wichtig.
Wir sind gerade in Paris. Das ist die Hauptstadt von Frankreich und die Leute da sprechen alle komisch. Also richtig komisch. Auf Majorka, wo wir letztes Mal im Urlaub waren, haben manche ein bisschen komisch geredet, aber man konnte sie verstehen. Mama nennt das Akzent. Aber hier in Paris reden die Leute alle total komisch. Das kann ich gar nicht nachmachen, so komisch ist das. Mama hat mir gesagt, dass ich immer bei ihr bleiben muss, damit ich nicht verloren gehe. Aber sie will ganz woanders hin als ich. Ich will zu Marie!
Marie ist ein Mädchen, das ich gerade kennen gelernt habe. Sie ist auch fünf und wohnt hier in Paris. Glaube ich zumindest, Marie redet nämlich auch ein bisschen komisch. Akzent oder wie das heißt. Das kann man nicht so gut verstehen.
Marie fand es cool, dass ich aus Deutschland komme, weil ihr Papa auch aus Deutschland kommt. Und Marie ist hübsch. Finde ich. Und weil Jule aus dem Kindergarten sich mal wieder nicht entscheiden kann, ob sie Tobi doch lieber als mich heiraten will, kann ich ja so lange Marie heiraten. Also zumindest bis Jule weiß, wen sie mehr mag.
Marie und ich haben uns unter dem Eiffelturm getroffen. Meine Mama hat nach Postkarten gesucht und mir war langweilig und dann stand Marie da und dann haben wir uns kennengelernt. Marie mag auch am liebsten grüne Gummibärchen und spielt lieber im Sandkasten als in der Bauecke. Wir hatten uns gerade so gut kennen gelernt, dass ich Marie fragen wollte, ob sie schon verheiratet ist, aber dann kam Mama und hat gesagt, Marie soll aufpassen, dass sie ihrer Mama nicht verloren geht und dann hat sie mich weg gezogen, damit wir den blöden Bus kriegen. Doofe Mama! Ich konnte Marie nicht einmal Tschüss sagen. Ich will zurück zum Eiffelturm. Und zurück zu Marie!
Traurig gucke ich aus dem Fenster. Paris ohne Marie ist doof.
"Hm, was ist, Julian?"
"Die Leute hier können nicht reden." Und die einzige Person in meinem Alter, die richtig reden kann, ist weg.
"Sie reden anders als du. Eine andere Sprache, die Französisch heißt."
Hä? "Und warum können die nicht normal reden?"
"Das ist normal für sie, Julian. Für die Franzosen redest du komisch."
Gar nicht wahr. Marie hat mich verstanden.
"Können wir zurück zum Eiffelturm?"
Mama seufzt. "Och, Julian! Du kannst doch nicht nur am Eiffelturm sein. Paris hat so viele schöne Sehenswürdigkeiten."
"Nein. Nur den Eiffelturm."
"Wir können ja mal gucken, jetzt besichtigen erst einmal wir den Louvre und vielleicht bleibt nachher noch Zeit, einmal kurz am Eiffelturm vorbei zu fahren."
Aber nachher ist Marie bestimmt weg. Mama ist doof.
"Guck mal, Julian, das ist die Mona Lisa. Das ist eines der berühmtesten Gemälde der Welt."
Wo denn? Vor Mama und mir stehen ganz viele Menschen mit komischen Augen und Fotoapparaten. Wo soll ich da irgendwelche Bilder sehen?
Außerdem gibt es hier doch genug andere Bilder. Und die meisten davon sind hässlich, so dunkel, da kann ich schöner malen! Jule auch. Und Marie bestimmt auch! Die sollten hier lieber unsere Bilder ausstellen als die von irgendwelchen Malern mit komischen Namen.
Das ist langweilig hier. Und ich will jetzt sehen, wie die Lisa Mona aussieht. Ich lasse Mamas Hand los und krabbel zwischen den ganzen Beinen durch, bis ich vorne an der Absperrung stehe. Hm. Die Frau auf dem Bild sieht ein bisschen aus wie Mama, aber in hässlicher. Und dafür stehen hier so viele Leute vor? Komisch. Paris ist insgesamt komisch. Und doof. Bis auf Marie.
Ich krabbel wieder zu Mama zurück. "Das ist langweilig. Können wir zum Eiffelturm?"
"Was willst du denn die ganze Zeit am Eiffelturm?"
Ich sag ihr nicht, dass da Marie ist. Mama versteht nichts von Liebe. "Der ist schön!"
"Hm... Also wenn du willst, dann können wir nachher nicht mit der Métro, sondern mit dem Bus nach Montmatre fahren, der fährt am Eiffelturm vorbei, dann kannst du den sehen."
Ja. Das ist gut. Dann seh ich Marie wieder.
"Mama, was heißt eigentlich 'Hast du Lust mich zu heiraten?' auf der komischen Sprache?"
Wir sitzen wieder im Bus. Mama liest den Paris-Reiseführer und ich gucke aus dem Fenster. Wo ist denn jetzt der Eiffelturm? Ich will zu Marie.
Der Bus biegt um die Ecke. Da ist das Karussell, das gegenüber vom Eiffelturm ist; ich muss hier raus. Ich drücke feste auf den Stop-Knopf. Der Bus hält aber nicht. Ich drücke noch einmal auf den Stop-Knopf. Und wieder und wieder und wieder.
Der Busfahrer blickt in den Rückspiegel und sagt durch die Durchsage etwas Komisches, das ich nicht verstehen kann. "Ich will raus", sage ich und zeige nach draußen. "Zum Eiffelturm."
Der Busfahrer sagt wieder etwas Unverständliches, aber hält dann an und macht die Tür auf. Mama hat überhaupt nichts mit bekommen. Sie liest noch immer in dem Buch über Paris. "Tschüss, Mama", sage ich und klettere aus dem Bus. Der Eiffelturm sieht noch genau so aus wie vorhin. Hoffentlich ist auch Marie noch genau da, wo sie war.
Ich gehe zu dem Kartenstand von vorhin. Aber Marie ist nicht zu sehen. Sie soll aber da sein! Sonst bin ich hier ja ganz allein, ohne Marie. Und ohne Mama. Und ohne Mama komme ich nicht wieder nach Hause und dann kann ich nicht einmal mehr Jule fragen, ob sie mich noch heiraten will.
Ich fange an zu weinen. Paris ist doof! Total doof!
"Julian! Was machst du denn nur für Sachen?" Mama kommt auf mich zu gelaufen. "Weißt du, was ich mir für Sorgen gemacht habe, wenn ich fünf Minuten später gemerkt hätte, dass du weg bist... Tu das bitte nie wieder, ja? Paris ist eine große Stadt und hier kann dir so viel passieren!"
Ich nicke. Mama fängt gleich bestimmt wieder an, zu schimpfen. Aber das ist jetzt auch egal. Marie ist weg und wir sehen uns bestimmt nie wieder.
"Julian?"
Ich drehe mich um. Da steht Marie. "Marie."
"Ich bin extra für dich zurück gekommen."
"Ich auch für dich."
Maries Papa, der hinter Marie steht, unterhält sich mit Mama und ich nehme Maries Hand. Nochmal soll sie nicht von mir weg.
Und dann sage ich das, was Mama mir auf der komischen Sprache beigebracht hat: "Schö täm!"
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Waaah, ist das Ende grottig...na ja, 26 Stunden Überarbeitungszeit hab ich ja noch...
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