Die unglaubliche Geschichte des Leonard Dupray - Prolog

Bild von Katha94

Ok, schon wieder neues Projekt :D
Ganz ehrlich? Ich finds richtig mies, auch wenn mir die Idee gefällt ;)
Also bitte, viele, viele Verbesserungsvorschläge machen :D
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Die Frau lief langsam durch den langen Flur. Um sie herum gaben Touristen staunende "Oh!"s und "Ah!"s von sich. Unterhaltungen in unzähligen Sprachen wurden mit ehrfurchtsvoll gedämpften Stimmen geführt. Sie schnappte Fetzen von Französisch, Englisch, Deutsch, Chinesisch und Hindi auf. Das Hindi irritierte sie erst ein wenig, sie hatte die Sprache lange nicht mehr gehört. Aber so war das eben mit dem Louvre: Wer nach Paris kam, musste einmal dort gewesen sein und mit dem Anlass würdiger Ehrerbietung Bilder anschauen, mit denen sie nichts anfangen konnten.
Für die Frau war das anders. Sie hatte Kunst schon immer geliebt und ein enormes Wissen auf dem Gebiet gesammelt. Aber jetzt starrte sie, genau wie die Touristen, auf Fälschungen an den Wänden, die er genauso gut selbst hätte herstellen können. Sein Ziel war ein anderes. Das Bild war nicht sehr bekannt, deshalb hing es draußen und nicht in einem der chronisch verstopften, viel zu gut bewachten Ausstellungsräume. Überhaupt waren hier sehr viel weniger Besucher unterwegs als in dem Teil des Museums, wo sich die "Mona Lisa" befand. Die korpulente, ältere Dame rümpfte die Nase. Als Leonardofan wäre ihr das natürlich lieber gewesen, aber sie kannte ihre Grenzen, und das überschritt sie deutlich.
Kurz vor ihrem Ziel bog sie schließlich ab in Richtung Damentoilette und verschwand in einer der Kabinen. Dort zog und zerrte sie an dem Ausschnitt ihres weiten Blümchenkleides herum, bis plötzlich ein Stück Stoff auf den Boden fiel. Fluchend hob sie es wieder auf. Ihre Stimme war rauer als die der meisten Frauen und hatte etwas Irritierendes an sich, ohne dass mögliche Zuhörer hätten sagen können, was es war.
Aufseufzend zog die Frau schließlich hervor, was sie gesucht hatte: Einen dünnen Stift, fast ein Pinsel. Allerdings wirkte er nicht wie ein Pinsel... Sekunden später war er in der überdimensionalen Handtasche der Frau verschwunden. Sie ging wieder nach draußen und korrigierte während sie am Spiegel vorbeiging, noch schnell den Sitz ihrer Frisur, die in eine leichte Schieflage geraten war.

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