TINKER

Bild von Nazena

Inhalt:
Tinker lebt in Pittsburgh. Doch die Stadt hat mit der, die wir kennen, nicht mehr viel gemeinsam: die Chinesen haben ein Orbitalportal gebaut, um Schiffe zu fernen Welten zu schicken. Quasi als Nebeneffekt hat sich auch auf der Erde ein Portal geöffnet, dass Pittsburgh in die Elfendimension geschickt hat.
Alle 30 Tage wird das Portal für einen Tag abgeschaltet, und kehrt auf die magielose Erde zurück. Just an diesem Tag stolpert der Elfenherrscher Windwolf schwer verletzt auf Tinkers Schrottplatz. Sie muss ihn irgendwie am Leben halten, und zwar bis die Stadt nach Elfenheim zurückkehrt. Eine wahre Odyssee, denn sie werden nicht nur von Windwolfs Angreifern, sondern auch von den menschlichen Grenzwächtern gejagt. Nach gelungener Rettung glaubt Tinker, zurück zur Tagesordnung gehen zu können, aber sie muss feststellen, dass Elfen eine Lebensschuld sehr, sehr ernst nehmen. . .

Mein Fazit:
Tinker war für mich ein echter Überraschungshit. Sie ist zwar ein Genie, aber auch eine respektlose, gerade erst volljährig gewordene Rotzgöre, die erfrischend naiv durchs Leben strumpelt. Auch wenn sie ein Mensch ist, hat sie Elfenheim bzw. Pittsburgh noch nie verlassen und kann sich kein schöneres Leben vorstellen, als irgendwelche Sachen zusammenzuschrauben.
Windwolf ist ein reichlich arroganter Kerl, aber gleichzeitig auf seine eigene Art auch reichlich naiv und unbeholfen- er hat so gar keine Ahnung von menschlichen Gepflogenheiten. Zwar reden die beiden gerade zu Beginn viel aneinander vorbei, aber sie schaffen es sehr überzeugend eine zwischenmenschliche bzw. –elfische Beziehung aufzubauen.
Dabei kommt natürlich auch die Romantik nicht zu kurz. Die Autorin geht nicht so sehr ins Detail wie viele andere Bücher, aber das Verhältnis der beiden wird sehr schön und auch glaubhaft beschrieben. Man verliebt sich nun mal nicht Hals über Kopf in 2 Minuten und verbringt das restliche Buch im Bett.
Auch wenn das Setting (eine Mischung aus SF und Fantasy) erstmaßen seltsam klingt, war der Einstieg kein Problem. Man ist sofort „drin“ und fiebert mit Tinker mit, als sie versucht Windwolfs Leben zu retten. Dabei beschränkt sich die Story aber nicht nur auf die Liebesgeschichte, sondern es wird eine sehr gut durchdachte und in sich logische Handlung aufgebaut. Mir persönlich hat auch die Beschreibung des elfischen Lebens und ihres Kastensystem gut gefallen. Der Schluss ist ein wenig abrupt, aber ich habe mit Erleichterung gesehen, dass es Band 2 schon auf Englisch gibt – und hoffentlich auch bald bei uns ;).


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