Totenmesse

Inhalt:
Ein Banküberfall mit Geiselnahme wird zum Fall für das A-Team, wie die Elite-Einheit der Stockholmer Polizei heißt. Es ist der 7. Teil einer Krimireihe, was man leider zeitweise auch beim Lesen merkt. Ich kenne die Vorgängerbände alle nicht und hatte öfter das Gefühl, dass mir da wichtiges Wissen in bezug auf die Figuren fehlt.
Zum A-Team gehörte einst auch Paul Hjelm, nun interner Ermittler bei der Stockholmer Polizei, dessen Ex-Ehefrau Cilla unter den Geiseln ist. Da es Cilla gelingt, ihm eine SMS zu schicken, macht er sich sofort auf zum A-Team und arbeitet mit seinen ehemaligen Kollegen zusammen. Fieberhaft wird überlegt, wie man die Geiseln befreien könnte, denn wie es aussieht, haben sie eine sehr große Ladung Sprengstoff bei sich und könnten damit nicht nur die Bank, sondern wohl die halbe Stadt in die Luft jagen.
Doch noch eine andere Frage taucht rasch auf: Wer steckt wirklich dahinter? Und welche Ziele verfolgt derjenige. Um Geld allein scheint es gar nicht zu gehen.
Meine Meinung:
Das ist ein Teil der Handlung, der auch durchaus spannend ist, weitere Handlungsstränge beschäftigen sich mit anderen Figuren und spielen auch zu anderen Zeiten (Irak-Krieg und 2. Weltkrieg). Anfangs wirken diese Sprünge wenig Sinn ergebend, erst zum Ende hin klären sich die Verbindungen auf.
Wirklich spannend fand ich allerdings nur die Passagen mit der Geiselnahme und zum Ende dann noch mal die Szenen, in denen sich zeigt, wer der Drahtzieher war und welche Motivationen dahinter steckten. Die Sprünge sind zwar für die Handlung wichtig, waren mir dann aber zu lang, besonders die Tagebuchaufzeichnungen hätten gut gekürzt werden können.
Von den Figuren gefiel mir Kerstin Holm am besten, sie war gut ausgearbeitet, die anderen weniger, wobei ich nicht weiß, inwieweit die vielleicht schon in den Vorgängerbänden vorgestellt worden sind.
Dem gesamten Roman haftet eine düstere, tragische Stimmung an, was zur ernsten Handlung zwar passt, aber mir dann doch ein bisschen zu viel war, ebenso wie diese geballte Ladung an Geheimdiensten, Agenten, Spionen und wer da noch alles mit rein kam.
Es gibt auch nicht direkt eine einzelne Hauptfigur, auf die sich die Handlung konzentriert, sondern die Perspektive wechselt alle paar Seiten.
Arne Dahls Schreibstil erschien mir stellenweise ein wenig abgehakt und den „klarblauen Himmel“ hat er geradezu mit dem Holzhammer dem Leser eingehämmert.
Fazit: Für Krimileser, die gerne auch eine etwas düstere Stimmung mögen und Fans von Romanen um Spezialeinheiten und Geheimdienste, ist dieses Buch ganz sicher einen Blick wert. ich fand es durchaus gut, aber nicht überragend, weil mir das einfach ein bisschen zu viel war.
Eine Leseprobe gibt es hier:
http://www.vorablesen.de/buch/arne-dahl-totenmesse
Über den Autor schreibt vorablesen.de:
Arne Dahl ist das Pseudonym des 1963 geborenen schwedischen Romanautors Jan Arnald. Seine Kriminalromane um die Stockholmer Sonderermittlungsgruppe bescheren ihm Millionen Leser weltweit und wurden mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Deutschen und dem Dänischen Krimipreis. »Totenmesse« ist nach »Ungeschoren« der siebte Fall für das Team um Kerstin Holm und Paul Hjelm. Die Verfilmung ist bereits nach Deutschland verkauft.
Daten zum Buch:
Gebundene Ausgabe
416 Seiten
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: Februar 2009
ISBN-10: 3492050182
ISBN-13: 978-3492050180
Originaltitel: Dödsmässa
Preis: 19,95 Euro
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