Wie definierst du das Paradies?

Bild von linemaus92

Mit "Viermal Paradies und zurück" ist Carolyn Mackler mal wieder ein komplexes Jugendbuch gelungen. Anders als andere Autoren schreibt sie vielschichtig und geht insbesondere darauf ein, was auch Jugendliche schon für Probleme haben können.

Das Buch ist in vier Abschnitte gegliedert. Jeder erzählt die Geschichte eines der Protagonisten. Ich muss gestehen, dass ich nach der Leseprobe vermutet habe, dass der Urlaub im "Paradise" aus jeder der vier Sichtweisen geschildert wird. Als ich feststellte, dass dem nicht so ist, war ich zunächst überrascht, aber im Endeffekt finde ich es so besser.

Jena ist erfreut, als sie erfährt, dass sie in den Ferien doch nicht zu ihren Großeltern fahren muss. Doch als sie hört, dass sie ausgerechnet mit Skye und ihrer Mutter in die Karabik fahren, ist der Traum von erholsamen und glücklichen Ferien im "Paradise" geplatzt. Doch dann trifft sie auf den gutaussehenden Dakota, der sich für sie interessiert und sie schwebt im siebten Himmel. Dank der bildhübschen Skye wird ihr dieses persönliche Paradies aber wieder genommen.
Dakota hat seine Feundin bei einem tragischen Unfall verloren und macht sich nun Vorwürfe, da sie sich vorher zerstritten hatten. Klar, das kam öfters vor, aber ihm wird klar, dass er diesen Unfall hätte verhindern können. Bei der Trauerfeier erfährt er, dass Natalie ihn betrogen hat und ist zutiefst verletzt. Nach einer Prügelei wird er zu seinen Großeltern in den Wald geschickt, wo er sich erstmal selbst finden soll.
Skye ist der hübsche Filmstar, die gerade in einer Krise steckt. Castings laufen nicht wie geplant und hinzu kommen ihre Selbstmorddrohungen, die sie in der Öffentlichkeit fallen lässt, um etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Ihre Mutter versucht das möglichst zu verdrängen, doch als Skye durch Recherchen für ihre Rolle herausfindet, dass ihr Vater nicht durch einen Unfall gestorben ist, muss sich ihre Mutter eingestehen, dass sie nicht vor allem die Augen verschließen kann.
Owen ist Dakotas kleiner Bruder und scheint zunächst der kleine Computerfreak zu sein. Deshalb wird er auch von seiner Mutter zu einem Seminar geschickt, wo er echte Menschen kennenlernen und den Computer vergessen soll. Doch eigentlich schreibt er nur an seinem Blog "Loser mit Laptop" sein Leben nieder. Jena hat ihn zufällig im Paradise gesehen, natürlich im Businesscenter, und schreibt ihm seitdem immer Kommentare. Bald schon verstehen die beiden sich ziemlich gut. Doch Owen, der Jena nicht bemerkt hatte, hat nun etwas Angst sich mit ihr auch in der Wirklichkeit zu treffen. Was ist, wenn er ihr dann gar nicht mehr so gut gefällt? Eines ist jedoch klar, er muss aus diesem Seminar weg!

Durch den ich-Erzähler erfährt man viel besser die Gefühle der einzelnen Protagonisten, was ich besonders im Fall von Dakota gut fand. Wie all diese Geschichten am Ende wieder zusammenfinden und wie es weitergeht, müsst ihr schon selbst herausfinden. Also viel Spaß beim Lesen und denkt vielleicht auch mal über den Hintergrund der Geschichten nach, anstatt euch nur davon berieseln zu lassen. (:


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