Erzähl mir dein Herz

Bild von DCLady

Erzähl mir dein Herz von Charles Martin würde ich mit einem Wort beschreiben: Langweilig. Allerdings nur, wenn ich es nicht besser wüsste.

Zum Inhalt:
Die Hauptpersonen Ben und Ashley begegnen sich in einem Flugzeug und müssen wegen der kommenden Wetterlage, doch wieder von Bord gehen. Da sieht Ben ein kleines Privatflugzeug und engagiert Grover für einen Flug. Während das Flugzeug in luftiger Höhe mit dem Sturm zu kämpfen hat erleidet Grover einen Herzinfarkt und die Maschine stürzt ab.
Ben und Ashley überleben, aber Ashley ist schwer verletzt und von da an vollkommen auf Ben angewiesen. Mitten in der eisigen Hölle bannen die beiden sich ein Weg zurück in die Zivilisation.

Zu den Personen:
Ben kämpft mit einer Trennung und seiner Vergangenheit. Immer wieder blickt Herr Martin zurück auf Geschehnisse die Ben beschäftigen, denn Ben spricht alles auf ein Diktiergerät und lässt uns so an seinen Gefühlen teilhaben, eröffnet uns aber nicht die ganze Geschichte und ihre Hintergründe.
Ashley ist auf dem Weg zu ihrer Hochzeit und eine mutige, selbstbewusste Frau. Sie hat es schon lange hingenommen nicht auf die große Liebe zu warten, sondern sich auch mit dem "Zweitbesten" zufrieden zu geben.

Zum Schreibstil:
Das Buch liest sich flüssig und enthält einen guten Mix aus kurzen und langen Sätzen. Die Sprache ist einfach gehalten und Fremdwörter tauchen kaum auf. Die ganze Gesichte ist aus der Perspektive von Ben erzählt. Und manchmal wünscht man sich auch die Gedanken von Ashley zu kennen. Ihre Gefühlslage bleibt recht undurchsichtig, zwar kann man sich denken was sie fühlt, aber mehr nicht.

Meine Meinung:
Wer eine romantische Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren sucht, ist hier falsch. Im Laufe des ganzen Romans würde ich die Verbindung der beiden nicht als romantisch, leidenschaftlich oder erotisch beschreiben.
Auch die Gespräche fand ich nicht sehr interessant oder berührend.
Da bleibt die Frage ja offen, warum ich den Roman doch ansprechend fand oder?
Durch die Ferse die Ben auf sein Diktiergerät spricht bleibt eine gewisse Spannung und die Frage, was wohl die Trennung mit seiner Frau auf sich hat. Zudem möchte man wissen, ob die Zwei das Unglück überleben und wie das Ende des Buches aussehen mag.
Gleichzeitig finde ich es beeindruckend wie Ben in der schneebedeckten Wildnis zurechtkommt. Niemand in meinem Umfeld mit mir eingerechnet würde auch nur annähernd so Handeln und Denken.
Zwischendurch habe ich immer wieder geahnt, was vielleicht mit Rachel, der Frau von Ben, und ihrer Beziehung passiert ist, aber sicher war ich mir nie.

Mein Fazit:
Das Buch ist definitiv etwas Besonderes auf seine eigene Art und Weise. Ich wüsste nicht, mit welchem anderen Roman ich die Geschichte vergleichen könnte.
Mir hat das Buch gefallen, aber letztendlich fehlt doch etwas. Zu wenige Momente berühren mich und daher bleibt einiges recht unsichtbar in meinem Gedächtnis zurück. Meiner Meinung nach bleibt ein gutes Buch einem lange in Erinnerung und beschäftigt einen, ob dies hier auch der Fall ist bezweifle ich.
Erzähl mir dein Herz empfehle ich allen, die nicht auf eine typische Lovestory aus sind und ohne große Erwartungen einfach mal was anderes lesen wollen. Am besten geeignet an einem kalten Wintertag vor dem Kamin.


0