WeihnachtskĂĽsse von frechen Engeln

’’Eine Spende für Not leidende Kinder in Kenia?’’, frage ich, halte der Alten Frau auffordernd mein Spendendöschen unter die Nase und setze ein charmantes Lächeln auf.
’’Ach, bei einer so hübschen Erscheinung kann man ja gar nicht Nein sagen!’’
Selig lächelnd kramt sie in ihrer Handtasche, die wahrscheinlich aus dem 2. Weltkrieg stammt, rum und steckt dann umständlich einen Fünf-Euroschein in die Blechdose. Sie wirft noch einen letzten, verzückten Blick auf mich und trottet dann gemächlich weiter. Schlagartig erschlaffen meine Gesichtszüge und ich blicke an mir herunter: langes, weißes Kleid, zwei Papier-Flügel und ein schrecklicher, pelziger Heiligenschein auf dem Kopf. Kurz - ich bin ein Engel und sammele an einem Sonntagnachmittag Spenden in einem Kaufhaus.
Warum?
Keine Ahnung.
Weihnachten, dass Fest der Liebe?
Wegen Mom oder genauer gesagt, Oma Elfriede? – Zitat meiner Mutter: ’’…Och komm schon, Jana! Oma hat sich doch soooooo viel Mühe mit dem Kleid gegeben!....’’
Da stolziert Sandy von Mallburg, die absolute Oberzicke hochnäsig auf mich zu.
Ich stöhne auf, meine Laune sinkt unter den Gefrierpunkt und am liebsten würde ich jetzt einfach kraftlos in den Kunstschnee, der den ganzen Boden des Kaufhauses bedeckt, sinken.
’’Hat da jemand wieder im Müllcontainer rumgewühlt?’’, fragt Sandy auch schon in dieser unerträglich hohen Tonlage.
Sie wirft einen herablassenden Blick auf mein Kleid und zieht dann spöttisch eine Augenbraue hoch.
Ich mustere ihr Outfit.
Knappes, perlweiĂźes Minikleid, FlĂĽgel mit weiĂźen Federn bestĂĽckt und ein kleiner, goldener Heiligenschein der perfekt zu ihren blonden Locken passt.
Ich verdrehe die Augen und drehe mich auf dem Absatz um.
Zicke!
Das Einzige, was mich davon abhält den Heiligenschein gegen Teufelshörner zu tauschen, mein Sparschwein mit den Spenden zu füttern und somit zu 346 Mal auf der ’’Unartig-Liste’’
des Weihnachtsmannes zu landen, ist ER, der beste Rentier-Schlitten-Flieger und Geschenke-durch-den-Kamin-Werfer aller Zeiten – der Weihnachtsmann!
Er hockt auf einem goldenen Thron, der von Fichten und Blautannen umgeben ist und brummt ab und zu sein ’’Ho-ho-ho’’.
Auch wenn ich ihn noch nie ohne Weihnachtsmannkluft gesehen habe, auch von hier sieht er total viel versprechend aus: unter seiner roten Mütze lugen ein paar braune Haarsträhnen hervor, seine Augen sind – soweit man das von dieser Entfernung aus beurteilen kann – strahlend blau.
Ich lasse meinen Augen über den Trubel im Kaufhausen schweifen und suche nach geeigneten ’’Opfern’’ für meine Spendenaktion.
Mein Blick bleibt an Sandy hängen; ihre Augen haben einen verklärten Ausdruck angenommen und sie lächelt den meinen Weihnachtsmann (Betonung auf meinen Weihnachtsmann!) aus kleiner Entfernung an.
Ein heiĂźes EifersuchtsgefĂĽhl flammt in mir hoch.
Nein! Diesmal nicht! Es reicht, dass sie mir im Kindergarten Paul weggeschnappt hat! Jetzt bin ich mal am Zug!
Kurz entschlossen setze ich ein Zahnpastalächeln auf und stolziere, den Blick auf mein Ziel gerichtet, auf den Weihnachtsmann zu.
Mein Plan ist ganz einfach: Ich werde mich unauffällig neben ihn stellen und mit ihm ins Gespräch kommen.
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So das ist der Anfang fĂĽr meinen Text er ist noch nicht besonders interesant aber ich vermute doch dass ihr dort schon etwas oder auch viel zum kritisieren habt. ich werde ihn noch weiter schreiben aber vermutlich erst Dienstag.
LG Loewenherz
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