Ich hab etwas im Gefühl

Ich hab etwas im Gefühl
Wieder ein neuer Morgen,
verschwunden sind die gestrigen Sorgen.
Ich blick in den strahlenden Himmel hinauf,
beobachte der Sonne täglichen Lauf.
Sie scheint fast alltäglich zu mir herein,
doch irgendetwas scheint anders zu sein.
Ich hab etwas im Gefühl,
weshalb wird mir plötzlich so kühl?
Es ist doch heiß, keine Frage,
bin Hitze gewöhnt, spür ich sie doch an jedem Tage.
Es wird schon nichts geschehen,
ich würde doch von hier oben alles sehen.
Ich öffne das Fenster, atme ein,
doch plötzlich ist mir, als trüge der Schein.
Zwei Flugzeuge, sie sehen wie immer aus,
doch in mir fühle ich tiefen Graus.
Kann nicht abwenden mein Gesicht,
es war töricht, oder nicht?
Es ist, als hielten sie auf das Gebäude zu,
ein Schrei zerreißt die morgendliche Ruh.
Was läuft es mir eiskalt den Rücken hinunter,
seh ich die Welt plötzlich klarer, bunter?
So viel Gewalt auf dieser Welt,
sie hat wohl meine Wahrnehmung gründlich entstellt.
Ich Blicke weg,
doch welch ein Schreck!
Es fährt mir in die Glieder,
denn ich seh die Flieger wieder!
Sie kommen mir entgegen,
nicht ein Glied vermag ich zu regen.
War es nun aus,
geht das Schiff unter, mit Mann und Maus?
Was wird aus alledem hier,
was wird aus denen unter mir?
Ich muss schnell warnend sprechen,
doch werden sie nicht in Panik ausbrechen?
Ich wende mich ab, doch ein Krachen, ein gellender Schrei,
oder waren es zwei?
Die Erde erzittert im Beben,
ich kann den Kopf nicht mehr heben.
Ich kann es sehen,
spüre die Sonne ein zweites Mal aufgehen.
Gleich ist’s vollbracht,
für mich wird der Tag zur Nacht.
Mein Leben ist vorbei,
ich höre nichts mehr, auch nicht Flugzeug Nummer zwei.
Ich hatt etwas im Gefühl,
zum letzten Mal wird mir nun kühl, so kühl.
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