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Steves Adventures Chapter 2 - Leo

Bild von Mylan

Abends hatte ich endlich drei Wolleblöcke beisammen.
Ich dachte mir, als ich sie begutachtete:**Mit noch etwas Holz ließe sich doch bestimmt ein schönes, weiches Bett machen.** Meine Gedanken schweiften ab zu einem warmen Bett, mit weicher Decke und flauschigen Kissen. Schnell holte ich mich zurück in die Gegenwart, und ging zu meiner Werkbank. Dort legte ich meine Wolle in die obersten drei Felder und griff in meine Tasche nach dem Holz. Doch ich fand keines mehr. Es musste mir irgendwann aus der Tasche gefallen sein. Seufzend machte ich mich auf den Weg zum nächsten Baum, eine Fichte diesmal. Dort angekommen baute ich nur ungefähr vier Blöcke Holz ab, was für meine Zwecke genügen sollte. Das Holz war etwas dunkler als das von den Eichen, von denen ich mir mein Holz bisher beschafft hatte. Wieder bei meiner Werkbank nagelte ich mein Bett zusammen, und stellte es auf die Erde. Es sah wackelig aus, doch es würde genügen. Ich dachte:**Puh, das war harte Arbeit. Den Schlaf kann ich jetzt gut ge... Au!!!** Das letzte Wort rief ich hallend in die Nacht. Ich drehte mich um, und was ich sah, ließ mich erschauern. Ein Skelett blickt durch die Schatten zu mir. Es schien im fahlen Mondlicht zu glühen, die blanken Knochen hoben sich glimmend von den Schatten ab. Das Skelett legte einen Pfeil in seinen Bogen ein, ein anderer Pfeil musste mich vorhin getroffen haben. Ich rannte zornig über das Gras auf das Skelett zu, zog mein Holzschwert hervor und schwang es drohend. Ich schlug ein mal damit auf das Skelett ein, dann ein lautes Knacksen. Das Schwert war in meinen Händen zerbrochen, den nun nutzlosen Griff hielt ich noch immer in der Hand. Ich warf ihn weg, es würde mir nicht mehr helfen. Doch ich hatte wohl zu lange gezögert, denn ein weiterer Pfeil des Skelettes streifte mein Bein. Nun reichte es mir. Ich rannte die letzte Strecke auf das Skelett zu und schlug mit der bloßen Hand auf es ein. Nach einigen Schlägen fiel der knochige Körperbau des Skeletts in sich zusammen, und bis auf drei unheimlich schimmernde Knochen zerfiel es zu weißem Staub. Ich sammelte die Knochen ein. Wer weiß, wozu sie mir noch nützlich sein werden. Ich sah mich noch einmal um, vielleicht waren noch mehr Monster in der Nähe. Als ich nichts entdecken konnte, ging ich zurück zu meinem Bett und legte mich nun endlich hin.

Am nächsten Morgen wurde ich von etwas kaltem geweckt, was an meine Hand stupste. Ich schlug blinzelnd die Augen auf. Neben meinem Bett stand das niedlichste Geschöpf der Welt. Ein Wolf legte den Kopf schief und blickte mich aus funkelnden nachtblauen Augen an. Der junge Wolf, fast noch ein Welpe, schnüffelte erneut an meiner Hand, dann fuhr er mit der Nase zu meiner Tasche. Ich lachte, als er die Nase in ihr vergrub. Ich lachte, wohl wissend, was er wollte. >>Na, mein Freund? Hast du Hunger?<< Ich gab ihm einen von den drei Knochen, die ich im Kampf gegen das Skelett erbeutet hatte. Grinsend beugte ich mich zu dem Wolf hinab, der den Knochen zermalmte, und dabei vor Freude fiepte. In kürzester Zeit hatte der junge Wolf den Knochen offensichtlich mit Genuss verspeist. Ich zog noch die anderen beiden Knochen heraus und hielt sie ihm hin. Er hechelte dankbar und nahm einen der beiden in die Schnauze. Während er fraß, besah ich ihn mir genauer. Er war sehr dünn, fast schon mager. Sein Fell schien matt und abgestumpft. Er musste seit Tagen nicht mehr richtig gefressen haben. Der Wolf bellte laut und holte mich aus meinen sorgenvollen Gedanken. Irgendwie war mir der Wolf schon ans Herz gewachsen. Lächelnd überreichte ich ihm auch den letzten Knochen. Er hechelte noch ein mal und machte sich auch über den letzten Knochen her. Als er fertig gefressen hatte, blickte er hoch zu mir, in meine Augen. Sein nachtblauer Blick traf auf meinen, und Zuneigung stieg in mir hoch. Ich streckte vorsichtig die Hand aus, und der Wolf schnüffelte sanft daran und fuhr schließlich mit der Zunge über meinen Handrücken. Ich fragte ihn leise:>>Sag mal, hast du vielleicht Lust, bei mir zu bleiben? Du brauchst einen Platz, wo du bleiben kannst, sonst verhungerst du noch.<< Das Tier fiepte erfreut und rieb seinen Kopf gegen meine Beine. >>Du brauchst einen Namen. Wie gefällt dir ''Leo?''?<< Leo bellte, freudig, aufgeregt und zustimmend. Freude stieg in mir auf, als er schwanzwedelnd auf mich zu sprang. Mit ihm würde es nicht mehr so einsam sein. Gemeinsam zogen wir zu meiner Werkbank. Wir hatten noch viel zu tun.


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