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Happy Doomsday 14,5

Bild von Lzudemenchen

Kapitel 14,5

Leon:

Vorsichtig und möglichst leise versuche ich mich aus Lunas Umarmung zu befreien und die Leiter des Jägerstands hinunter zu klettern. Ich halte kurz inne, als eine der Leitersprossen knarzt, aber das einzige, das man hört ist gleichmäßiges, ruhiges Atmen.
Als ich am Boden angekommen bin versuche ich möglichst ohne laute Geräusche meinen Weg zu finden. Wir waren schon einmal hier. Der Wald ist im Dunkeln kaum wiederzuerkennen, aber ich weiß, dass es hier irgendwo in der Nähe sein muss.
Ich würde es ihr so gern sagen, aber ich kann nicht. Der nur spärlich von Mondschein erleuchtete Wald kommt mir viel zu kalt und ruhig vor. Als wäre kein Leben mehr darin. Alle Tiere schlafen und ich sollte eigentlich auch schlafen…
Die Schatten der sich im Wind wiegenden Bäume macht mir Angst und hinter jedem Baum könnte ein Monster stehen, ohne dass ich es sehen würde.
Hier muss doch irgendwo der Steinbruch gewesen sein. Ich möchte weinen, aber kann nicht. Mein Herz fühlt sich seit dem Ausbruch an, als würde es sich von innen nach außen stülpen. Ich habe solche Angst!
Da ist der Steinbruch! Oh Luna, ich hasse den Gedanken dich allein zu lassen, aber ich muss das tun. Ich will nicht so enden wie die!
Ich hasse diese neue Welt! Wir können nie wieder nach Hause, Mama und Papa sind tot, meine Freunde sind tot... Wenigstens sind auch diese Blödiane aus der Schule tot. Die haben es verdient! Oder? … Mein ganzes Leben lang habe ich die Schule gehasst und jetzt wünschte ich mich am liebsten wieder in mein Klassenzimmer zwischen all diese Idioten, die mir das Leben zu Hölle gemacht haben. Ich hätte es noch weiter durchgehalten, hätte mein Abitur gemacht, wäre Arzt oder so geworden und hätte Menschen gerettet, dann hätte ich es diesen Ärschen gezeigt! Aber jetzt sterbe ich als nutzloser kleiner Junge…
Nein… Ich bin ein Held. Ich werde als Held sterben, weil ich die anderen gerettet habe. So wie in diesen Actionfilmen, wo sich am Ende der Held opfert, damit die anderen überleben!
Ich habe wieder einen Schwindelanfall. Es ist so dunkel, nur der Mond schimmert ein wenig durch das dichte Blätterdach. Mein Kopf schmerzt. Ich bin mir sicher, dass auch ich infiziert bin. Wie sollte ich es nicht sein? Ich mach es jetzt! Jetzt!
Ohne mich zu bewegen stehe ich vor dem Abgrund. Ich kann es nicht... ich kann es nicht… ich will noch nicht sterben! Ich habe solche Angst. Ich hatte mir doch vorgenommen tapfer zu sein, aber jetzt kommen mir doch die Tränen! Plötzlich raschelt etwas hinter mir. Ruckartig drehe ich mich um. Ein Reh starrt mich erschrocken an, bevor es weiter durchs Geäst springt. Wieder ein Stich in meinen Kopf. Argh! Mir wird schwarz vor Augen und meine Beine geben nach. Ich spüre nur noch, dass ich falle. Ich wollte das nicht!

Zu Kapitel 15: http://www.hierschreibenwir.de/node/129099


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