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Happy Doomsday 13

Bild von Lzudemenchen

Kapitel 13

Unsere Mutter sitzt am Boden und zittert und weint. Durch meinen Kopf schießen tausende Gedanken, aber keiner davon ist hilfreich. Wir müssen sie zurücklassen. Wir können ihr nicht helfen. Mike wird ungeduldig „Kommt schon! Wir müssen weg! Durch dein Geschrei hast du bestimmt noch mehr von denen angelockt!“ Keiner bewegt sich vom Fleck. Plötzlich springt Leon unserer Mutter entgegen. Mike und ich erwischen ihn zeitgleich am T-shirt, bevor er Mum um den Hals fallen kann. „Maaamaaa!“ es klingt kläglich, mehr nach einem Tier als nach einem Mensch. Schluchzend rollt sich mein Bruder auf dem Boden zusammen. Meine Mutter sieht in leidend an und bricht in Tränen aus. Jetzt verlieren wir alle der Reihe nach den Verstand...
Wir halten ihn beide immer noch am T-shirt fest. „Wenn wir abhauen wollen brauchen wir Sachen. Wir wissen nicht, ob wir einen Unterschlupf finden und wann wir wieder... Ob wir wieder zurück kommen.“ merkt Mike an. „Aus dem Raum kommen wir nicht mehr heraus. In meinem Zimmer gibt es leider nicht sehr viele nützliche Sachen...“ Natürlich fallen mir tausende Dinge ein, die ich mitnehmen wollen würde. Aber nichts davon wäre ansatzweise nützlich. Mike reißt meinen Kleiderschrank auf. Ich merke wie ich rot werde und möchte ihn anschreien. Dann fällt mir auf, wie lächerlich das wäre. Er hat ja Recht, wir sollten uns vorbereiten. Er nimmt meinen Rucksack von ganz oben und durchstöbert die Klamotten. Packt zwei Hoodies ein, eine Regenjacke, eine dünne Decke, eine Jogginghose, Unterwäsche... „Hier! Wie wärs damit?“ Er grinst und wirft mir eine Packung Tampons zu. Ich werde wieder rot, aber diesmal vor Wut. Was denkt der sich eigentlich?! Vermutlich ist es keine dumme Idee die mitzunehmen, aber warum wühlt er in meinen privaten Sachen herum? Ich kann den Rucksack auch selber packen! Mir fällt auf, wie vollkommen absurd diese Situation gerade ist. Da durchwühlt ein alter Kindheitsfreund meinen Kleiderschrank während am Boden meine todkranke Mutter sitzt, vor der mein heulender kleiner Bruder liegt und ich rege mich über Mike auf...
Julian, der aus dem offenen Fenster schaut meldet sich zu Wort. „Wir sollten uns beeilen. Da kommen noch mehr.“ Mike schließt meinen Schrank. „Gut! Los geht’s!“ Ich nehme meine Bettdecke und decke meine Mutter damit zu. Vorsichtig. Bloß nicht berühren. „Machs gut Mama! Ich liebe dich!“ flüstere ich. Ich packe meinen immer noch am Boden liegenden Bruder am Arm und ziehe ihn hoch. Versuche ihn aufmunternd anzulächeln. Er sieht nur weg. „Komm Leon.“ ich ziehe in am Handgelenk mit. Er lässt sich mitziehen, sieht aber immer noch unsere Mutter an. Währenddessen wirft Mike alle meine Kissen aus dem Fenster. Mein Zimmer ist im ersten Stock. Nicht sonderlich hoch, aber hoch genug um sich etwas zu brechen. Mir läuft es kalt den Rücken hinunter. Jetzt steigt Mike auf die Fensterbank hangelt sich vorsichtig am Fensterbrett runter. Mir fällt ein, dass wir aus Bettlaken ein Seil hätten knoten können. Aber wo befestigen? Heizungsregler? Vorhangstange? Würde das halten? Wumms. Mike hat losgelassen und ist unten auf den Kissen gelandet. „Nichts passiert!“ ruft Mike. „Jetzt du Julian!“ Der kleine ist mutiger als ich dachte. Ohne zu zögern klettert er aus dem Fenster. Plumps. „Prima! Jetzt Leon!“ ruft Mike. Ermutigend wuschele ich meinem Bruder durch die Haare. Er zögert einen Moment und hangelt sich dann auch nach unten. Er erstarrt einen Moment und sieht direkt an mir vorbei. Dann lässt er los. Warum hat er an mir vorbei geschaut? Ein lauter Knall. Die Tür hat den Infizierten nachgegeben und ist aus den Angeln gerissen. Ich drehe mich um und sehe direkt in die wahnsinnigen Augen meiner Mutter, die nur gut zwei Meter von mir entfernt steht. Sie zittert am ganzen Körper und Haut schimmert leicht bläulich. Sie kann sich kaum aufrecht halten. Ihr Blick ist starr. Ihre Pupillen sind klein. Sie sieht mir direkt in die Augen. Sie läuft einen kleinen Schritt auf mich zu und streckt ihre Hand nach mir aus. Hinter ihr drängeln sich die Eindringlinge durch die Tür. Meine Mutter dreht sich um und streckt ihre zitternden Arme aus um den Infizierten den Weg zu mir zu versperren. „Mama... Es tut mir so Leid!“ Mir steigen Tränen in die Augen und ich sehe noch, wie eins dieser Ungeheuer meine Mutter erreicht und ihr in den Arm beißt, dann drehe ich mich um und springe.

Mutter:

Ich hätte es ihnen sagen müssen! Von Anfang an war ich die größte Bedrohung. Es ist alles meine Schuld und jetzt ist es zu spät. Es tut mir so Leid. Ich verliere meinen Verstand…
Meine Babys müssen von hier verschwinden und ich muss hier bleiben. Ich muss jetzt stark sein. Ich sterbe eh, also werde ich sie aufhalten! Lauft Kinder... Bringt euch in Sicherheit! Überlebt! Irgendwie…
Ich stehe auf und sehe meine Tochter an. Luna… Du bist so groß geworden… Pass gut auf deinen Bruder auf.
Hinter mir gibt die Tür nach und ich drehe mich um. Kommt ihr Arschlöcher! Nehmt mich und lasst die Kinder in Frieden!
“Mama… Es tut mir so Leid!” Es muss dir nicht Leid tun. Du hast nichts falsch gemacht. Los spring! Ich beschütze euch!
Es tut so höllisch weh, als eins dieser Viecher mir in den Arm beißt, aber ich unterdrücke den Schrei. Ich habe solche Angst, ich will noch nicht sterben, wer passt denn jetzt auf meine Kinder auf? Warum passiert das alles?
Ich wollte doch immer nur ein gutes Leben für mich und meine Kinder haben und jetzt…
Sie drücken mich zu Boden und fallen über mich her. Überall Schmerzen. Ich schließe die Augen und lasse es geschehen.
Mein Schatz… Du warst nicht immer gut zu mir, aber ich habe dich immer geliebt. Falls es doch so etwas wie einen Himmel gibt, sehen wir uns da vielleicht wieder.
Die Tränen brennen auf meiner viel zu warmen Haut, die Bisse der Infizierten zerfetzen meinen Körper. Es soll aufhören! Bitte, macht, dass es aufhört!
Ein Biss in den Hals und ich spüre wie die warme Flüssigkeit pulsierend meinen Nacken und meine Speiseröhre hinunter rinnt.

Zu Kapitel 14: http://www.hierschreibenwir.de/node/129084

(Ich hoffe das ist nicht zu brutal geworden ^^` Ich habe jetzt den Teil mit der Mutter überarbeitet und ein Kapitel nach hinten verschoben, weil es hier besser passt, finde ich. Ist das so besser?)


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