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Herbstpark

Bild von Madame Taft

Ein Park mitten im Verkehrstrubel von London, Lunchtime. Ein Mann füttert die Tauben, in Schwärmen fliegen sie ihm zu, scharen sich um seine Füße. Touristen, Angestellte, Arbeiter. Auf einer Bank sitzt ein junger Mann mit Gitarre, den Kasten aufgeklappt zu seinen Füßen. Doch scheint er nicht für Geld zu singen. Neben ihm sitzt eine junge Frau, ein Heft auf dem Schoß. Sie schreibt. Zu ihren Füßen ein Rucksack. Sie kennt die Lieder nicht, die der Mann singt, kennt ihn nicht. Doch sie hört ihm gerne zu.

Der Taubenfütterer ist fort. Als der Deckel einer Mülltonne zuschlägt, erhebt sich ein Taubenschwarm über dem Park und lässt sich in den Bäumen nieder. Die ersten Bänke leeren sich, der Himmel ist grau. Der Herbst hält Einzug in dieser Stadt. Das Mädchen auf der Bank spürt, wie die Kälte unter ihren Mantel kriecht. Der Mann zieht seine Jacke an.
Menschen laufen vorbei. Schwarz, blau, grau, brau, mal weiß, mal rot, manche mit Hund, manche mit Handy, im Gespräch, allein, kaum ein Lächeln. Das Orange der Straßenarbeiter.
Unter den noch grünen Bäumen eine Bank. In dieser Stadt ist sie eine unter vielen und doch Zentrum einer Welt.


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