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Luca 12.

Bild von Leen

Mika

„Hey.“
„Hey Mika, was ist los? Du siehst scheiße aus.“
Er erwartete dass er grinste als er das sagte, so wie er immer grinste wenn sie sich trafen, doch dieses Mal blickte er ihn ganz ernst an.
„Ich weiß nicht ob ich das noch länger machen will“, sagte er gerade heraus.
Louis runzelte die Stirn etwas. „Hab ich mir irgendwie gedacht, dass du das sagen wirst.“
Er trat einen Schritt auf ihn zu und Mika machte einen Schritt zurück.
Er wollte nicht mehr die Maus in diesem Katzenspiel sein.
Louis legte den Kopf etwas schräg.
„Kann ich dich was fragen?“
Es war ungewöhnlich für ihn, dass er um Erlaubnis bat. Normalerweise war er immer sehr direkt und machte sich nicht viel aus den Wünschen Anderer. Mika nickte nur, ihn immer noch aufmerksam beobachtend. Er hatte schnell gemerkt das Louis ziemlich unberechenbar war.
Als sie sich kennenlernten, saß er gerade mit zwei anderen Oberschülern in der Mensa. Finn hatte auf ihn gedeutet um ihm zu zeigen, wen er meinte und er war einfach zu ihm gegangen um ihn zu fragen. Mika war nie wirklich schüchtern gewesen und hatte sich deshalb auch nichts daraus gemacht, einen älteren Schüler geradeheraus nach Nachhilfestunden zu fragen, doch als Louis seine volle Aufmerksamkeit auf ihn richtete, hatte er das Gefühl ein Tiger hätte gerade seine Beute ins Visier genommen. Bei den späteren Treffen hatte Mika dann gemerkt, dass er tatsächlich seine Beute war und Louis ein Meister im manipulieren.
„Weshalb hast du zugestimmt? Ganz am Anfang meine ich.“
Mika schwieg. Wie sollte er das denn beantworten?
Er hatte zugestimmt weil er knapp bei Kasse war. Weil er sich gedacht hatte, dass er dabei ja nichts verlieren würde. Weil Louis eben überzeugend war. Schon allein wenn er daran dachte es auszusprechen, brannten ihm die Lippen. Stattdessen zuckte er mit den Schultern.
Louis war unbemerkt doch etwas näher gekommen. Hastig ging Mika wieder zwei Schritte rückwärts um den Abstand bei zu behalten. Doch Louis kam noch näher und weiter zurück konnte er nicht. Hinter ihm war die Wand. Schon wieder.
Eine Fußlänge vor ihm blieb Louis stehen. „Wenn ich das nicht weiß..“, sagte er dann und lehnte sich etwas vor.
Sein Herz schlug schneller. Er saß in der Falle.
„..wie kann ich dann aufhören?“ Louis's Stimme war leise und samtig. Selbst als Junge kam Mika nicht umhin zu sehen, dass er gut aussah. Von dieser Nähe sah er in den dicht bewimperten braunen Augen honigfarbene Spuren um die geweiteten Pupillen.
„Wie kann ich..?“, setzte Louis an und war ihm nah genug, dass sich ihre Lippen berühren konnten, doch dann, als er sich gerade damit abgefunden hatte, kniff Louis die Augen zusammen und wich von ihm zurück. Er sah, dass er seine Hände geballt hatte als er sich von ihm weg drehte.
Ohne ein weiteres Wort nahm Louis seine Tasche und eilte davon.
Wieder blieb Mika verwirrt zurück. Merkwürdig aufgewühlt spürte er das Gefühl von Enttäuschung in sich aufkeimen. Irritiert versuchte er es zu unterdrücken und machte sich auf den Weg in die Bibliothek.

Louis

Es hatte eine ganze Woche gedauert bis er es sich selbst tatsächlich eingestehen konnte.
Dieses Mädchen hatte Mika eine Möglichkeit gegeben, ihn zu meiden und nach seinem Fehler konnte er ihn nicht mehr grundlos überzeugen. Er musste sich eingestehen, dass Mika besser war. Bis hier hin hatte er gewonnen.
Nach den Regeln, die er selbst aufgestellt hatte: Wer sich verliebt, verliert.
Du willst es viel zu sehr, dann wirst du auf jeden Fall verlieren.
Egal wie sehr er es auch verabscheute, sie hatte Recht.
Aber wie konnte er aufhören, wenn er ihn immer noch so an sah. Ob er aufgeregt war oder überrascht, ob wütend oder zweifelnd, immer immer sah er ihn an, direkt und ohne zu zögern.
Es brachte dieses Gefühl in ihm hervor und er spürte seinen Herzschlag.
Wie konnte er da aufgeben?
Ekelhaft hatte er gesagt. Weshalb hatte er dann ganz am Anfang zugestimmt, wenn er es im Grunde abstoßend fand?
Mika hatte ihm keine wirkliche Antwort darauf gegeben.
Er war verwirrt und er mochte dieses Gefühl überhaupt nicht.
Und er war wieder ohne ein Wort davon gegangen und fragte sich ob es richtig gewesen war.
Er hatte zwar gesagt dass er es nicht mehr wollte, kein Wunder nachdem was letztes Mal passiert war, aber er hatte ihn nicht wieder weggestoßen.
Irgendwann wirst du daran kaputt gehen.
Es war richtig so. Es war richtig so.

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