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Scherbenhaufen

Bild von Yuomikuo

Tick. Tack.
Mein Blick schweifte schläfrig durch den dunklen Raum. Nichts.
Vorsichtige bewegte ich erst den einen und dann den anderen Arm. Ich stemmte mich langsam, unter enormer Anstrengung hoch und schwang mein linkes Bein über die Sofakante. Meine Füße waren kalt ebenso wie das Leuchten des stillgelegten Aquarium.

...und ebenso wie meine stillgelegten Gefühle.

Unsicher schüttelte ich den Kopf und drehte mich in Richtung Tür. Das kleine Aquarium rechts daneben hatte nun seit zwei Wochen keine Bewohner mehr, ganz plötzlich waren meine zwei Clownsfische verschwunden.

...ganz plötzlich, ebenso wie die vorgespielte Freundschaft.

Ich zwang mich den Blick abzuwenden und ging ein zwei Schritte nach vorne.
Knack. Meine Augen zuckten unruhig umher bis sie sich schließlich an meine Füße hefteten. Ein scharfer Schmerz durchzuckte meine linke Fußsohle. Unsicher kniete ich mich hin und betastete die schmerzende Stelle. Ein etwa zwei bis drei Zentimeter dicker Glassplitter ragte aus der Haut unterhalb meines Fußballens. Ich packte ihn nach einigen Sekunden Überlegung und zog ihn mit einem sanften Ruck heraus. Blut lief mir über die Fingerspitzen und ich tastete unruhig um mich, auf der Suche nach etwas was die Blutung stoppen könnte.
Meine Fingerkuppen stießen auf einen weiteren Glassplitter, dann noch einen. Es schien als wäre etwas zerbrochen.
Ein Scherbenhaufen. Ich saß inmitten eines Scherbenhaufens.

...inmitten eines unwiederruflichen Scherbenhaufens.

Jetzt ist es zu spät, ich kann nur noch darauf achten nicht in weitere Scherben zutreten.


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