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Luca 11.

Bild von Leen

Louis

„Brüderchen..?“ Ihre Stimme war klar und hatte diesen triumphierenden Ton inne.
„Willst du nicht eine Runde mit mir spielen?“
„Ich spiele nicht mit Dir.“ Hatte er geantwortet nachdem er die Haustüre hinter sich geschlossen hatte und seine Jacke an den Harken hing.
„Weil du weißt das du verlieren wirst?“ Sie kicherte.
„Weil du dauernd die Regeln änderst.“
Sie sah ihn forschend an. „Irgendwann wirst du daran kaputt gehen.“
Er setzte sich ihr gegenüber und goss sich Kaffee in eine Tasse.
„Ich weiß nicht wovon du sprichst.“
„Das Mädchen.. sie ist süß.“ „Und?“
„Magst du sie?“, fragte sie und teilte die Karten aus.
„Und wenn?“ Er nippte an seinem Kaffee, nachdem er einen vollen Löffel Zucker hinein gerührt hatte. „Würde mich wundern“, stellte sie fest und reichte ihm sein Deck.
„Irgendwann..“, sagte sie dann und sah ihn grinsend an „stellt dein Gegenüber all deine Regeln auf den Kopf und du.. Du wirst verlieren.“

Er war dabei zu verlieren. Er merkte es.
Es war genauso wie sie gesagt hatte. Es ärgerte ihn, es sich eingestehen zu müssen.
Er hatte gewusst, das es etwas anders sein würde. Mika war eben kein Mädchen.
Meistens war es einfach Mädchen zu überzeugen. Es war einfach mit ihnen die Regeln zu besprechen und es war einfach zu merken, wenn sie verloren hatten.
Er ließ es nie so weit kommen, dass sie ihm ihr Herz aufdrängten und wollte es auch nicht zerstören. Er genoss einfach das Gefühl zu gewinnen.
Als Mika auf ihn zugekommen war und ihn ohne Umschweife nach Nachhilfestunden gefragt hatte, hatte ihn diese Unerschrockenheit fasziniert. Sein direkter Blick, ohne ein nervöses Abschweifen oder Blinzeln, wie es sonst der Fall war, wenn er Jemanden direkt an sah.
Er hatte ein Auge für alle schönen Dinge und genoss es sie für sich zu gewinnen. Wenn es um Menschen ging, waren für gewöhnlich Mädchen weit aus interessanter. Mika allerdings hatte eine ganz eigene Art schön zu sein.
Als er ihm seinen Vorschlag unterbreitet hatte, hatte er nur etwas verwundert ausgesehen.
„Bist du schwul oder so?“, hatte er gefragt.
Er hatte lachen müssen. „Nö.. ich leg mich da nicht so fest.“
Es war merkwürdig einfach gewesen mit ihm darüber zu sprechen. Er hatte sich allerdings schon Gedanken gemacht, wie er reagieren würde, denn nicht alle sahen solche Dinge so wie er.
Als sie sich dann im Flur trafen, bemerkte er Mika's Unruhe zum ersten mal.
„Ich weiß nicht ob ich das kann.“, hatte er gesagt. „Ich zwing dich zu nichts.“, hatte er ihn beruhigt, doch er war noch immer unendlich angespannt gewesen.
Es hatte ihm Spaß gemacht, zu merken wie sich seine Gesichtszüge nach und nach lockerten, als er leicht seine Lippen berührte. Seine Augen waren fest geschlossen, als er seine etwas öffnete.
Er wollte es nicht nur fühlen, er wollte es auch sehen, wie sich Mika's Anspannung löste.
Er war vorsichtig, denn er wollte ihn überzeugen. Ihn hervorlocken und ihn für sich gewinnen.
Es funktionierte auch, bis der Gong ertönte und Mika ihn erschrocken von sich schubste.
„Okay.. Lass uns deine Noten aufbessern“, hatte er ihn angegrinst um ihm aus der peinlichen Atmosphäre heraus zu holen. „Was nochmal? Mathe oder?“
„Hast du dich überhaupt vorbereitet?“ Er war sofort darauf eingestiegen und das leichte Rosa in seinem Gesicht war außergewöhnlich schnell verschwunden.

Beim zweiten Mal, sah es so aus als wäre Mika weniger unruhig gewesen.
Er wirkte abgeklärter, doch Louis konnte es ihm nicht gleich glauben, denn seine Hände waren geballt und als er ihm näher kam spürte er, wie Mika gezwungen flach atmete.
Diesmal lehnte er sich ein wenig mehr gegen ihn und testete, während er ihn leicht küsste, wie er reagierte wenn er gleichzeitig mit seinen Fingerspitzen in seinen Haaransatz im Nacken fuhr.
Er hatte die Erfahrung gemacht, dass Mädchen sich so viel leichter fallen ließen, doch er spürte sofort wieder Mika's Anspannung und so zog er seine Hand zurück. Er beruhigte sich auch schneller als beim ersten Mal und so wagte er es nach einer Weile und tastete mit der Zunge nach seiner.
Es dauerte einen kurzen Augenblick, dann drückte ihn Mika erschrocken von sich.
„Warn mich mal vor.“
Louis musste grinsen.
Er fragte sich, ob Mika wohl vor ihm, bereits Jemanden geküsst hatte. Er überlegte einen Moment, kam ihm wieder näher und küsste ihn mit geöffneten Augen. Mika's Augen waren ebenfalls offen und es brachte ihm ein merkwürdiges, aufregendes Gefühl in der Brust, dass er seinem Blick nicht auswich. Dann tippte er ihn zweimal an die Schulter und fühlte wieder mit der Zunge nach seiner. Dieses Gefühl in ihm, steigerte sich nochmal als er sah wie Mika die Augen langsam schloss und fühlte wie er tief einatmete.
In diesem Augenblick dachte er, er hätte womöglich gewonnen und gleichzeitig kam ihm das Bewusstsein, dass er noch nicht aufhören wollte. Er wollte dieses Gefühl noch ein bisschen länger genießen. Als er sich von ihm löste, wich Mika seinem Blick allerdings noch immer nicht aus.
Eine leichte Röte überlief sein Gesicht, doch ansonsten hatte sich nichts geändert.
Es wunderte ihn, doch noch mehr als das, wunderte ihn, dass er sich darüber freute.

Als sie sich das dritte Mal trafen, machte er einen Fehler. Er war schlecht gelaunt und verbissen, denn sein Team hatte im Finale verloren. Er selbst hatte den ausgleichenden Punkt vergeigt und konnte niemanden als sich selbst die Schuld für den Verlust geben.
Mika war bereits da und begrüßte ihn wieder mit einem direkten Blick ohne ein Zögern.
Louis sagte nichts und drängte ihn sofort gegen die Wand. Er konnte es gerade nicht ertragen. Er musste gewinnen. Doch Mika wendete seinen Blick nicht ab. Er sah erschrocken aus. Louis hielt seine Arme feste, doch er drückte ihn von sich.
„Was soll das? Hör auf!“ Er atmete schnell. „Komm mal runter!“
Er starrte ihn nur an, doch Mika vermied noch immer nicht seinen Blick.
„Was ist denn los?“ Er sah wütend aus.
Louis atmete tief ein und aus.
Er wusste das er einen Fehler gemacht hatte. „Tut mir leid“, sagte er nach einem Moment und versuchte ein spielerisches Grinsen, als wäre das nur ein dummer Scherz gewesen.
„Was sollte das? Das war ja ekelhaft.“ Mika's Augenbrauen waren auf seiner Stirn zusammen gezogen.
„Ekelhaft“, wiederholte Louis und das nicht überzeugende Grinsen wich endgültig aus seinem Gesicht.
„Du weißt was ich meine“, gab Mika zurück, doch er spürte wie eine Maske von Ausdruckslosigkeit sein Gesicht bedeckte.
„Tut mir leid“, wiederholte er, nahm seine Tasche und ging.
In diesem Moment, hatte er gewusst, dass er verlieren würde.

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Hey :)
Wie man gemerkt hat ist Luca hier diesmal nicht die Prota..
Ich habe den Titel aber trotzdem Luca 11. genannt weil ich dachte, dass es sonst vielleicht zu verwirrend wird.
Wenn Jemand eine bessere Idee hat? Ich bin offen :D
Lg, Leen

Hier ist der Anfang:
http://www.hierschreibenwir.de/node/128998

Hier geht's zurück zu 10:
http://www.hierschreibenwir.de/node/129068

& Weiter zu 12:
http://www.hierschreibenwir.de/node/129074


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