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Luca

Bild von Leen

Luca

Es klopfte.
Sie sah von dem linierten Papier auf.
Es klopfte wieder und erst da bemerkte sie, dass es nicht an der Tür klopfte, sondern am Fenster.
Die Dunkelheit hinter sich, erkannte sie das Gesicht von Josh.
Verwirrt bewegte sie sich zum Fenster hin und öffnete es.
Mit einem halben Überschlag rollte er sich über ihr Bett, in ihr Zimmer.
„Wie bist du da hochgekommen?“ fragte sie.
„Der Baum. Man kann über einen Ast auf unserer Seite, auf eure Seite klettern, bis auf dein Fensterbrett“, erklärte er und wischte sich Dreck von der Jeans.
„Und warum sollte man das..“
„pssscht“, unterbrach er sie und lugte durch das noch immer geöffnete Fenster in das Haus gegenüber.
Sein Gesicht war angespannt und er beobachtete eine Weile wie zwei Personen im Zimmer standen.
Sie redeten aber man konnte nicht verstehen worüber sie sprachen.
Irgendwann hörte man das gegenüberliegende Fenster zuschlagen und das Licht wurde im Zimmer gelöscht.
Mit einem Stöhnen ließ er seine Anspannung fallen und lehnte sich an ihre Wand.
„Also?“, fragte sie und schloss das Fenster. Es wehte ein kalter Wind draußen und es fröstelte sie.
„Ich brauch einfach mal 'ne Pause“, meinte er und versuchte einen hartnäckigen grünen Fleck von seiner Hose zu wischen.
„Bei mir im Zimmer?“, fragte sie doch es klang eher wie eine Aussage.
„Bin gleich schon wieder weg, du Roboter“, sagte er und schloss für einen Moment die Augen.
„Roboter?“ sie klang wirklich etwas monoton, stellte sie für sich fest.
„Ja, dann kannst du weiter lernen.“ Er schaute noch einmal vorsichtig durchs Fenster.
„Was war denn?“, fragte sie.
Eigentlich wollte sie erwidern, dass sie bereits damit fertig war zu lernen, aber hielt es dann doch für unnötig.
„Ach.. meine Mutter und meine Ex haben sich verschworen.“
„Verschworen“, wiederholte sie und hob ihre Augenbraue.
Für sie sah es eher so aus als würde er vor Verantwortung flüchten.
Das war früher schon so gewesen.
Wenn er etwas angestellt hatte, war er eher weggelaufen, bis er sich am Ende doch stellen musste.
Aber sie hatte nicht vor ihn zu belehren.
„Kannst du mir einen Gefallen tun?“, fragte er und sah sie an.
Sie antwortete nicht.
„Es ist echt keine große Sache, wirklich! Könntest du ihr morgen einen Brief geben? Ich bin morgen nämlich nicht in der Schule.“
„Aha..“, sagte sie, dann: „Wir schreiben morgen einen Kurztest in Physik, dass weißt du oder?“
„Noch ein Grund mehr, morgen nicht da zu sein.“ Er grinste.
„Wie du meinst“, antwortete sie mit zuckenden Schultern und streckte ihre Hand aus.
Er sah sie verwirrt an.
„Der Brief“ meinte sie dann.
Er sah verlegen aus.
„Äh.. ja.“ Sein Blick fiel auf das Tagebuch neben dem Kopfkissen.
Mit einer fließenden Bewegung schnappte er es sich.
Nahm den Kugelschreiber daneben und schlug die Seite auf in der sie zuletzt geschrieben hatte.
Blätterte eine Seite weiter und überlegte einen kurzen Augenblick.
Er hatte schon fast einen ganzen Satz geschrieben, da nahm sie es ihm aus der Hand.
Es war merkwürdig. Auch wenn sie keine Gefühle oder Ähnliches hineinschrieb, war es ihr irgendwie trotzdem unangenehm, dass er es einfach so aufgeschlagen hatte.
Sie merkte, dass sich ihre Wangen röteten.
Verdutzt sah er sie an.
Sie legte das Buch auf den Schreibtisch, riss eine leere Seite aus ihrem Collegeblock heraus und gab sie ihm, dazu ihr Deutschbuch als Unterlage.
Ohne einen Kommentar, beugte er sich erneut über das Blatt und schrieb ein paar Zeilen.
Dann faltete er es unordentlich zusammen und reichte es ihr.
„Darfst du ruhig lesen.“
Sie legte das Stück Papier auf ihren Schreibtisch, als er das Fenster erneut öffnete und mit einem Ächzen auf den dicken Ast des Baumes sprang, der zwischen ihren Häusern wuchs.
„Du hast was gut bei mir!“, flüsterte er noch halb laut zurück, dann konnte sie ihn in der Dunkelheit nicht mehr sehen und schloss ihr Fenster.
Für einen Moment hatte sie das Gefühl, dass überhaupt nichts passiert war und sie sich alles bloß eingebildet hatte.
Doch schnell verging das Gefühl und sie nahm den Brief an seine Exfreundin in die Hand.
Sie würde ihn nicht lesen, auch wenn er meinte sie dürfe.
Es ging sie nichts an.
Sie legte das Stück Papier wieder auf ihren Schreibtisch.
Dann fiel ihr Blick auf ihr Tagebuch.
Sie nahm es in die Hand, schlug es auf und setzte sich wie vorher aufs Bett.
Sie musste einen Vierten Punkt hinzufügen.

- Du hast Etwas gut bei Josh.

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hey hey :)
Dies ist der Anfang.
Wenn du weiter lesen magst:
http://www.hierschreibenwir.de/node/128999
würde mich riesig über Feedback freuen! :D
LG, Leen


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