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Esst euer Eis auf, sonst gibt's keine Pommes

Bild von huckleberryfriendz

Katja Zimmermann ist nach drei Monaten Beziehung mit Jonas schwanger; er verläßt sie, zieht wieder zu seiner vorigen Freundin und sie zieht die Zwillinge ohne ihn auf. Nach der Lektüre mehrerer Ratgeber hat sie es perfektioniert, von anderen Hilfe einzuholen und berichtet in diesem Buch von den ersten elf oder zwölf Jahren als alleinerziehende Mutter. Dabei betont sie stets, wie schwer das Leben für Alleinerziehende ist, vergleicht mit anderen Ländern und deren finanzieller Unterstützung, vergleicht mit Alleinerziehenden mit nur einem Kind, mit Familien, auch denen, die nicht so harmonisch funktionieren und mit Getrenntlebenden, die sich die Kindererziehung teilen. Eins ist ( bis auf die letzten vier Seiten) immer klar: Sie hat als Alleinerziehende mit Zwillingen das härteste Los gezogen und so beschreibt sie vom ständigen eigenen Zurückstecken, fehlgeschlagenen Kurzbeziehungen, finaziellen Problemen und dem Alltag als Alleinerziehende, die nahezu ständig alle anderen, die anscheinend das erhalten haben, was ihr doch zustehe – immer mit einer ordentlichen Portion Neid und Selbstmitleid betrachtet. Außerdem kommen viele Alleinerziehende aus dem Haus, der Straße oder dem Umfeld, in dem/der sie lebt zu Wort, Steuerbestimmungen und andere Ungerechtigkeiten gegenüber Alleinerziehenden werden aufgeführt. Auf den letzten vier Seiten des Buches stellt sie dann plötzlich und völlig unerwartet fest, dass sie mit ihrem Leben und dessen Bedingungen, rückwirkend doch zufrieden sein kann und stolz auf sich und ihre Kinder ist, dass sie endlich sieht, dass sie es auch viel schlimmer hätte treffen können und die perfekten Familien, die sie mit Neid betrachtet hat, doch nicht so perfekt waren, wie sie es sich immer erträumt hatte.

Ich muß gestehen, diese sich durch das Buch ziehende Selbstbemittleidung hat mich ziemlich genervt, obwohl ich, als nicht Alleinerziehende, es grundsätzlich spannend fand, von einem Leben als Alleinerziehende zu lesen. So viel Neid, Selbstbemitleidung und Schwarz-Weiss-Denken hatte ich allerdings nicht erwartet, sondern war aufgrund des Titels davon ausgegangen, ein witziges Buch zu lesen, in dem spaßige Annekdoten erzählt werden; leider habe ich nur den Titel des Buches wiedergefunden, ansonsten fand ich es nicht wirklich witzig. Immer wieder hat Katja Zimmermann durch Einflechten von Umfrageergebnissen oder Forschungsauswertungen kurze Passagen geschaffen, die den Eindruck eines Sachbuches vermitteln sollen; leider sind auch diese Ergebnisse stets eindeutig einseitig und unterstreichen, dass das Leben als Alleinerziehende einem ständigen Überlebenskampf nahekommt.

3/5 ***


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