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Leb wohl, Supermarkt

Bild von warmerSommerregen

Schöne Gestaltung, solide Rezepte!

Nicht mehr auf die „minderwertigen und denaturierten Zutaten“ angewiesen zu sein und sich durch besseres Essen wohler zu fühlen, war das Ziel von Judith Anger. Die gelernte Köchin und Permakultur-Praktikerin ist der Auffassung, dass sich viele Unverträglichkeiten, Mngelerscheinungen oder Krankheiten durch Nahrung aus eigenem Anbau – ganz ohne Chemie – vermeiden ließen.
Zu Beginn des Buches erklärt sie die Grundbegriffe „Permakultur“, „Wildniskultur“ und „essbare Landschaften“. Danach erklärt sie anhand des Leitspruches „Jedem Erdenbürger seine Erde!“, wie sich auch ohne Garten gärtnern lässt, denn mit ein bisschen Kreativität lassen sich auch Terrassen, Balkone oder Hauswände bepflanzen. Aber auch Projekte wie die sogenannten „Essbaren Gemeinden“ stellen eine Option dar.
Sehr interessant waren für mich auch die Erklärungen zum Hügelbeet, die sich dank einer Zeichnung gut nachvollziehen ließen.
Im darauf folgenden Kapitel gibt die Autorin ein paar Beispiele für alternative Bezugsquellen an, da sich schließlich nicht alles im eigenen Garten anbauen lässt.
Danach geht es schon mit den Grundrezepten los. Da die Autorin selber nach Gefühl kocht, sind die Mengenangaben Richtwerte, weswegen Judith Anger auch zum Experimentieren und Ausprobieren aufruft. Außerdem erklärt sie, auf welche Produkte sie lieber verzichtet und wie sie diese problemlos ersetzt. Beispielsweise verwendet sie vorzugsweise Ziegenmilch, da Ziegen die einzigen milchgebenden Tiere sind, die nicht gemestet werden könnten, weswegen die Produkte verträglicher seien. Von Rind- oder Hühnersuppe, Kräuteröl, Tomatenketchup bis hin zu verschiedenen Pestos werden hier Ideen gegeben. Wild gemischt folgen als nächstes weitere Grundrezepte – „Eingelegtes“, „allerlei Süßes“, „Säfte & Hochprozentiges“, „Brot & Nudeln“, „allerlei Pikantes“, also „Süß-saure Gurken“ (S.36), Chutney, verschiedene Sirup-Variationen oder Pasta.
Das nächste Kapitel ist dem Frühling gewidmet: Vorspeisen wie „Sauerampfersuppe“ (S.55) werden gefolgt von Hauptspeisen wie „Blätterteigtaschen mit Bärlauch-Malabarspinat-Füllung“ (S.58) oder „gefüllten Senfblättern“ und Salaten als Beilagen und abgerundet durch Desserts.
Auch Sommer, Herbst und Winter kommen mit soliden Rezepten wie den „Maislaibchen“ (S.108) daher. Sehr haben mir Seiten innerhalb der Rezeptkapitel gefallen, in denen beispielsweise Hinweise zu besser vertretbaren „Fleischanbietern“ zu finden sind.

Das Buch ist schön gestaltet: Zeichnungen zieren die Seiten und Farbfotos lockern die Texte auf, manchmal gibt es einleitende Texte zu Rezepten oder Tipp-Boxen. Das alles gibt dem Buch einen persönlichen Charme. Auch wenn viele Rezepte in meinen Augen nicht besonders aufregend sind (Mayonnaise selbstzumachen ist bei uns zum Beispiel schon lange üblich), stellen sie doch ein solides Grundgerüst dar, wenn man auf die Lebensmittelindustrie verzichten möchte. Doch auch neue Ideen und Impulse finden sich in diesem Buch.
Alles in allem zeigt dieses Buch einige solide Rezepte, um auf Industrienahrung mit lauter E-Stoffen verzichten zu können. Wenn man sich jedoch mit dem Thema bereits etwas beschäftigt hat, wird man einige Rezepte bereits kennen. Dennoch ist dieses Werk, um ans Ausprobieren und Anbauen gebracht zu werden, mit seinen 100 Rezepten mit Zutaten aus dem eigenen Garten und von Wildpflanzen, zu empfehlen.


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