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Was sagt mir meine Kindheit

Bild von warmerSommerregen

Äußerst interessant!

Die Bedeutung der Kindheit in Bezug auf die eigene Entwicklung – auch im Erwachsenenalter – wird oftmals unterschätzt. Wie wir beispielsweise durch unsere ersten Lebensjahre bereits geprägt werden, ist eine spannende Frage, der die Gesundheits- und Arbeitspsychologin Dr. Julia Umek in ihrem Buch „Was sagt mir meine Kindheit“ auf den Grund geht.
Dazu wird erst betrachtet, welche Einflüsse bereits während der Schwangerschaft auf das Kind einwirken und wodurch der Säugling nach der Geburt gestärkt werden kann. Dabei werden mehrere Faktoren, welche Resilienz begünstigen, erläutert. Auch auf Bindungen wird ausführlich eingegangen, wobei ebenfalls erklärt wird, was gute Bindungen auszeichnet. Wie an vielen Stellen im Buch, wird der Leser dazu angehalten, ein paar Fragen zu beantworten, um sich bewusst zu machen, wie er mit Bindungen umgeht, usw..
Im Folgenden wird darauf eingegangen, wie Kinder Selbstsicherheit, Verantwortungsbewusstsein, Anpassungsfähigkeit und Kreativität ausbilden – Fähigkeiten, die, bereits so früh erworben, einen meist das ganze Leben lang begleiten – und wie Eltern, traumatische Ereignisse oder die Umstände, in die ein Mensch hineingeboren wird, nicht nur das Verhalten und damit auch die Persönlichkeit, sondern auch das Erbgut beeinflussen können.
Sehr interessant geht es dann mit der Frage weiter, in wie weit man noch das Kind von damals ist, bedenkt man doch, dass sich alle sieben Jahre „die Zellen des Körpers vollkommen erneuert“ (S.50) haben.
Danach wird die Bedeutung von Gefühlen für die Entwicklung heraus gearbeitet und sehr verständlich erklärt, aber auch der „rote Faden im Leben“ kommt nicht zu kurz. Spannend waren meines Erachtens auch die Ausführungen zum Familienmotto, welches meist ein ganzes Leben lang unbemerkt in einem schlummert und die Handlungen beeinflusst.
Aber auch Erkenntnisse der modernen Hirnforschung werden aufgezeigt und miteinander verknüpft.
Der zweite Teil des Buches befasst sich damit, wie man sein Verhalten ändern kann. Um diese Frage beantworten zu können, wird zunächst erklärt, was Verhalten ist und welche Tendenzen sich irgendwie zu verhalten bestehen, sodass man sein Handeln etwas einordnen und auf Grundlage dessen auch hinterfragen kann. Von Unselbstständigkeit über Schuldgefühle und Rastlosigkeit bis hin zu Misstrauen ist hier alles vertreten. Auch Verbesserungsvorschläge und Hilfestellungen, wenn man sein Verhalten verändern möchte, werden gegeben. Dabei spielt ein gutes Selbstwertgefühl eine zentrale Rolle und wird deswegen ausführlich behandelt.
Im Anschluss daran wird darauf eingegangen, wie man sich der Vergangenheit stellt, sein Verhalten – falls gewünscht – dauerhaft ändert und letztendlich entspannter und glücklicher mit sich selber umgeht.

Was mir an diesem Werk sehr gut gefällt ist zum einen, dass immer wieder bereits Beschriebenes aufgegriffen und neu verknüpft wird, sodass man sich ein viel umfassenderes Bild von bestimmten Zusammenhängen machen kann, als es ohne erneutes Zurateziehen wäre, und zum anderen, dass Dr. Julia Umek unglaublich viele Fallbeispiele anführt, die ihre Erklärungen viel lebensnaher und verständlicher machen. Außerdem ist sowohl durch die kurzen Abschnitte als auch die abwechslungsreichen Fallbeispiele gewährleistet, dass beim Lesen nie Langeweile aufkommt. Ebenso ist das Verhältnis von Informationen und Erklärungen sehr schön ausbalanciert, sodass dieses Buch angenehm zu lesen, aber dennoch mit viel Inhalt gefüllt ist.
Viele der Betrachtungsweisen waren für mich sehr interessant und ich war beeindruckt, wie viele Einflüsse auf ein Kind wirken und welche Reichweiten sie haben können. Gleichzeitig schenkt dieses Werk aber auch Zuversicht, dass man ungewünschtes Verhalten immer ändern und immer glücklicher werden kann. Sehr schön passen dazu auch die zahlreichen Zitate, mit denen die Autorin die Texte auflockert, da so oftmals auch Ausführungen als Resümee noch einmal genau auf den Punkt gebracht werden.
Sehr hilfreich sind darüber hinaus auch die „Fragebögen“, dank derer man sich eingehend mit der eigenen Kindheit befasst, um die Antworten dann, stets gut angeleitet, in ein anderes Licht rücken kann, um sie auch besser zu verstehen.

Mir hat „Was sagt mir meine Kindheit – Die eigene Entwicklungsgeschichte erkennen und beeinflussen“ sehr gefallen, da hier viele Aspekte behandelt und gekonnnt verknüpft werden. Das Buch liest sich sehr angenehm und flüssig, sodass es sich nie in die Länge zieht. Alles in allem kann ich es daher sehr weiterempfehlen!


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