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Night Falls

Bild von huckleberryfriendz

„Night falls“ von Jenny Milchamn erzählt die Geschichte in zwei Zeitsträngen:

Als Sandra das Abendessen für ihre Familie zubereitet, dringen zwei, bei einem Arbeitseinsatz außerhalb der Gefängnismauern entflohene, Häftlinge in ihr luxeriöses Haus ein und halten sie gefangen. Ziemlich schnell wird klar, um wem es sich bei dem einen Mann, der Nicky genannt wird, handelt, der andere wird als Riese beschrieben. Nicky kennt Sandra offensichtlich von früher, wobei Sandra erst langsam begreift, um wen es sich handelt...
Der zweite Erzählstrang beginnt in den 60er Jahren und beschreibt eine Mutter, die völlig vernarrt in ihren kleinen Sohn ist, ihn total verzieht und für hochbegabt hält; für ihn benötigt sie alle ihre Aufmerksamkeit....

Der Klappentext und die Beschreibung des Buches hatten mich sehr angesprochen und mich einen ausgefeilten, spannenden Thriller erwarten lassen; leider habe ich den Roman ganz anders erlebt.

Besonders Sandra, aber auch ihr Mann Ben sowie ihre fünfzehnjährige Tochter Ivy starten immer wieder, eher unüberlegte und aussichtslose Versuche dieser Gefangenschaft zu entkommen, dass es eher nervig als spannend wirkt, sehr verzweifelt und wenig überzeugend. Auch die vielen ausgiebigst beschriebenen Gedankengänge und -spiele konnte ich häufig überhaupt nicht nachvollziehen, fand sie manchesmal eher kindlich-naiv bis skurril. Packende Spannung kam da leider nicht wirklich auf. Gerade der Erzählstrang der Gegenwart wird trotz der beschriebenen Folter sehr langatmig, wohingegend der Erzählstrang aus den 60ern schon interessanter daherkommt.

Insgesamt konnte mich dieser Thriller überhaupt nicht in seinen Bann ziehen. Der ständige Wechsel zwischen Ausweglosigkeit und Entkommen war nicht wirklich fesselnd; man hat schon erwartet, dass die unüberlegte Möglichkeit sich zu wehren wieder nicht funktionieren kann. Auch diese Überlängen der oft nicht nachvollziehbaren Gedankengänge und unwichtigen Details konnten mich nicht fesseln; manchmal werden 3 Sekunden über mehr als sechs Seiten beschrieben ohne wirklich intensiv zu wirken. Nicht zuletzt mangelt es mir an Glaubwürdigkeit etlicher Details ( z.B. herausfallende jahrzehntealte Narben) und der eigentlichen Grundlage dieser Geschichte: dass Sandra ungefähr die Hälfte ihres Lebens derart verdrängt hat und ihre Familie Nichts von dieser Lebenshälfte weiß. Der Erzählstrang, der Erlebnisse aus den 60er Jahren vermittelt, war wesentlich interessanter. Und selbst beim Cover fällt auf, dass selbst dieses nicht stimmig zur Geschichte paßt, die während eines Schneesturmes spielt .

Fazit: kein Thriller sondern eine langatmige und stellenweise krampfhafte Erzählung einer Familiengeschichte

2/5 **


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