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Tagebuch

Bild von flügellos

Klappentext:
Die vollständige, weltweit verbindliche Fassung des Tagebuchs der Anne Frank in der ausgezeichneten Übersetzung von Mirjam Pressler.
Für Anne Frank war ihr Tagebuch in der Enge des Verstecks Ersatz für eine Freundin und Gesprächspartnerin, Ventil für Sorgen und Unmutsausbrüche und zugleich Übungsfeld für ihre große schriftstellerische Begabung. Es ist und bleibt das eindringlichste und bewegendste Dokument für Judenverfolgung im Nationalsozialismus.
Diese Standartausgabe des Tagebuchs von Anne Frank vermittelt ein eindrucksvolles Bild ihrer Lebens-, Gefühls- und Gedankenwelt.

Meine Meinung:
In der Tat, das tut es wirklich. Dieses Buch, das schon seit Jahren auf meiner Leseliste steht, hat mich von der ersten Seite an mitgerissen. Nicht nur aufgrund seiner historischen Brisanz und seiner unumstritten Popularität, sondern weil Anne von Seite 1 an so kennenlernt, wie sie wirklich ist: Ein Mädchen, oft jung und naiv, oft frühreif und verzweifelt, mit einem großen Traum und einem noch größeren Herzen. Klar ist sie mir oft auf die Nerven gegangen, wie es einem Mädchen im Alter zwischen dreizehn und fünfzehn nun einmal tun, mit ihren ewigen Träumereien von der Liebe und den nicht enden wollenden Auslassungen über ihre Mutter. Aber genau deshalb konnte ich mich auch so gut in ihr wiederfinden.
Was mich aber noch mehr verblüfft hat, als Annas Charakter, war die Leichtigkeit mit der sie die für uns heute unvorstellbaren Gräueltaten der Nationalsozialisten geschildert hat. Deportationen, Essensmarken, Invasion, Untertauchen und Verstecken: Worte die bei ihr ganz leicht auf das Papier zu fließen scheinen, die für sie normal und wenn schon nicht alltäglich, dann zumindest gewohnt sind. Und das ist es, was am Tagebuch der Anne Frank tatsächlich seit Jahrzehnten die Leserschaft fasziniert. Anne, die einfach munter von ihrem oft schrecklichen Alltag im Hinterhausversteck erzählt, während draußen die Bomben fallen und die Familie tagsüber kein Wasser laufen lassen darf um keine verräterischen Geräusche zu erzeugen.
Und so lacht und leidet man mit Anna mit, man hofft mit ihr, zittert und ist wütend. Vor allem aber gewinnt man sie wider jede Vernunft liebt, man hofft, dass der Krieg aufhört, dass Anna eines Tages die Liebe findet und ihren Traum als Schriftstellerin verwirklichen kann. Man, der Leser, wird sozusagen zu Kitty, Annas imaginäre Freundin, an die sie ihr Tagebuch adressiert und als Kitty wünscht man sich nichts sehnlicher, als dass Anna überlebt hätte.
Aber das hat sie nicht. Verblüffend und ohne jegliche Vorwarnung oder gar eigenes Verschulden sind die Franks aufgeflogen und von einem Tag auf den anderen platzten sämtliche Träume Annas. Sie wurde verschleppt, deportiert und fand schließlich in einem KZ den Tod.
Geblieben ist von Anna außer ein paar Fotos und Kurzgeschichten nur ihr Tagebuch, in dem sie beweist, wie stilsicher sie mit vierzehn als Autorin schon war und wie unglaublich viel Talent sie besaß. Dieses Talent muss auch Annas Vater Otto Frank erkannt haben, als er sich dazu beschloss das Tagebuch zu veröffentlichen. Und nicht nur er. Wie aus dem Anhang meiner weltweit verbindlichen Leseausgabe hervorgeht, haben sich eine Vielzahl von Menschen der Erhaltung und Verbreitung des Tagebuchs und der Botschaft Anne Frank gewidmet und auch das hat mich wahnsinnig fasziniert. Denn es zeigt mir im Wesentlichen zwei Dinge: 1. Ein einzelner Mensch kann allein durchs Schreiben eine Menge bewegen. 2. Die besten und schrecklichsten, aber auch die schönsten Geschichten schreibt immer noch das Leben und zwar viel besser, als es irgendein Hollywooddrehbuchautor und Ghostwriter je könnte. Diese Geschichten sind es wert gelesen zu werden.
Anne Franks Tagebuch zeigt uns, dass Geschichte real werden kann und dass sie es verdient niemals in Vergessenheit zu geraten. Und ich? Ich werde zwar Anne nicht mein Lebenswerk widmen, will aber unbedingt mehr von ihr und muss jetzt erstmal schauen, ob ich die kritische Ausgabe des Tagebuchs oder die Gesamtausgabe mit allen Werken Anne in die Finger kriege.
Wie Anne sagen würde,
„Auf Wiederschreiben!“


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