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Hartmann - Kathrin - Aus kontrolliertem Raubbau

Bild von huckleberryfriendz

Kathrin Hartmann hat kritisch recherchiert und dargestellt, was sich meistens wirklich hinter zertifizierter Nachhaltigkeit versteckt: Immer wieder die selben Großkonzerne begehen Landraub, Menschenrechtsverletzungen, Mißhandlungen, Tötung, Ausbeutung der Indegenen, Umweltverschmutzung... bilden selber Organisationen, um sich hochzuloben und ihren Raubbau als nachhaltig zu zertifizieren und kaufen dafür TÜV- und andere Gutachter, Biosiegel ( z.B. „Rainforest Alliance“, dessen Gewinne plötzlich in die Höhe schnellen), verleihen sich selber Nachhaltigkeitspreise, die sie auch selber zur Verfügung stellen und versuchen auch noch für ihren Raubbau Fördergelder zu erhalten.
Selbstverständlich beschränkt sich dieser Raubbau nicht nur auf die ausführlich dargestellten Projekte dieses Buches, aber diese sollten jedem die Augen öffnen, der bislang weggesehen hat:
Palmölanbau in Indonesien, Shrimps-Aquakultur in Bangladesch, genmanipuliertes Saatgut der Firma Monsanto, bekannt durch das Entlaubungsmittels Agent Orange oder Coca-Cola mit dem Plan, Microkredite zu vergeben, damit die Indogene bei Ihnen Trinkwasser kaufen kann. Alle haben gemeinsam, dass die Bewohner ihres Landes und bestehender Möglichkeiten beraubt, ausgebeutet und hinterher mit verseuchtem, unbrauchbarem Land und Wasser zurückgelassen werden und die Heuschrecken-Großkonzerne mit ihrer Karavane weiterziehen zum nächsten Gewinnmaximierungsprojekt.

Ein paar der angesprochenen Punkte habe ich auch in kritischen Fernsehberichten schon erfahren, aber vieles war mir neu und hat mich sehr schockiert, z.B. das gut organisierte Netzwerk der immer gleichen Raubbau-Großkonzerne und der reale Hintergrund über TÜV-Gutachten und gekaufte Siegel, über Bio-Kraftsoffe/– beimengung, Hilfsorganisationen, die Rolle der EU und besonders, die Macht von Bill Gates und die verlogenen Projekte der „Bill&Melinda Gates Foundation“, die einzig für eine gute Presse und Gewinnmaximierung der Großkonzerne, an denen er auch beteiligt ist, mit sich ziehen sollen. Mir war z.B. nicht bewußt, dass Palmöl in jedem 2. Supermarktprodukt enthalten ist; und ich komme überhaupt nicht darum, mein Einkaufsverhalten zu hinterfragen und konsquent zu ändern. Ich hoffe, dass wird jedem Leser so gehen... und in diesem Zusammenhang möchte ich einen Abschnitt von S. 383 zitieren: „ Gesellschaftliche Änderungen aber sind noch nie durch „Lösungen“ zustande gekommen, sondern stets durch Aufklärung, Erkenntnis, Diskurs, Protest und solidarischen Widerstand. Dadurch, dass die Menschen auf die Stimme ihres Gewissens gehört und danach gehandelt haben.“

Vielleicht wird der ein oder andere jetzt denken, dass die Berichterstattung im Buch sehr einseitig erfolgte. Wie aber könnte man es schön darstellen, dass Menschen zu Gunsten von Kapital und Großkonzernen verhungern?

Fazit: Dieses Buch sollte für jeden eine Pflichtlektüre sein.


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