style="display:block"
data-ad-client="ca-pub-7783397286425302"
data-ad-slot="3580846517"
data-ad-format="autorelaxed">

Das eiskalte Paradies

Bild von flügellos

Klappentext:
Hannah ist 15 und Zeugin Jehovas. Was ihr früher ein Gefühl von Geborgenheit gegeben hat, wird jetzt zunehmend zum Problem. Hannah will ausbrechen, normal sein wie andere auch, die Ketten ihrer Religionsgemeinschaft sprengen. Doch auf einmal muss Hannah feststellen, dass ihre bisher so behütete Welt von nahezu unüberwindbaren Mauern umgeben ist.

Meine Meinung:
Ein Mädchen, dunkle Kleidung, lange blonde Haare, eigentlich nichts Besonderes. Wäre da nicht ihre Haltung: Traurig sitzt sie da, das Kinn in die Hand gestützt, den nachdenklichen Blick gesenkt.
Das ist das Bild, das einem von Jana Freys biografischem Roman „Das eiskalte Paradies“ sofort entgegenspringt.
Es ist ein Cover, das einem im ersten Moment vielleicht langweilig vorkommt, einen abschreckt, genau wie die Geschichte, die im Inneren des Buches erzählt wird.
Jana Frey erzählt nämlich authentisch und gefühlvoll die Geschichte von Hannah, einem Mädchen, das bei den Zeugen Jehovas aufwächst. Eine wahre Geschichte, die mich sehr beeindruckt hat, und das nicht nur, weil Jana Frey zu meinen Lieblingsautoren zählt.
Eigentlich hat Hannah eine ganz normale und glückliche Kindheit, doch eines Tages stirbt ihre Mutter, da ist Hannah gerade erst fünf. Ihr Vater fällt in tiefe Depression, er kümmert sich kaum noch um sein Kind und Hannah wird immer öfter von Ängsten und Einsamkeit geplagt. Doch dann ändert sich alles schlagartig. Hannahs Vater lernt Roswitha kennen, eine Zeugin Jehovas, und heiratet sie ausgerechnet an Hannahs Geburtstag, denn die Zeugen Jehovas ignorieren sowohl Weihnachten und Ostern, als auch Geburtstage.
Deutlich beschreibt die Autorin Hannahs Sehnsucht nach ihrem Vater und Zuneigung und Geborgenheit und ihre Verwunderung über die neue Glaubensgemeinschaft, in die sich Hannah aber rasch einfügt. Hannah fühlt sich wohl, sie hat jetzt eine neue Mutter, neue Großeltern und bald hat sie auch kleine Geschwister. Es stört sie nicht, dass sie in der Schule ein Außenseiter ist, weil ihre Eltern ihr den Umgang mit so genannten „Weltkindern“ verbieten, sie ist stolz eine Zeugin Jehovas zu sein und erfüllt jeden Tag brav ihre Pflichten.
Doch mit der Zeit kommt Hannah in die Pubertät und die bringt Probleme mit sich. Genauso eindrucksvoll und einfühlsam, wie vorher ihren beinahe schon fanatischen Stolz, schildert die Autorin jetzt Hannahs körperliches Unwohlsein, ihre Ängste, Zweifel und Fragen, ihr immer noch sehr kindliches Weltbild und ihre schrittweise Ablösung, oder besser gesagt, ihre Verstoßung aus der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas.
Ein packendes und mitreißendes Buch, das einen stellenweise sogar weinen lässt, in dem man eine Menge über das Erwachsen werden, die Zeugen Jehovas und Sekten im allgemeinen lernt, ohne dass es dabei irgendwie aufdringlich oder störend ist. Die Autorin zeigt Hannah als Kind, als Jugendliche und als Erwachsene und schreibt ihre Geschichte auf sehr einfühlsame und lebensnahe Art und Weise auf.


0