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Angelus

Bild von flügellos

Klappentext:
Schwester Evangeline, eine junge Nonne, stößt in der Klosterbibliothek auf die geheime Korrespondenz einer früheren Äbtissin. Sie ahnt nicht, dass sie mit ihren Nachfragen einen seit Jahrtausenden herrschenden Krieg befeuert: den Kampf zwischen den Angelologen, den Anhängern der Engelslehre, und den überirdisch schönen Nephilim, den Nachkommen der Engel, die in alttestamentarischen Zeiten gegen Gott rebellierten. Ein Kampf zwischen Gut und Böse entbrennt, und es geht um nicht weniger als die Weltherrschaft …

Meine Meinung:
Ein weiterer Roman, der versucht auf der Engelswelle zu schwimmen- und dabei baden geht. Zwar bietet das Erstlingswerk von Danielle Trussoni einen neuen Ansatz, die ewige Geschichte rund um Menschen, gefallene Engel und ihren Nachkommen neu aufzurollen, und zwar einen pseudo-wissenschaftlichen, aber das Ganze ist ziemlich kompliziert, wirkt oft konstruiert und ist von logischen Fehlern durchsetzt. Die Handlung ist spannend, wird perspektivenreich erzählt und beinhaltet auch eine umfangreiche Rückblende in die Zeit der Okkupation in Frankreich, doch sie lehnt sich auch merklich an verschiedenes schon Dagewesenes an. Die Suche nach einer magischen Leier, liest sich wie ein Dan-Brown-Roman, den man auf 100 Seiten zusammengequetscht hat, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Bei dem Versuch dem Ganzen etwas mehr historische Authenzität zu verleihen werden reale Größen, wie die Familie Rockefeller als Krücken benutzt für eine Handlung die mehr als unrealistisch ist und öfter mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Auch die meisten Charaktere sind nicht viel mehr, als blasse Schemen, einzig Gabrielle sticht hervor. Durch die Nonne Evangeline, die Hauptfigur über weite Teile des Buches, erfährt man zwar ein paar interessante Details über das Klosterleben, doch gerade deshalb wirkt es umso verwunderlicher, dass sie sich Hals über Kopf in den Langzeit-Studenten Verlaine-ohne –Vornamen verliebt, den sie gerade einmal 24 Stunden lang kennt. Eine Liebe ohne Happy End, denn wie es sich herausstellt ist Evangeline, oh Wunder, ebenfalls ein Nephil und begeht rein durch ihre Herkunft Verrat an der gesamten Angelologischen Bewegung, die Verlain mittlerweile komplett für sich eingenommen hat. Ja, ein Happy End hätte diesem 600-Seiten-Wälzer bestimmt gut getan, genauso wie ein etwas eindrucksvollerer Schreibstil. Dieses Buch beweist sehr gut, dass nicht jeder, der an einem Autorenkurs teilgenommen hat, auch schreiben kann.


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