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Heldentage

Bild von Anni-chan

Titel: Heldentage
OT:
Autor: Sabine Raml
Verlag: Random House (Heyne Fliegt)
Ausstattung: Hardcover
Seiten: 301
Preis: 14,99 € (D)
ISBN: 978-3-453-26960-6
Erscheinungstag: 2. März 2015

Reihe: -

Kurzbeschreibung

Das aufsehenerregende Debüt einer ungewöhnlich talentierten Autorin
Lea ist fünfzehn und hat viele Träume: Sie will schreiben. Sie will rennen, ohne je außer Puste zu sein. Sie will so wunderschön sein wie ihre beste Freundin Pola. In ihren Träumen ist Lea eine Heldin. Im richtigen Leben klappt es manchmal nicht: Gerade hat sich Lenny, Leas erster Freund, von ihr getrennt. Sie vermisst ihn schrecklich. Leas Mutter versinkt in ihren eigenen Problemen und kann Lea nicht helfen. Aber es gibt ja noch Pola und die Clique – und einen tollen neuen Jungen an der Schule, der sich unbegreiflicherweise für Lea interessiert ... Im Laufe eines langen Sommers findet Lea heraus, dass sie eigentlich doch auch eine Heldin ist, jeden Tag ein bisschen. (Quelle: Random House)

Äußere Erscheinung

Auf dem Cover befindet sich in großer schwarzer Schrift der Titel vor einem Hintergrund, der von einem türkisgrün (oben) in ein orange (unten) überläuft. Dir Farbkombination erinnert an einen Sonnenuntergang und gefällt mir persönlich sehr gut. Neben dem Titel ziert eine schwarze Sillhouette, die vermutlich die Protagonistin Lea darstellen soll, das Cover.
Im Großen und Ganz mag ich das Cover, es hat einfach was, vor allem mit der Skyline von Berlin (?) am unteren Rand.

Erster Eindruck

Das Buch ist im Präsens geschrieben, was bei mir immer gleich den Eindruck vermittelt, dass es tiefgründiger wird (Ist in den meisten Fällen so) und wurde nicht enttäuscht. Lea erzählt uns so von ihrem Leben als minderbemittelte Jugendliche in Berlin (Ich habe es nicht explizit im Buch gelesen, dass es in Berlin spielt, aber ich habe das von anderen Bloggern so aufgeschnappt) und lässt uns an ihrem außergewöhnlichen Blick auf die Welt teilhaben.

Meine Meinung

Anfänglich hatte ich große Hoffnungen an das Buch, weil es vor allem in der Zeit, in der ich in einer Buchhandlung Praktikantin war, sehr beworben wurde und ich es einfach haben musste. Lea mochte ich von Anfang an und ich habe wirklich mit ihr mitgefühlt. Sie hat Asthma, was ja schon schlimm genug ist. Darüberhinaus lebt siemit ihrer alkoholkranken Mum, sie haben kein Geld und werden vom Staat finanziell unterschützt. Die arme Lea muss mit ihren 15,75 Jahren ihrer Mum den Alkohol und die Zigaretten besorgen (?!?!?!), die Termine auf den Ämtern wahrnehmen und bleibt deswegen sogar sitzen. Wie mies ist das denn von ihrer Mutter, mal ehrlich. Ich kann diese Frau nicht leiden. Ich glaube, dazu muss ich nichts weiter sagen.
In dem Buch geht es quasi komplett um ein paar Tage in Leas Leben. Es gibt so einige Flashbacks von Lea, ihrem 15. Geburtstag und ihrer Beziehung mit Lenny, mit dem sie in einer Klasse war, bis sie sitzen blieb. Aus dem Typen wurde ich ehrlich gesagt nicht schlau. Er schien mir zu … ich weiß nicht … oberflächlich, würde ich sagen, und er lässt sich leicht von seiner Familie beeinflussen (wenn das denn stimmt, was er erzählt hat. Ich trau ihm nicht über den Weg). Ich weiß wirklich nicht, was Lea an ihm findet und anscheinend musste sie eine ganze Menge an ihm gefunden haben, denn gefühlte 50 Prozent des Buches denkt sie an ihn und hat Liebeskummer. An diesen Idioten hätte ich nicht einen müden Gedanken verschwendet.
Dann gibt es da noch Pola, Leas beste Freundin. Ich stelle sie mir als lebensfrohes, tiefenentspanntes (dank Yoga) Mädchen vor, die barfuß durch die Gegend läuft und sich als Sportmodell etwas dazu verdient. Sie ist das krasse Gegenteil von Lea, wie ich finde und immer für sie da, obwohl sie von der Hälfte der Dinge, die in Leas Leben abgehen, keine Ahnung hat. Respekt dafür. Ich glaube, ich würde schon ein wenig neugierig sein, wenn meine beste Freundin alles tut, um mich von ihrem Home fernzuhalten.
Die Clique besteht noch aus ein paar mehr Leuten, die allerdings nicht wirklich wichtig sind und nur so nebenbei mal erwähnt werden. Aber dann kommt Joe, er ist neu und sitzt in Leas alter Klasse auf ihrem alten Platz. Ja, okay, dachte ich mir, vermutlich wird er ihr helfen, über Lenny hinwegzukommen. Hört sich gut an. Leider kam Joe viel zu selten vor, um eine wirkliche Beziehung aufzubauen. Deshalb war es für mich stellenweise etwas unlogisch, wie sie so schnell Gefühle entwickeln konnte. Sie kennt ihn doch gar nicht.
An dieser Stelle möchte ich zu den Beschreibungen und Begrifflichkeiten kommen, die ich so noch nicht so oft gelesen habe. Sabine Raml beschreibt wirklich schön und durch Leas zuvor schon erwähnte Weltanschauung kommen dann auch mal sehr witzige Dinge raus, so heißt zum Beispiel die Buddha-Statur der Nachbarin Speedy Gonzales und die alte Aldi-Tüte Bello (Um das zu verstehen, sollte man das Buch lesen).
Handlung? Joa, wir begleiten Lea in ihrem Leben nach ihrer Beziehung und das war’s eigentlich schon. Es ist wirklich ein Buch, für dessen Thematik (nämlich das Leben eines armen Mädchens in einer Großstadt mit einer Alkoholikerin als Mutter) man sich wirklich interessieren muss, sonst wird es leicht langweilig. Es hat wirklich sehr lange gedauert, bis sich etwas tut und man die Entwicklung wirklich sieht. Im Klappentext steht, dass Joe, der neue Junge, dabei eine große Rolle spielt und dass ihre Entwicklung über den Sommer geschieht. Beides habe ich nicht so empfhunden. Joe hatte nur eine sehr kleine Rolle und das auch erst im späteren Teil des Buches. Der Sommer selbst war kaum ein Thema.
Da wurde das Versprechen des Verlags leider nicht gehalten, aber ich will mal nicht so sein, denn eins ist mal klar, das Buch ist definitiv etwas Besonderes, wenn man sich dafür interessiert und glücklicherweise tue ich das.
Dennoch bin ich der Meinung, man hätte mehr aus dem Buch herausholen können. Die Geschichte mit Joe war meiner Meinung nach viel zu wenig beleuchtet, wenn sie doch eine so wichtige Rolle einnimmt, dass man sie auf dem Klappentext erwähnt hat. Hier ist echt noch Verbesserungspotenzial, aber mehr kann ich nicht bemängeln.

Fazit

Eine tiefgründige Lektüre, die zeigen soll, dass egal, wie mies unser Leben vielleicht sein mag, jeder von uns ist ein Alltagsheld. Jeder auf seine ganz andere Art und Weise Meine Kindheit ist vielleicht noch so schlecht verlaufen wie Leas, aber ein Kinderspiel war sie für mich auch nicht immer.
Wenn man die wenigen Schwächen des Buches dazu addiert, kann ich dem Buch trotzdem noch guten Gewissens drei Schmetterlinge geben (einen Abzug wegen der quasi nicht vorhandenen Romanze und einen weiteren, weil man sich wirklich für das Thema interessieren muss, wenn man nicht eingeschläfert werden will).

Bewertung

3/5


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