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Die Illusion des Getrenntseins

Bild von warmerSommerregen

Wunderbar poetisches Buch mit philosophischen Zügen!

Schon früh erfährt der junge Martin, dass es nicht seine leiblichen Eltern sind, die ihn großziehen. Doch niemand kann ihm sagen, wer seine "wahren" Eltern sind, denn seine Ziehmutter bekam Martin in der Kriegszeit von einem Mann in den Arm gedrückt. Daraufhin floh sie mit dem Baby und lernte bei dieser Flucht ihren zukünftigen Mann kennen. Und zusammen waren sie großartige Eltern. Hier muss ich ein Zitat anführen, das einen wirklich berührt! "Unsere Liebe zu dir wird immer größer sein, als irgendeine Wahrheit." (S. 13)
Sobald man Martin etwas näher kennen lernen konnte, wechselt nicht nur der Protagonist, sondern auch die Zeit ändert sich. So ist es nicht mehr das Jahr 2001, sondern das Jahr 1939. Von da an springt Simon Van Booy von 4 weiteren Personen, deren Geschichten sich zwischen 1939 und 2001 zutragen. Jeder von ihnen hat ein schweres Schicksal in den wirren des Zweiten Weltkrieges, oder auch Jahre danach, wenn die Überlebenden schon sehr alt und gebrechlich sind.
Das ist auch der Grund dafür, warum es sehr schwierig ist, besonders ein Schicksal als das schlimmste zu erklären. Alle haben sie etwas bedrucken des, führendes und auch tapferes an sich. Von Anfang an stellt sich die Frage, was die einzelnen Handlungsstränge miteinander zu tun haben. Die Antwort wird erst gegen Ende des Buches immer klarer, und gerade das macht es so ergreifend!

Besonders gut hat mir der Schreibstil gefallen, der stets sehr poetisch war, mit vielen Metaphern, Personifikationen, und, und und.. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass dies keineswegs langweilig oder kitschig war, sondern den tiefgründigen und weisen Aussagen noch mehr tiefe verlieh! Grandios! Vielleicht sind hier ein paar Zitate angebracht, damit man einmal die Atmosphäre dieses Romans auf sich wirken lassen kann. Nur ein paar der Weisheiten, sonst muss ich mich beherrschen, nicht das ganze Buch zu zitieren :D
" Ich glaube, die Menschen wären glücklicher, wenn sie öfter Dinge zugeben würden. In gewisser Weise sind wir alle Gefangene einer Erinnerung, einer Angst oder einer Enttäuschung. Wir werden alle durch etwas bestimmt, das wir nicht ändern können." (S. 83)
"[...] das, was die Menschen für ihr Leben halten, in Wirklichkeit nur dessen Umstände sind. Die Wahrheit ist näher als das Denken und liegt in dem verborgen, was wir bereits wissen." (S. 19)
"Unsere Leben sind verschieden, glaubt Martin, aber am Ende fühlen wir alle das Gleiche und bereuen die Angst, von der wir dachten, dass sie uns stützt.".......

Ich kann dieses Meisterwerk wirklich weiterempfehlen! Es ist so bezaubernd und hält einen noch eine ganze Zeit in seinem Bann! Wunderbar!

5/5 Sterne


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