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Der Gast im Garten

Bild von warmerSommerregen

Eine poetisch-ruhige Auszeit aus der Hektik des Alltags!

Ein junges, kinderloses Ehepaar braucht eine Auszeit von der Hektik, dem Lärm und Stress der Stadt, weswegen sie sich nach einem neuen Heim im Grünen, außerhalb von Tokio, umsehen. Und tatsächlich: Nach einer Weile des Suchens entdecken sie ein schönes und ruhiges Gartenhäuschen, welches von einem idyllischen Garten umgeben wird und mieten es. Auch das alte Ehepaar, welches das Häuschen vermietet, ist glücklich mit den beiden, da sich diese weder Haustiere noch Kinder wünschen.

Alles ist in ihrem neuen Heim harmonisch und sehr ruhig. Beinahe schon zu ruhig, denn irgendwie fehlt den beiden etwas… Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung kündigt er seinen Job, um selbstständig arbeiten zu können. Das Leben scheint an dem Paar vorbeizuziehen.
Doch dann bekommen sie einen Gast im Garten: Eine kleine Katze, Chibi, kommt sie besuchen. Die Kleine ist sehr zierlich, hat weißes Fell mit runden rußschwarzen und hellbraunen Flecken, ist sehr schmal und klein und hat außergewöhnlich hübsche spitze Öhrchen.
Zwar gehört die Katze dem Nachbarsjungen, doch schließt das Ehepaar Chibi schnell ins Herz. Deswegen richten sie dem Kätzchen einen Karton in ihrem Häuschen ein, damit sie einen schönen Platz zum Liegen hat, wenn sie in das Haus tappst. Jeden Tag wird Chibi ein wenig zutraulicher. Die beiden finden immer mehr Spaß daran, dieses zarte Wesen mit Makrelen zu füttern, mit ihm und dem Ball zu spielen, oder ihm einfach nur beim Herumtollen zuzusehen. Und so wird Chibi jeden Tag aufs Neue zum willkommenen Gast.
Auf leisen Samtpfoten schleicht sie sich in das Leben des Paars.
Doch als Chibi eines Tages fortbleibt, bemerken die beiden erst richtig, wie sehr ihnen die Katze ans Herz gewachsen ist und erkennen was für eine große Lücke sie hinterlässt.

Es ist beeindruckend, wie ein kleiner Gast im Garten das eigene Leben derart auf den Kopf stellen kann und die gesamte Umgebeung aufblüht. Mit leiser und poetischer Sprache entführt Takashi Hiraide den Leser in einen wunderschönen Garten in Japan. Alles wird wunderbar detailverliebt beschrieben, sodass man sich die Pflanzen im Garten und die umherschwirrenden Libellen sehr genau vorstellen kann, aber besonders Chibi ist zum Greifen nah. Ihre Bewegungen, ihr Miauen, ihr Spielen- alles wird sehr sorgsam, aber keineswegs überladen oder gar kitschig, beschrieben.
Auch das Glossar im Anhang ist sehr ansprechend, dort werden Hintergrundinformationen und Erklärungen zu japanischen Kleidungsstücken, Einrichtungsgegenständen und Ähnlichem gegeben. Ein weiteres Highlight sind auch die wunderschönen Illustrationen von Quint Buchholz!
Das Buch lässt sich flüssig lesen und ist wie eine kleine Meditation, wie ein Spaziergang in einem japanischen Teegarten, eine Auszeit vom Alltag!

Ich kann dieses Buch wirklich weiterempfehlen, da es eine Atempause bietet und zeigt, wie bedeutsam und wunderschön die kleinen Dinge im Leben sind und wie man diese genießt. Diese Liebe zu den gewöhnlichen Kleinigkeiten sind sehr nachvollziehbar beschrieben. Man wird von Anfang an in diese positive, ruhige, leise und entspannte Welt gezogen. Und das ganze auf gerade einmal 133 Seiten- beeindruckend!
Ein berührendes Buch von dem in den kleinen Dingen liegenden Glück und dessen Vergänglichkeit, welches ich absolut weiterempfehlen kann!

5/5 Sterne


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