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Wenn du jetzt bei mir wärst - eine Annäherung an Anne Frank

Bild von flowervi

In dem Buch "Wenn du jetzt bei mir mir wärst" lässt Waldtraut Lewin Anne Frank zurückkehren, befreit sie aus dem Hinterhaus in der Prinzengracht und nimmt sie mit in unsere Welt.

Anfangs ist Anne begeistert von "unserer" Welt, doch bald muss sie feststellen, dass auch hier nicht alles perfekt ist. So sieht sie antisemitische Plakate und muss mitansehen, wie Neonazis sich über einen jüdischen Friedhof hermachen. Gemeinsam mit Corelli (so nennt sich Waldtraut Lewin in dem Buch) fliegt sie nach Israel…und schon bald bekommen die beiden die Spannung zu spüren, die zwischen Israelis und Palästinensern herrschen - denn die Hamas schießen mal wieder Raketen auf Israel ab…

Ich fand es sehr interessant, zu erfahren, was Anne über die Welt heute denkt. Annes Meinung zu den Dingen ist teilweise auch sehr subjektiv und nicht immer fair, was das Buch realistisch wirken lässt. Auch, dass sie in der einen Situation die weise 85 Jährige ist und im nächsten Augenblick wieder ein 15 jähriges Mädchen hat die Geschichte interessant und überraschend gemacht. Inwieweit die Anne Frank aus dem Buch mit der aus dem Tagebuch übereinstimmt kann ich nicht beurteilen, da ich Anne Franks Tagebuch nicht gelesen habe.

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist, dass in dem Buch so ziemlich alle Probleme angesprochen werden, die Juden heute aufgrund ihres Glaubens haben, dadurch kam es mir stellenweise so vor, als müssten irgendwie alles abgearbeitet werden. So fand ich die Handlung teilweise etwas zu schnell und zu überladen. Auch wurden nur Probleme angesprochen, die eh sehr bekannt sind, hier hätte ich mich gefreut, wenn vielleicht ein etwas spezielleres Problem rangekommen wäre, über das man noch nicht so viel weiß. Aber andererseits ist das Buch ja ab 12 Jahren und ich denke, dass hier eher ein allgemeiner Überblick über die Situation der Juden heute gegeben werden sollte.

Trotzdem war das Buch wirklich informativ und ich habe vor allem über die Geschichte des jüdischen Volkes viel Neues erfahren. Auch das Ende des Buches fand ich sehr stimmig - es ist nicht so ein unrealistisches rosarotes alles-perfekt Ende, aber auch kein so schlechtes, dass es die Geschichte so traurig macht. Vielmehr ist es so ein Mittelweg, realistisch und trotzdem endet das Ganze nicht in der absoluten Katastrophe, obwohl es auch gepasst hätte, denn so regt das Buch zum selber Weiterdenken an.

Insgesamt hat Waldtraut Lewin hier ein sehr interessantes Gedankenexperiment gemacht, das für Leser ab 12 konzipiert ist, so dass es stellenweise nicht so tief geht, wie es bei einem Buch für Ältere hätte gehen können.


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