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Elias & Laia

Bild von SonjaB

Laia ist gerade 18 Jahre alt, als sie mitansehen muss, wie ihr Bruder Darin von den Masken des Imperiums abgeführt wird. Sie werden ihn vermutlich foltern und dann töten. Zuvor haben die Masken bereits die Großeltern getötet. Laias Eltern waren bereits vor Jahren getötet worden, weil sie dem Widerstand angehörten. Laia selbst kann so gerade eben noch entkommen in die Tunnel, die sich unter der Stand lang ziehen und wo vor allem der Widerstand haust. Ihre einzige Chance sieht sie darin, sich dem Widerstand anzuschließen, um ihren Bruder zu befreien – falls er noch leben sollte.

Elias ist im Abschlussjahr an der Akademie von Schwarzkliff, wo er zur Maske ausgebildet wird. Die Akademie geht hart mit ihren Schülern um, viele sterben. Sie werden dazu erzogen, hart und gefühllos zu sein. Doch Elias will das nicht mehr. Er bereitet seine Flucht vor. Am Tag der Abschlussfeier will er fliehen. Er hat schon seine Vorräte in die Tunnel gebracht, um dadurch zu fliehen. Helena ist seine Mitschülerin, eine der wenigen Frauen, die den Abschluss geschafft hat. Und sie kennt Elias sehr gut. Sie könnte ihn durchschaut haben. Doch dann kommt es anders, als Elias geplant hat.

Diese Geschichte ist nichts für schwache Nerven. Es fließt einiges an Blut und die Masken handeln grausam. So ist man ziemlich zum Anfang Zeuge, wie ein gerade mal elfjähriger Schüler zu Tode gepeitscht wird, weil er es gewagt hat, aus Schwarzkliff fliehen zu wollen. Als Elias Mitgefühl zeigt, wird er von seinen Mitschülern bereits argwöhnisch beäugt. Allein dafür kann er bereits hingerichtet werden – und die Schüler denunzieren sich gerne gegenseitig. Ich finde, dies ist eine zutiefst widerwärtige Eigenschaft und eigentlich wäre dies alles schon ein Grund, nicht weiter zu lesen. Doch da gibt es Elias und der zeigt menschliche Gefühle. Er versucht, in einer Welt voller Unmenschlichkeit menschlich zu bleiben. Und es ist spannend zu lesen, ob ihm das gelingt.

Der Roman ist abwechselnd aus der Sicht von den beiden Titelfiguren geschrieben. Die Kapitel sind immer abwechselnd mit den Namen überschrieben, sodass man auf keinen Fall durcheinander kommen kann. Aber auch ohne diese Überschriften wäre eine Verwechslung kaum möglich, weil die Charaktere genügend unterschiedlich sind und zumindest am Anfang auch die Lebensumstände. Obwohl ich diesen Perspektivenwechsel an sich nicht mag, stört er mich hier nicht. Ich finde es sogar spannend zu sehen, wie diese beiden Menschen in dieser Welt auf ihre ganz eigene Weise überleben.

Es ist der Debütroman von Sabaa Tahir – aber man merkt es dem Roman nicht an. Ich fand ihn flüssig geschrieben, was gerade bei einem Roman, der in einer andersartigen Welt spielt, alles andere als leicht ist. Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich es genossen, dieses Buch lesen zu dürfen, und denke, es wird eines meiner Lese-Highlights des Jahres.

Einfach großartig!


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