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Mein wahrhaft wirkliches Leben davor und danach

Bild von Nadja_13

Mein wahrhaft wirliches Leben davor und danach - Robyn Schneider

zum Inhalt:
Ezra führt ein scheinbar perfektes Leben. Er ist ein toller Tennisspieler, super beliebt und ist auch noch in einer Beziehung mit einem der begehrtesten Mädchen der Schule. Doch dann ändert sich sein Leben schlagartig. Ezra hat einen Autounfall, bei dem ihm das Knie zertrümmert wird. Er wird wohl nie wieder Tennis spielen können und seine "tollen" Freunde sind ihn kein einziges Mal im Spital besuchen gekommen. Während er seinen Platz in der Welt früher genau kannte, fühlt er sich jetzt ziemlich verloren. Doch dann trifft er Cassidy und er entdeckt, dass das Leben viel mehr zu bieten hat, als er bisher dachte...

meine Meinung:
Was mir an der Geschichte sofort sehr gut gefallen hat, ist die Sichtweis, aus der sie erzählt wird. Ich glaube ich habe bisher kaum Contemporary Bücher aus der Sicht von einem männlichen Protagonisten gelesen und ich fand es eine interessante Abwechslung. Ezra war mir schnell sympathisch, er ist intelligent, witzig und ich konnte seine Probleme gut nachvollziehen. Nach seinem Unfall hat sich wirklich sein ganzes Leben verändert und er hat keine Ahnung mehr, wo er dazugehört. Ich fand es sehr interessant ihn dabei zu begleiten herauszufinden, wer er wirklich ist. Was ich allerdings nicht so an ihm mochte war, dass er oftmals ziemlich passiv wirkte und er selber nicht wirklich viel gemacht hat um seine Probleme zu lösen.

Ich hatte das Gefühl ihm fiel es fast zu leicht wieder Anschluss zu finden. Direkt am ersten Schultag wird er von seinem früheren besten Freund, mit dem er in den letzten paar Jahren jedoch nicht viel zu tun hatte, in seine Freundesgruppe aufgenommen. Doch auch Ezras frühere Clique, die aus sehr klischeehaften und oberflächlichen Jugendlichen besteht, über die man kaum etwas erfährt ausser dass sie sich für besser halten als alle anderen, scheint so als würde sie ihn mit offenen Armen empfangen. Es scheint, alles würde ihm eigentlich alles einfach zu fliegen, ohne dass er dafür irgendetwas machen müsste.

Was seine früheren Freunde angeht, konnte ich sowieso das ganze Buch über einfach nicht verstehen, weshalb Ezra eigentlich mit ihnen befreundet war. Klar, er war auch ein Sportler und wollte vermutlich auch beliebt sein, aber seine Clique war einfach absolut klischeehaft und es gibt wohl kaum etwas Gutes über sie zu sagen, sie werden alle als fies, dumm und arrogant dargestellt. Es scheint daher als hätte Ezra eigentlich auch vor seinem Unfall absolut nicht in diese Gruppe gepasst.

Ich fand es auch etwas unrealistisch, dass die Autorin Ezras alte Clique als so "böse" dargestellt hat und daneben seine neuen Freunde beinahe zu perfekt wirken. Seine neuen Freunde sind natürlich alle (bis auf eine Ausnahme) total nett, intelligent und teilen auch alle Ezras Humor (seine früheren Freunde, haben anscheinend alle keinen Sarkasmus verstanden). Besonders zu Cassidy konnte ich einfach gar keine Verbindung aufbauen, weshalb mir auch die Liebesgeschichte nicht besonders gefallen hat. Man erfährt eigentlich kaum etwas über sie, was Ezra aber nicht zu stören scheint, denn für ihn ist sie einfach perfekt und natürlich alles was seine frühere Freundin nicht war.

Die einzige Person, die ich neben Ezra eigentlich wirklich mochte war Toby, Ezras früherer bester Freund. Toby war für viele der humorvollen Momente verantwortlich und seine Hintergrundgeschichte war einfach toll, ich hätte gerne noch mehr über ihn gelesen, denn er war wirklich ein interessanter Charakter. Ich hätte lieber mehr über seine und Ezras Freundschaft gelesen, als Ezras Beziehung zu Cassidy.

Eigentlich geschieht in der Geschichte nicht viel, sie handelt einfach von Ezras Leben und wie er versucht seinen Platz zu finden, mit seiner Vergangenheit abzuschliessen und herauszufinden, wie seine Zukunft aussehen soll. Es gab allerdings ein paar echt tolle und einzigartige Momente, die mir super gefallen und mich berührt haben und in denen mir Ezra wirklich ans Herz gewachsen ist. Doch auch die Liebe spielt natürlich eine grosse Rolle und leider konnten mich diese Momente kaum begeistern, was vermutlich einfach daran lag, dass ich nicht nachvollziehen konnte, weshalb Ezra so in Cassdiy verliebt ist.

Auch das Ende hat mich ziemlich gespalten zurück gelassen. Einerseits sind viele Dinge passiert, die ziemlich vorhersehbar waren und es hat alles einfach ein bisschen zu gut zusammen gepasst, als dass es wirklich realistisch wirkte. Andererseits hat mir aber die Wendung in der Liebesgeschichte am Ende wirklich gut gefallen, besonders weil es mich auch zum Nachdenken angeregt hat und auch der Grund ist, weshalb mich die Geschichte wohl nicht so schnell loslassen wird.

Das Cover und der Titel gefallen mir beide sehr gut, besonders weil sie auch beide wirklich passend sind. Das Bild der Achterbahn passt auf mehrere Arten einfach super gut zu der Geschichte, da sie eigentlich in einem gewissen Zwischenfall auf einer Achterbahn ihren Ursprung nimmt.

Fazit:
"Mein wahrhaft wirkliches Leben davor und danach" konnte mich trotz vielversprechendem Anfang und sympathischem Protagonisten leider nicht überzeugen. Die restlichen Charaktere sind leider ziemlich blass und klischeehaft geblieben und ich fand die Spaltung zwischen "gut" und "böse" übertrieben und unrealistisch. Obschon die Geschichte ein paar tolle Momente hatte, konnte mich die Liebesgeschichte einfach nicht berühren, was wohl hauptsächlich daran lag, dass man Cassidy kaum kennen lernt und so Ezras Verliebtheit einfach schwer nachvollziehen kann.

5/10*

Buchinfos:
Titel: Mein wahrhaft wirkliches Leben davor und danach
Originaltitel: The Beginning of Everything
Autor: Robyn Schneider
Verlag: dtv Verlag
Erschienen: November 2014
Seitenzahl: 400 Seiten
ISBN: 978-3-423-74008-1
Broschiert: 14,95 €; 21,90 SFr.
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Autoreninfos:
Robyn Schneider ist Autorin, Schauspielerin und Videobloggerin. Sie studierte Kreatives Schreiben an der Columbia University und Medizinethik an der Pennsylvania School of Medicine. Sie lebt in Los Angeles - und im Internet.


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