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Leise Angst

Bild von flowervi

Sirine ist geschockt: Sie hat einen Mord beobachtet. Zur Polizei kann sie jedoch nicht, da sie illegal in der Schweiz lebt. Deshalb erzählt sie nur ihren Freunden, was sie gesehen hat. Dabei ahnt sie natürlich nicht, dass Tom der Meinung ist, er müsse den Mörder selbst jagen, um Rena, das Mädchen, in das er schon lange verliebt ist, zu beeindrucken. Dabei stellt er sich allerdings nicht sonderlich schlau an, und schon bald ahnt der Mörder, dass ihm jemand auf den Fersen ist - und diesen jemand muss er beseitigen - so seine Überzeugung…

Meine Meinung
Mir gefällt das Cover sehr - es macht neugierig auf das Buch, ist relativ schmucklos, bleibt aber dennoch im Kopf. Allerdings entsteht der Eindruck, dass es sich bei dem Buch "nur" um einen Thriller handelt, was jedoch nicht der Fall ist. Vielmehr ist "Leise Angst" eigentlich eine Geschichte über Liebe und Missverständnisse, die am Beispiel eines Thrillers erklärt wird. Deshalb ist die Handlung auch eher "leise", nicht so voller Action und Spannung, wie ich erwartet hätte. Jeder denkt nur, was der andere denkt oder, was Fakt ist, aber keiner spricht es aus - die daraus entstehenden Komplikationen sind eigentlich die Kernhandlung des Buches. Hätte jedoch jeder gesagt, was er denkt und fühlt und hätte jemand mal genau überlegt, würde man die Story locker auf 15 Seiten bekommen.

Die Figuren sind interessant und wirken sehr realistisch. Sirine beispielsweise, sie hat Angst, dass ihre Familie abgeschoben wird und geht deshalb nicht zur Polizei - der Fakt, dass der Mörder einer jungen Frau frei rumläuft, berührt sie dabei natürlich nicht so sehr, wie das Schicksal ihrer eigenen Familie. Oder auch Rena, sie ist sich nicht wirklich sicher, was sie eigentlich will und fühlt sich, obwohl sie von den Jungs praktisch auf Händen getragen wird, fett und unattraktiv. Tom hingegen weiß genau, was er will - eine Lehrstelle und Rena als Freundin, doch durch seine schlechten Schulnoten und sein idiotisches Verhalten scheint er sich beides zu verbauen. Er fühlt sich weniger wert als Nico, sein bester Freund, der eine gute Lehrstelle hat, super Noten und immer nett und hilfsbereit ist. Nico hat jedoch auch seine Probleme, er sieht nicht so gut aus wie Tom, hasst Partys, und er ist der Meinung, dass er nichts Besonderes hat - also ganz der 08/15 Typ ist. Und dann ist da natürlich noch der Mörder - er hatte Angst von seiner Freundin verlassen zu werden, wollte sie zum Wiederkommen zwingen und hat sie dann, als sie anderer Meinung war als er aus Wut umgebracht. Seitdem ist er wütend und unkonzentriert, außerdem hat er Angst vor dem, der den Mord beobachtet hat. Letztlich findet er sein Leben ohne Julia eh sinnlos, und dass er von seinem Chef schikaniert wird, macht die Situation auch nicht gerade besser.

Der Schreibstil ist recht locker, und man merkt, durch das Einfügen vieler aktueller Dinge, dass das Buch so etwa im Sommer 2013 spielt. Dennoch habe ich für das Buch relativ lange gebraucht, obwohl es nur 250 Seiten hat - es konnte mich nicht wirklich fesseln und hat meinen Geschmack auch nicht so richtig getroffen. Am Ende stehen mir auch noch zu viele unbeantwortete Fragen, was jedoch gewollt scheint.

Letztlich bin ich der Meinung, dass das Buch gut ist und die richtige Wahl für Leute, die interessante Bücher über alltägliche Probleme mögen und beim Lesen vielleicht auch noch was lernen wollen.


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