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Rosendorfer muss dran glauben

Bild von flowervi

Schriftsteller zu werden, das ist Moritz großer Traum. Zurzeit jedoch arbeitet er bei einem Homeshopping-Kanal aus dem Fernsehen im Lager. Seine Texte erreichen die Leute nur, wenn er sie irgendwelchen Porzellanpüppchen ins Kleidchen steckt oder er sie in Buchhandlungen in Bücher packt. Manchmal stellt er sein literarisches Können auch in der SonderBar zur Schau, wo er immer wieder mit Erdnüssen beworfen wird.

Als er wieder einmal in der SonderBar auftritt, hat er dann doch eine ziemlich gute Geschichte auf Lager, dem Publikum gefällt sie und auch einem Fremden, der sich als Geschäftsführer des Hypothesen-Verlags vorstellt. Der Fremde ist an Moritz Geschichten interessiert und gibt ihm seine Visitenkarte, dazu meint er, Moritz solle sich mal melden. Der jedoch hält das nur für einen Witz der Sonderbar. Als sein Chef beim Fernsehen die Sache mit den Nachrichten in Püppchen und Co. jedoch mitbekommt, wird Moritz gefeuert. Kurz darauf macht auch noch seine Freundin Schluss, weil sie sich eine gemeinsame Zukunft mit ihm ohne eine sichere Basis nicht vorstellen kann. Da er nun weder Job noch Freundin hat und auch neugierig ist, ruft er den Fremden an.

Die Beiden (Moritz und Herr Hobbe, der Geschäftsführer des Hypothesen-Verlags) treffen sich und Herr Hobbe macht Moritz ein gutes Angebot: Er (Moritz) soll für Hobbe "Urban Legenden" erfinden, diese sollen dann als Buch herausgebracht werden, außerdem verspricht er einen Roman von Moritz zu veröffentlichen, wenn dieser mit den "Urban Legenden" fertig ist. Diesem Angebot kann Moritz nicht widerstehen und geht darauf ein.

Von da an gehört er zu Hobbe und seinen Leuten. Sie gehen in Nobel-Bars und die angesagten Clubs, Geld ist kein Problem dabei, denn Hobbe zahlt immer. Auch sein Gehalt, das er für seine Geschichten bekommt, ist sehr gut. Einmal leiht Hobbe ihm sogar sein superteures Cabrio. Moritz kommt sich wie in einem Traum vor. Er erfindet Geschichten und ein Kollege von ihm und Moritz verbreiten sie, auf der Straße, in Bars und im Internet. Das Unglaubliche ist, dass alle sie glauben und sie sogar in den Nachrichten laufen. Moritz fühlt sich wie ein Superstar, merkt aber auch, wie leicht man Menschen manipulieren kann.

Mit der Zeit jedoch wird Moritz das Ganze unheimlich, denn seine Geschichten scheinen wahr zu werden. Sein großer Traum verwandelt sich schnell in einen Albtraum. Er weiß nicht mehr, was schon wahr geworden ist und was nicht, denn jeder meint ja, dass das einem Freund eines Freundes von einem wirklich passiert ist, was ja eigentlich auch der Sinn des Ganzen ist. Das wird Moritz zu gefährlich und er möchte aussteigen, aber das geht nicht mehr. Was nun?

Rüdiger Bertram ist ein sehr spannender und super geschriebener Thriller gelungen. Das Buch ist aus der Sicht einer Person geschrieben, von der Moritz rund um die Uhr beobachtet wird.
Warum und für wen er das tut, erfährt man erst am Ende des Buches. Es ist als Protokoll geschrieben, beginnt mit einem Zeitungsartikel und ist dann in drei Teile gegliedert. Warum das Buch in der Zukunft (Ende 2015) spielt, kommt nicht klar hervor, vielleicht weil Moritz Beobachter ihn mit Hochleistungstechnik beschattet und diese dann schon weiter ist, oder damit das Buch in drei Jahren nicht so alt wirkt. In dem Buch geht es um Geheimorganisationen, jene im Auftrag der Regierung Geschichten verbreiten, die den Menschen Angst machen, damit diese sich an die Gesetze halten und auch sonst nicht so viel selbst nachdenken. Diese Geschichten manipulieren die Bevölkerung und die Regierungen hoffen, dass keiner auf die Idee kommt, die Welt zu verändern oder einen Aufstand gegen sie anzuzetteln. Das ganze Buch ist sehr mysteriös und man hat so ein Gänsehaut-Feeling. Es regt zum selbst Mitdenken an und geht trotz der Kürze von nur 223 Seiten ziemlich in die Tiefe. Das Buch ist meiner Meinung nach einfach unglaublich gut! Auch das Cover passt gut zum Inhalt. Das Buch würde ich ab 13 Jahren empfehlen. Ich hoffe, dass es eine Fortsetzung gibt.

Insgesamt: 5 Sterne (von 5)


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