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Sechs Millionen Kekse im Jahr

Bild von SonjaB

Jessica Thom hat Tourette. Bei ihr äußert sich die Krankheit sowohl in verbalen Tics als auch in motorischen. Die verbalen Tics führen dazu, dass sie immer wieder Dinge sagt, die sie nicht will. Dabei kommen lustige Sachen heraus oder auch beleidigende. Sie gehört zu den Tourettern, die auch öfter mal fluchen. Ihre motorischen Tics lassen sie sich immer wieder selbst verletzen. Sie haut sich etwa heftig auf die Brust und muss Handschuhe tragen, damit sie sich nicht verletzt. Sie hat aber auch Probleme beim Gehen, weil ihr Körper ihr einfach nicht gehorcht und macht, was er will.

Ein Jahr lang hat Jessica eine Art Tagebuch geführt. In lauter kleinen Absätzen erzählt sie, wie es ihr in dem Jahr ergangen ist. Sie schildert, wie sich ihr Zustand im Lauf dieses Jahres verändert und wie andere Menschen auf sie reagieren. Außerdem macht sie deutlich, wie sehr sie auf Hilfe angewiesen ist und wie sie diese bekommt.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und mich mehr als einmal dabei köstlich amüsiert. Ganz sachlich schildert Jessica ihre Krankheit und wie ihre Umwelt damit umgeht. Ab und zu wird es auch einmal traurig, wenn sie etwa mal wieder allein gelassen wird und man ihr die dringend benötigte Hilfe versagt. So gibt es etwa Probleme in einer U-Bahn-Station, wo sie einfach keine Auskunft von den Bahnmitarbeitern bekommt und anschließend auch ignoriert wird, als es Probleme mit ihrer Karte gibt und sie nicht durch das Drehkreuz kommt. Insgesamt ist das Buch jedoch recht positiv geschrieben, denn Jessica will sich von ihrem Tourette nicht unter kriegen lassen. Deshalb auch Touretteshero. Und die komische Seite kommt in dem Buch auch nicht zu kurz. So gibt es etwa eine arme kleine Geranie, die seltsamerweise immer wieder verbale Tics auslöst und von Jessica dabei aufs Heftigste beschimpft wird.

In dem Buch ist auch sehr viel Herzenswärme enthalten, denn Jessica kann jederzeit auf die Hilfe ihrer Freunde und ihrer Schwester zählen. Besonders Leftwing Idiot ist immer für sie da, wenn sie ihn braucht. Er hilft ihr so oft, dass ich mich beim Lesen oft gefragt habe, womit er eigentlich sein Geld verdient, wenn er so viele Stunden immer bei ihr ist.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, denn es strahlt eine sehr positive Lebenseinstellung aus und weckt vielleicht ein bisschen Verständnis für die Lebensweise und die Probleme behinderter Personen.


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