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Die Lügen des Locke Lamora (Scott Lynch)

Bild von MiraB

Das Buch lag schon seit 2008 oder 2009 auf meinem SUB. Naja, eigentlich nicht, eigentlich hatte ich damals unwissentlich den 2. Teil, "Sturm über roten Wassern", gekauft, und mich so geärgert, dass das nicht gekennzeichnet war, dass ich mich bisher geweigert hab, auch den ersten Teil zu kaufen und es zu lesen. Naja, was soll ich sagen, hätt ichs nicht getan, hätt ich was verpasst.

Inhalt

In Camorr regiert ein Gangsterboss, der einen Geheimen Frieden eingeführt hat, und jeden ermordet, der sich nicht daran hält. Der Geheime Frieden regelt, wer bestohlen werden darf und wer nicht; so lange die Aristokraten und die Stadtwache verschont bleiben, dürfen beinahe ungehindert arme Leute, reisende und kleine Geschäftsmänner bestohlen werden.

Was kaum jemand weiß: Es gibt einen dreizehnten Gott, den korrupten Wärter, den namenlosen Schirmherrn der Diebe. Sein Priester, Vater Chains, bildet einige wenige Waisenkinder in der Kunst der Hochstapelei aus. Keine gewöhnlichen Diebe also, sondern eine kleine, eingeschworene Gemeinschaft von wirklich gerissenen jungen Leuten, die heimlich den Geheimen Frieden brechen und mehr Reichtümer anhäufen, als sie ausgeben können. Sie nennen sich die Gentleman Ganoven.

Als ein neuer Gangsterboss auftaucht, der sich der graue König nennt und dem alten Capa den Rang ablaufen will, gerät Locke aufgrund seines außergewöhnlichen schauspielerischen Talents zwischen die Fronten - er wird dazu gezwungen, eine Rolle im Plan des grauen Königs zu spielen. Und steckt tiefer in der Scheiße, als es zuerst den Anschein hatte ...

Meine Meinung

Die ersten 150 Seiten ziehen sich. Der Stil ist holprig, mit detailarmen Beschreibungen, massenhaft Adjektiven, die auktoriale Perspektive kommt lasch rüber, es wimmelt von Infodumps - kurz, das Eintauchen in die Geschichte wird einem erstmal schwer gemacht. Zusätzlich fällt es anfangs schwer, einen Zugang zu Locke zu bekommen; der bleibt einfach zu lange blass.

ABER: Der Stil wird besser, und die Figuren bekommen mit der Zeit auch Tiefe. Je weiter es vorangeht, desto flüssiger wirds.

Der Aufbau ist auch ungewöhnlich. Der erste Akt zieht sich so über 2/3 vom Buch, grob geschätzt, und geht dann fast übergangslos in den dritten Akt über. Klar, es muss nicht immer das klassische 3-Akt-Modell sein, es darf auch gerne mal ganz anders aufgebaut sein. Nur finde ich, dass das hier nicht aufgegangen ist.

Fazit

Grundsätzlich ein tolles Buch, das mich richtig gefesselt hat. Es war nicht im herkömmlichen Sinn spannend, sondern einfach irre interessant. Allerdings waren die ersten 150 Seiten schon extrem lasch und der Aufbau war auch merkwürdig. Deswegen nur 4 von 5 möglichen Punkten.


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