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Karl, ausgeliefert

Bild von SonjaB

Karl Grothner ist ein Multimillionär und steht an der Spitze eines großen Konzerns. Dementsprechend hoch sind die Sicherheitsvorkehrungen für seine Person, denn es gibt nicht gerade wenige Menschen, die ihn gerne von der Bildfläche verschwinden lassen würden. Trotzdem gelingt es dem Kleinkriminellen Kleinhans ganz alleine, ihn zu entführen. Ein riesiger Polizeiapparat wird in Bewegung gesetzt, um die angebliche Bande aufzuspüren und Karl Grothner zu befreien. Schnell ist auch die Identität von Kleinhans ermittelt - aber man findet ihn einfach nicht. Der Rechtsanwalt Dr. Krieger übernimmt kommissarisch die Leitung des Grothner-Konzerns, allerdings sehr zum Missfallen von Grothners Chefsekretärin Elisabeth Huss, denn sie erkennt schnell die wahren Absichten von Dr. Krieger. Mit im Spiel ist dann noch Grothners Mann fürs Grobe, Vlad, der in der Sache ebenfalls beauftragt wird, um Karl Grothner zu finden. Es beginnt ein perfides Katz-und-Maus-Spiel, in dem es viele unerwartete Wendungen gibt.

Dieses Buch hat mir richtig Spaß gebracht und mich perfekt unterhalten! Es war einmal etwas völlig anderes und nicht nur das kriminalistische Einerlei mit Tat - Ermittlungen - Auflösung. Der Hauptaspekt liegt dabei auf den Persönlichkeiten der Hauptpersonen. Karl Grothner ist nämlich weder der liebenswerte Gönner noch der schrullige Millionär. Tatsächlich ist er eine gefühllose Bestie, die alles platt macht, was sich ihm in den Weg stellt. Darauf beruht auch der Erfolg seiner Firma. Ihn in der für ihn unbekannten Situation des Entführten zu erleben ist unheimlich spannend und macht den Reiz dieses Romans aus. Dazu kommt seine Chefsekretärin Elisabeth Huss. Am Anfang ist sie nur eine kleine graue Maus, eine reine Befehlsempfängerin von Karl Grothner. Aber dann wird deutlich, dass sie auch noch eine andere Seite hat und die Umstände zwingen sie dazu, die Mäuserolle abzulegen. Auch ihre Entwicklung ist ungeheuer spannend mitzuerleben und die Entführung rückt dabei fast in den Hintergrund.

Dieser Roman ist psychologisch auf ganz hohem Niveau geschrieben und macht dadurch einfach Spaß. Die Hauptakteure erwachen alle zum Leben und man meint fast, sie zu kennen. Mich persönlich haben in diesem Buch dann nur einige doch sehr detailliert beschriebene Gewaltszenen gestört, die es meines Erachtens nicht gebraucht hätte. Davon gab es für meinen Geschmack ein paar zu viel, wohingegen mir die Beschreibung der Persönlichkeit von Dr. Krieger wiederum etwas zu wenig war. Seine Entwicklung kam mir ein wenig zu kurz. Darum nicht die volle Punktzahl von mir.


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