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Sirius

Bild von Möp

Inhalt
Sirius ist kein Hund wie jeder andere, er ist ein ganz besonders aufmerksamer und kluger Foxterrier und lebt mit seiner Familie, der Familie des Professors Liliencron, zur Zeit des Nationalsozialismus in Berlin. Die Familie ist jüdisch und wird zunehmend in ihrer Existenz bedroht, sodass sie nach einem Angriff auf ihr Haus in der Reichsprogromnacht die Flucht nach Amerika antritt. Dort landen sie – wie der Zufall es will – in Hollywood, wo nach kurzer Zeit Sirius als Star entdeckt und gefeiert wird. So nimmt die abenteuerliche Geschichte der Familie und ihres einzigartigen Hundes ihren Lauf…

Meine Meinung
Meine Erwartungen an dieses Buch waren nicht sonderlich hoch und hielten sich wirklich in Grenzen. Schließlich hatte ich zuvor noch kein Buch gelesen, in dem historisch bedeutende Ereignisse aus der Perspektive eines Hundes geschildert werden. Doch so muss ich sagen, dass mich der Autor hier durch und durch überrascht und glänzend unterhalten hat.

Seine Geschichte zeichnet sich durch besonderen Wortwitz und eine beispiellose Leichtigkeit des Stils aus, die es dem Leser ermöglicht, sofort und ungehindert in die Handlung hineinzufinden. Weiterhin gelingt es ihm so, dieser eigentlich so schweren und ernsten Thematik einen positiven Grundton zu verleihen, sie durch gezielt eingesetzte Ironie amüsant wirken zu lassen und zu zeigen „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Das hat mir wirklich ausgezeichnet gefallen, denn ein guter Stil ist schon einmal viel wert.

Allerdings kann man an diesem Werk gerade deshalb seine mangelnde Glaubwürdigkeit bzw. seinen Bezug zur Realität kritisieren. Die Wendungen und Überraschungen, die das Leben der Familie erfährt sind größtenteils vollkommen absurd, sie wären so niemals möglich gewesen und die lückenlose Grausamkeit der nationalsozialistischen Diktatur wird so dargestellt als sei sie leicht zu täuschen und die Familie könne ihr geradezu spielend entfliehen. Generell kommen einem viele Situationen in diesem Buch zwar komisch und grotesk vor, man möchte immer wieder gerne darüber lachen, doch so war ich irgendwann schlichtweg überfordert mit der Frage: Was kann ich diesem Autor eigentlich noch glauben? Mit seinem Versuch, Witz du Humor unterzubringen, hat Jonathan Crown leider so vieles ins Lächerliche gezogen, dass der Leser das Gefühl bekommt, man zeige ihm hier ein völlig verzerrtes Bild aus dem dritten Reich.

Fazit
Alles in allem ist „Sirius“ dennoch ein sehr lesenswertes Buch, das dem Leser ein paar unterhaltsame Lesestunden bereitet, dabei durchaus komisch und gehaltvoll ist, jedoch an den richtigen Stellen pointiert den Ernst der Lage unterstreicht.


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