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Unblutiger Jugendthriller

Bild von gagamaus

Inhalt:
Jo Steiner muss von der Polizei erfahren, dass seine Freundin Myriam entführt wurde. Schon bald erscheinen im Internet Videos, in denen Myriam verletzt und verzweifelt in einem Zimmer gefangen gehalten wird. Die Entführer verlangen 2 Millionen Euro Lösegeld, welches mit Hilfe des WEBs beschafft werden sollen.
Kommissarin Amelie Fröhlich ermittelt mit Hochdruck, obwohl sie schwere Probleme mit dem Magen hat und ihr Freund im Ausland im Krankenhaus liegt. Was steckt hinter der Entführung und wer zieht Vorteile aus dem Ganzen?

Aus wechselnden Perspektiven erzählt der Jugendthriller „Alle Augen auf dich“ von einer Entführung, die viele Rätsel und Ungereimtheiten hat und die Polizei auf einige falsche Fährten schickt. Über weite Strecken des Buches ist jeder, der Myriam nahe steht, mehr oder wenig verdächtig. Angefangen bei ihrem Freund Jo, der Alkohol- und Drogenprobleme hat und gerade eine ziemlich schlechte Phase durchmacht, über ihre Mitbewohnerin Lily, die mit ihr in einer Internetserie schauspielert und ein großes Interesse an Myriams Freund Jo hat. Bis hin zu Holm, dem Produzenten der Internetserie, der aus dem Medienhype der Entführung den allergrößten Profit zu ziehen scheint. Aber auch im Internet gibt es einige obskure Verdächtige und Amelie Fröhlich muss so einige Spuren verfolgen und alle Eventualitäten in Betracht ziehen, um diesen verzwickten Fall zu lösen.

Und dann geschieht auch noch ein Mord.

Meine Meinung:
Im gewohnt flüssigen Erzählstil blättert Gina Mayer hier das Seelenleben der Protagonisten auf und lockt den Leser auf so manche falsche Spur, was man von einem guten Thriller ja auch erwartet. Die Personen sind mit all ihren Schwächen und Stärken geschildert und einige hatten eine schwere Kindheit, die sich auch auf ihr Erwachsenenleben auswirkt. Dies rauszufinden und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen gibt die Autorin der Kommissarin und dem Leser einige Gelegenheiten bevor sie den Fall zu einem logischen Ende bringt.

Mit Amelie und Jo habe ich mir persönlich etwas schwer getan, da mir beide zu wenig Entschlusskraft und Energie hatten und ihre Befindlichkeiten (z.B.Übelkeit) und ihre Selbstlügen mich etwas genervt haben. Mein heimlicher Favorit war die ungestüme Lily, die so schön nach Vanille und Kokos duftet. Als Fan von Gina Mayers „Erwachsenenbüchern“ hatte ich vielleicht eine falsche Vorstellung, was hier für ein Thriller auf mich zukommt. Da das Buch für ein jüngeres Publikum geschrieben wurde, war die Geschichte mir etwas zu harmlos und mit zu wenig Thrill. Auch hatte ich ziemlich schnell den richtigen Verdacht. Dies liegt aber weitgehend an mir persönlich und nicht an der Qualität des Buches, welches für Teenager bestens geeignet ist, da es weder blutig noch zu brutal ist und auch ein paar tiefere Einblicke in die Internetwelt gibt, die durchaus zum Nachdenken über den Umgang mit diesem Medium auffordern.


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