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Geliebte Tochter

Bild von SonjaB

Katarina ist jung und lebensfroh. Ihre Beziehungen halten jedoch nie sehr lange, denn sie verliebt sich zwar gerne, aber sobald es anfängt ernsthaft zu werden, flüchtet Katarina. Doch dann wird Katarina schwanger vom verheirateten Jack. Sie hat das Kind nicht geplant, ist das Risiko einer Schwangerschaft aber bewusst eingegangen, als sie im Urlaub vergessen hatte, die Pille mit zu nehmen - und Jack nichts sagte. Sie fürchtet sich davor, Jack von dem Kind zu erzählen, das sie auf jeden Fall behalten will. Und wie sich herausstellt, war die Angst begründet, denn Jack schlägt sie bis zur Bewusstlosigkeit, als er es erfährt. Katarinas Familie kümmert sich liebevoll um sie und hilft ihr dabei, das Erlebte zu verarbeiten.

Ich weiß nicht mehr, warum ich mir dieses Buch ausgesucht habe. Eigentlich mag ich diese "typischen Frauenbücher" gar nicht so gerne. Aber irgendetwas hat mich angesprochen. Und im Nachhinein freue ich mich, dieses Buch gelesen zu haben, denn es hat mir einiges zum Nachdenken gegeben.

Marianne Fredriksson hat einen etwas eigentümlichen Schreibstil. Alles war sehr flüssig und leicht zu lesen - aber beim Lesen blieb doch immer eine gewisse Distanz zwischen Katarina, ihrer Mutter Elisabeth, der Schwägerin Erika und mir. Sie erwachten auch nie wirklich zum Leben in der Erzählung, ich konnte ihre Persönlichkeit nicht wirklich begreifen. Sie blieben insgesamt etwas farblos - was zu diesem Buch aber wundervoll passte. Die einzigen wirklichen Gefühlsausbrüche ab es von Jack. Ich fand es schön, bei diesem schwierigen Thema nicht mit Gefühlsduseleien erschlagen zu werden, sondern im Endeffekt diese Sprachlosigkeit und Ohnmacht mit zu erleben und wie die Familienmitglieder Katarina da heraus halfen, indem Katarina auch von ihnen mehr erfährt und zum ersten mal bei ihnen unter die Oberfläche guckte.

Sehr überrascht war ich, dass nicht nur Katarinas Entwicklung dargestellt wurde, sondern auch die von Jack. Allerdings spielt er nur eine untergeordnete Rolle und seine Entwicklung finde ich auch weder glaubhaft noch stimmig. Meinetwegen hätte man seinen Part nach seinem anfänglichen Wutausbruch auch weglassen können. Das hätte dem Buch gut getan.

Insgesamt finde ich es ein schönes Buch, das gut zu lesen ist und zum Nachdenken anregt.


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