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Jenseits der blauen Grenze (Dorit Linke)

Bild von LieLu

Magellan Verlag

Die Autorin

Dorit Linke, geboren 1971 in Rostock, wuchs in der DDR auf. Sie machte Abitur, war Leistungssportlerin und Rettungsschwimmerin. Den politischen Wandel Ende der Achtziger erlebte sie bewusst mit, nahm an den Montagsdemonstrationen teil und war achtzehn Jahre alt, als die Mauer fiel. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin.

Jenseits der blauen Grenze

Hannah und Andreas, beides Jugendliche in der DDR, geraten immer öfter durch ungebührliches Auftreten ins Visier der Staatsmacht. Es kommt soweit, dass beide ihre Zukunftspläne aufgeben und stattdessen beispielsweise im Dieselmotorenwerk Rostock arbeiten müssen. Für beide ist das kein hinnehmbarer Zustand und immer wieder lehnen sie sich dagegen auf. Im Gegensatz zu ihrem Schulkameraden Jens Blum, welcher durch einen Ausreiseantrag nach Westdeutschland ziehen kann, gelingt es den beiden nicht die DDR hinter sich zu lassen. In ihnen reift ein tollkühner Plan, zusammen wollen sie die Grenze der Deutschen Demokratischen Republik über die Ostsee überwinden. Sollten sie die Drei-Meilen-Zone erst einmal passiert haben, sollten sie sich im internationalen Gewässer befinden und von niemandem mehr zurück geholt werden können. So also der Plan, mit einem dünnen Seil um ihre Handgelenke, welches sie zusammenhält, machen sie sich auf die gefährliche Reise. Doch das Schwimmen in der Ostsee ist schwieriger als gedacht…

Fazit

Ein unglaubliches Buch voller Tiefe, Emotion und Gefühl. Das Bild der sozialistischen Jugend, die zwischen Aufmüpfigkeit und Resignation schwebt ist für den Leser greifbar. Immer wieder spürt man die Resignation und die vielen Zweifel auf Seiten der Jugendlichen. Hannah versucht sich mit ihrem Leistungssport über Wasser zu halten, doch durch ihre uneinsichtige Art gegenüber dem politischen Regime der DDR, schafft sie es nicht auf die Sportschule. Auch für ihren Schulkameraden Andreas, sieht eine Zukunft in der östlichen Hälfte Deutschlands nicht wirklich rosig aus. Durch antisozialistische Aussagen und Auflehnungen gegen die Politik der DDR gerät auch er in das Visier der Staatssicherheit und muss sogar einige Zeit im Jugendwerkshof absitzen. Er ist es, der den Plan zum Schwimmen durch die Ostsee ausheckt.

Das Buch beginnt mit dem Anfang des Fluchtversuches. Die beiden Jugendlichen hocken am Ostseestrand und warten darauf, dass die Wachtürme abgeschalten werden, um in die Ostsee zu springen. Bereits nach wenigen Schwimmzügen spüren sie die Kälte des Wassers und die Gefährlichkeit ihres Unterfangens. Nun bringen sie auch ihre Trainingsstunden in der Schwimmhalle nicht mehr weiter. Die Episoden der Flucht wechseln sich zu gleichen Teilen ab mit dem Beschreibens des Alltags der Jugendlichen bis hin zum Reifen des Plans. Der Leser erfährt, wie die Schulzeit von Hannah, Andreas und Jens aussah, wie sie zur Freien Deutschen Jugend gehörten, bis hin, dass Hannah und Andreas kein Abitur machen dürfen.

Der Roman über die Flucht aus der DDR in den Westen Deutschlands berührt den Leser tief. Immer mehr wird die aussichtslose Lage von Hannah und Andreas sichtbar. Beide wollen nicht regimekonform leben, aber ein Aufbegehren lässt die Staatsmacht DDR nicht zu. Ein wirklich eindrucksvolles Buch voller Leben, Emotion und den politischen Kampf gegen die Staatsgewalt.

http://immer-mit-buch.blogspot.de/2014/08/jenseits-der-blauen-grenze-dor...


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