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Einfach mal was anderes.

Bild von Zeliba

Cover

Könnte jemand von euch an diesem Cover vorbeigehen, ohne ihm einen Blick zuzuwerfen? Die überwiegend blaue Farbe mit dem schönen Verlauf ergibt einfach eine tolle Stimmung, welche mich beim ersten Blick gleich in seinen Bann zog. Dazu kommt, dass der Mensch mit Schirm und der Hund seine Bedeutung recht schnell in den Zeilen wiederfindet. Und ihr wisst ja wie toll cih es immer finde wenn man im Cover beim Lesen das Buch zu erkennen beginnt. Nachdem es bei den letzten zwei Büchern keine englischen Cover gab, freue ich mich heute wieder euch diese sehr lieb gewonnene Gewohnheit angedeihen zu lassen. Auch wenn ich finde, dass das englische Cover schon deutlich hinter dem deutschem steht. Es wirkt alles für mich einfach sehr scherenschnittmäßig. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Handlung

Erster Satz - Also. Um mit dem Offensichtlichen zu beginnen: Ich war kein Mensch. Menschen sind seltsam. Sie tun Dinge, obgleich sie denselben Fehler schon tausend Mal begannen, hatten. Sie neigten zu Gewalt und hatten ihre Freude darin andere Lebensformen zu versklaven. Dabei gehen sie immer sehr egoistisch vor, was man schon darin sieht das sie in einer Auflistung des Geschehens, die man Nachrichten nennt, nie von dem Löwen oder der Rotwangenschmuckschildkröte sprechen, sondern immer und einschließlich von sich selbst. Ja Menschen sind seltsam. Und wer könnte das wohl am besten beurteilen als ein Außerirdische?

Die Erde war, wie mir später klar wurde, ein Planet der verpackten Dinge. Nahrung in Folie. Körper in Kleidung. Verachtung in Lächeln. Alles war verpackt.

Doch als eine namenlose Existenz in die Rolle von Professor Andrew Martin schlüpft, um das ganze Universum vor dessen Entdeckung zu retten, bemerkt er langsam aber unausweichlich das sich unter der augenscheinlich so primitiven Oberfläche mehr verbirgt, als selbst seine hoch entwickelte Spezies fassen kann. Da gab es so viel Neues. Freunde. Familie. Erdnussbutterbrote. Liebe...?

Schreibstil

Das erste was im Buch von Matt Haig auffällt ist, dass der Protagonist im Grunde keinen Namen hat. Zwar wird er mit Namen des Professors angesprochen, doch wirklich ist er es ja nicht. Er besitzt keinen Eigenen und ist doch der Charakter, welcher dem Leser seine Erlebnisse mitteilt. So bekommt man natürlich seine Gedanken hautnah mit. Ein genialer Zug von dem Autor, wie ich schnell bemerkte, denn nicht nur das man so den Gedanken des Außerirdischen besser folgen kann, nein, es bringt auch einen tollen unterschwelligen Humor in den ganzen Text.
Lachen oder Wahnsinn, das schien hier der einzige Ausweg zu sein, der Notausgang der Menschen.
Dazu kommt, dass er ja im Grunde ein Kind in dieser Welt ist. Er muss erst so viel lernen und betrachtet natürlich auch alles ganz anders. So macht er sich beispielsweise Gedanken über französischen Wein, haarige Haugötter, welchen Sinn eine lebenslange Ehe hat, wo man sie doch auch so einfach Scheiden kann oder eben warum Isobel ihn manchmal so ansieht . . . So kommt es das er lernt. Doch es gibt jemanden dem es nicht gefällt das er seinen Auftrag vernachlässigt. Und die Moderatoren sind nicht zum Spaßen aufgelegt . . .

Charaktere

Als Hauptprotagonist steht natürlich unsere Namenlose außerirdische Lebensform im Forderung und ich kann einfach nur sagen das ich ihn schon nach wenigen Seiten durch seine etwas unbedarfte und dann doch wieder sehr kluge Art die Dinge zu sehen, ins Herz geschlossen hatte. Oft genug verlockte er mich dazu ihm dann doch im Stillschweigen bei der ein oder anderen Sache Recht zu geben. Zum Beispiel als er ansprach das in den Nachrichten immer nur Menschen das große Thema sind. Nie aber eine der anderen zigtausen Arten. Oder auch seine Erkenntnis das der Mensch mehrere Sprachen sprach. Einmal die Gesprochene, dann die Sprache der gerunzelten Stirn und und und . . .
Ihm gegenüber standen das Isobel und ihr Sohn Gulliver. Die Entwicklung über das Buch hinweg hat mich sehr begeistert. Besonders Gullivers. Ich konnte ihn einfach sehr gut verstehen. Denn obgleich er nicht so viele Auftritte hatte, kam seine Situation, genau wie die von seiner Mutter, sehr glaubhaft bei mir an. Toll.

Meinung

Ich weiß nicht was ich erwartet habe, als ich das Buch begann. Nur, und da bin ich ehrlich, das, was ich schlussendlich in diesem Buch gefunden hatte, war es nicht gewesen. Es war so gänzlich anders. Und das meine ich nicht auf schlechte Weise. Ganz und gar nicht. Aber als ich den Klappentext lass, dachte ich an Aliens (kleine grüne Männchen ;) ) und hatte in dieser Richtung auch mit der Andeutung der zarten Liebesbande schon ein wenig damit gerechnet das es etwas ins Kitsch abdriften könnte. Aber das tat es nicht. Den Hauptteil des Buches nahmen Gedanken ein. Gedanken des Außerirdischen über die Menschen und ihr tun. Über uns.

Zivilisiertes Leben basiert auf einer großen Zahl von Illusionen, zu denen wir alle bereitwillig beitragen. Das Problem ist, nach einer Weile vergessen wir, dass es Illusionen sind, und sind zutiefst schockiert, wenn um uns herum die Wirklichkeit durchbricht.

Und es war wirklich sehr interessant einmal aus einer so gänzlich anderen Sicht einen Blick auf uns und unsere Gewohnheiten zu werfen. Aber auch darauf, dass eine äußerst hoch entwickelte Gattung wie die des Aliens erkennt, das in der Menschlichkeit, der Liebe, der Freude und der Familie mehr steckt, als ihnen Computer und Wissen geben könnten. Auf dieser Stelle möchte ich dann noch auf das Ende zu sprechen kommen. Einige haben vielleicht die letzte Montagsfrage verfolgt. Die Frage über Happy Ends. Ich habe geantwortet, dass es für mich nicht immer eines sein muss. Das ein solches oder solches Ende auch okay ist, voraussichtlich eben es passt zum Buch. In diesem hier ist das Ende im Grunde offen. Und das ist passend. Einfach weil der plötzliche Schwank zum Happy End wohl genauso unpassend wäre wie Bad End pur.


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