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BETA - geklont und gefühllos?

Bild von kiwii.chaotic

Die elegante Dame betastet mich, als wäre ich eine Mango auf dem Markt. Sie berührt mich und fährt mit dem Daumen über meine Haut, erst am Arm, dann am Oberschenkel. Sie drückt mit den Händen gegen meinen Rücken, um meine Kraft und Elastizität zu prüfen. Danach streicht sie mit ihren Händen durch meine Haare.
„Ein wirklich exquisites Exemplar“, sagt die elegante Dame.
Rachel Cohn – BETA

Autor: Rachel Cohn
Titel: BETA
Originaltitel: Emergent (A Beta Novel)
Genre: Jugend-Fantasy-Roman
Erschienen: 2013
Verlag: cbt
Umfang: 412 Seiten

Elysia ist sechzehn Jahre jung und wunderschön. Sie hat einen schlanken durchtrainierten Körper, ihr Haar glänzt honigfarben, ihre Haut ist makellos – abgesehen von dem Tattoo einer violetten Schwertlilie auf ihrer Schläfe. Und auch ihre Augen funkeln nicht in Braun, Grün oder Blau. Sie sind von einem intensiven Rosa. Denn Elysia ist kein normaler Teenager. Sie ist ein BETA-Klon. Ihre Gefühle spielen nicht verrückt, sie hat keine Hoffnungen, Träume und Wünsche. Sie hat keine Rechte – ihr einziger Zweck ist, den Superreichen auf einer paradiesischen Insel zu dienen.

Und jetzt kommt, nach dieser angerissenen Inhaltsangabe, meine Meinung. Wer das Buch noch lesen möchte, der sollte besser das Fenster schließen, diesmal schließe ich Spoiler nicht aus.
Ich finde die Grundidee dieses Buches gut, auch wenn das Prinzip nicht neu ist: Eine unterdrückte „Rasse“, die sich gegen die Leute, die ihnen das antun auflehnen und gegen Dinge ankämpfen, von denen sie annahmen, sie seien unumstößlich. Ja, ein wirklich gutes Prinzip, vor allem wenn man Ungerechtigkeit, Naivität der Protagonistin und eine unnötige Lovestory dazu gibt. Das liest die Masse, das lesen vor allem kleine jugendliche Mädchen, die in der Pubertät sind. Leider.
Denn dieses Buch ist richtig dumm. Die Story ist seicht, obwohl viele Hintergründe geschildert werden, da die wirklich wichtigen Fragen nicht geklärt werden. Nur ein Beispiel: Die Welt wurde durch die sog. Water Wars zerstört, sie wurde fast vernichtet. Wobei es bei diesen Kriegen genau ging, das wird nicht mal ansatzweise erwähnt, wäre aber meiner Meinung nach viel wichtiger. Und vor allem sind die Zusammenhänge oft nicht ganz logisch. Die Dinge passieren einfach. Einfach so, als ob die Autorin sich absolut gar keine Gedanken um die Handlung gemacht hätte.
Apropos Handlung: Man merkt 350 Seiten lang kaum etwas davon – wahrscheinlich weil der Klappentext zu viel verrät (an dieser Stelle, vielen Dank, cbt!). Erst auf den letzten fünfzig Seiten geschieht wirklich etwas (Interessantes). Davor zieht sich die Geschichte unnötig in die Länge. Alles, was passiert ist vorhersehbar. Und wenn es etwas gibt, das ich an Büchern, deren Plot nichts Neues ist, wirklich hasse, ist Vorhersehbarkeit.
Bei anderen Bloggern kommt das Buch lt. Edens Internet-Recherche viel besser weg. Ich kann nicht verstehen warum, denn so gut war das Ende auch wieder nicht, dass ich über die Langeweile bis Seite 350 hinwegsehen könnte. Es wurde lediglich das Leben der Reichen und Schönen beschrieben. Da frage ich mich: Warum diese Perspektive? Ich hoffe nur, dass Teil zwei der Trilogie etwas mehr Charakter zeigt. Was andere nämlich als Cliffhanger bezeichnen, empfinde ich als offenes Ende. Das mir übrigens auch nicht zusagt. Von daher finde ich den Folgeteil unnötig. Lesen werde ich ihn trotzdem, weil ich nicht etwas beginnen kann ohne es quasi zu beenden.
Im Allgemeinen ein Herz für die Idee und ein Herz rechtfertigt sich durch die Ereignisse auf den letzten fünfzig Seiten plus die Hoffnung auf Besserung.

2/5 ♥


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